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Mo, 19:56 Uhr
20.10.2003

„Aufpassen, Erkennen!“

Nordhausen (nnz). Im Nordhäuser Bürgersaal ist heute eine neue Ausstellung eröffnet worden. Sie erinnert an den studentischen Widerstand in der Nazizeit in Deutschland. Die Exposition wendet sich vor allem an junge Menschen.


Ausstellung „Aufpassen, Erkennen, Nein sagen, und das alles auch Durchhalten – dieses Rezept, abgeleitet aus dem, was die Widerstandsgruppe ‚Weiße Rose’ zu Zeiten der Nazi-Herrschaft geleistet hat, muss auch heute noch vor allem für die Jugend gelten“, sagte Anneliese Knoop-Graf, Zeitzeugin und Schwester von Willi Graf, eines Weiße-Rose-Mitgliedes, zur Eröffnung der Ausstellung „Weiße Rose – Studentischer Widerstand gegen Hitler 1942 / 1943, im Bürgersaal des Nordhäuser Rathauses.

Es sei wichtig, dem eigenen Gewissen zu folgen, auch wenn dies das Beschreiten eines schwierigen Weges bedeute. „Was die `Weiße Rose` getan hat, hat auch heute noch Bedeutung: Das Gewissen und die Übereinstimmung von Denken und Handeln zu leben!“, meinte Frau Knoop-Graf.

Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke sagte in ihrer Begrüßung, dass die Arbeit der Mitglieder der „Weißen Rose“ ein „Licht in der Dunkelheit der Nazi-Herrschaft“ gewesen sei. Mit der Ausstellung könne es gelingen, vor allem den jungen Leuten zu vermitteln, dass es sich lohne, gegen Unrecht und Willkür Widerstand zu zeigen, „ auch deshalb wir müssen uns noch heute ein Vorbild an der `Weißen Rose´ nehmen.“ Insbesondere für Nordhausen – als ehemaligen Standort eines Konzentrationslagers – sei diese Ausstellung wichtig.

Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh sagte, dass Freiheit, Menschenwürde und Rechtstaatlichkeit – für die sich die jungen Mitglieder der „Weißen Rose“ bis zur Selbstaufopferung eingesetzt hätten – kostbare Güter seien, die heute allerdings fast selbstverständlich seien. „Vor allem auch den Jugendlichen sollte man deutlich machen, dass diese Güter auch verteidigt werden müssen“, sagte der Minister. Deshalb wünsche er sich, dass vor allem bei den jungen Leuten die Ausstellung guten Zuspruch finde.

Die „Weiße Rose“ um die Geschwister Sophie und Hans Scholl, Willi Graf, Alexander Schmorell, Christoph Probst u.a. gehört zu den bekanntesten Widerstandsgruppen gegen Hitler und das Terrorregime des Nationalsozialismus. Vor allem durch Flugblattaktionen versuchten sie die Öffentlichkeit aufzurütteln, ihre eigenen Ideale von Freiheit, Gerechtigkeit und Toleranz zum Ausdruck zu bringen. Ihren Mut und ihr Aufbegehren gegen die Nationalsozialisten bezahlten sie vor 60 Jahren mit dem Leben oder mit langen Haftstrafen.

Die in München ansässige Weiße Rose Stiftung wurde 1987 von Überlebenden der studentischen Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus und Angehörigen der hingerichteten Mitglieder ins Leben gerufen. Die Stiftung trägt die Ziele und Ideale der Weißen Rose in die Gegenwart, sei es durch Ausstellungen, Schulprojekte und Zeitzeugengespräche, sei es durch Gedächtnisvorlesungen oder die Städtegemeinschaft im Zeichen der Weißen Rose.

Die Ausstellung „Weiße Rose – Studentischer Widerstand gegen Hitler 1942/43“ informiert über die Mitglieder, die Ziele und Aktionen, das Lebensumfeld und das Schicksal der Widerstandsgruppe. Das Bildungswerk Erfurt der Konrad-Adenauer-Stiftung präsentiert diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Weiße Rose Stiftung e.V. vom 20. Oktober bis zum 16. November im Bürgersaal des Neuen Rathauses in Nordhausen.
Autor: nnz

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