Mo, 16:55 Uhr
20.10.2003
Auferstanden aus der Nobas
Nordhausen (nnz). Mit einer Neugründung soll der Nordhäuser Standort HBM-Nobas und sollen Arbeitsplätze erhalten werden. Ganz ohne Zugeständnisse geht das allerdings nicht. Von der heutigen Betriebsversammlung an der Rothenburgstraße berichtet Ihre nnz.
Die Plätze in der Nobas-Kantine waren restlos besetzt. Wären die betrieblichen Umstände nicht marktwirtschaftlich geprägt, so hätte sich der Beobachter durchaus 20 Jahre zurückgesetzt gefühlt. Abgewetzte Stahlrohrstühle, sozialistische Stahlkunst an der Wand und Weihnachtsdekoration an der Decke....
Doch hier und heute ging es knallhart zur Sache. Betriebsratvorsitzender Eberhard Klaus stellte seinen Kollegen den Interessensausgleich vor, über den die nnz bereits in der vergangenen Woche berichtete. So soll zum 3. November ein neues Unternehmen, die Nobas Spezialstahlbau GmbH Nordhausen gegründet werden. Sie wird Zulieferarbeiten, unter anderem für die jetzige und dann geschrumpfte HBM Nobas erledigen. 83 Arbeitnehmer sollen in die Neue übergeleitet werden. Sie sollen Aufhebungsverträge unterschreiben und werden für die Zeit von einem halben Jahr vom Arbeitsamt Nordhausen begleitet. Umschulung und Qualifizierung ist angesagt, damit die Mitarbeiter noch flexibler werden können, wie es Klaus ausdrückte.
Mit 57 Mitarbeitern soll die HBM-Nobas fortgeführt werden. Für die übergeleiteten Kollegen gelten übrigens die gleichen arbeitsrechtlichen Bedingungen weiter. Sie werden zwar vom Arbeitsamt bezahlt, doch erhalten vom Unternehmen einen Nettolohnausgleich.
So weit so gut: Doch dann kommen die Einschnitte. Kompletter Verzicht auf das Urlaubs- und das Weihnachtsgeld, Absenkung der Wochenarbeitszeit von derzeit 38 auf 33 Stunden, ohne Lohnausgleich. Das allerdings müssen die Tarifpartner noch beschließen. Für diese Härte gibt es im Gegenzug keine betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31. Dezember 2004.
Die Mitarbeiter nahmen es am Nachmittag hin, kein Murren, kein Maulen. Sie behalten ihre Arbeitsplätze und Geschäftsführer Aribert Kupsch sagte, dass es im Unternehmen in den zurückliegenden Wochen wieder zu einer Vertrauensbildung gekommen sei. Wir dürfen nicht untergehen, Mitmachen ist jetzt angesagt, appellierte Geschäftsführer Kupsch. Dem widersprach in der Nobas-Kantine niemand.
Autor: nnz
Die Plätze in der Nobas-Kantine waren restlos besetzt. Wären die betrieblichen Umstände nicht marktwirtschaftlich geprägt, so hätte sich der Beobachter durchaus 20 Jahre zurückgesetzt gefühlt. Abgewetzte Stahlrohrstühle, sozialistische Stahlkunst an der Wand und Weihnachtsdekoration an der Decke....
Doch hier und heute ging es knallhart zur Sache. Betriebsratvorsitzender Eberhard Klaus stellte seinen Kollegen den Interessensausgleich vor, über den die nnz bereits in der vergangenen Woche berichtete. So soll zum 3. November ein neues Unternehmen, die Nobas Spezialstahlbau GmbH Nordhausen gegründet werden. Sie wird Zulieferarbeiten, unter anderem für die jetzige und dann geschrumpfte HBM Nobas erledigen. 83 Arbeitnehmer sollen in die Neue übergeleitet werden. Sie sollen Aufhebungsverträge unterschreiben und werden für die Zeit von einem halben Jahr vom Arbeitsamt Nordhausen begleitet. Umschulung und Qualifizierung ist angesagt, damit die Mitarbeiter noch flexibler werden können, wie es Klaus ausdrückte.
Mit 57 Mitarbeitern soll die HBM-Nobas fortgeführt werden. Für die übergeleiteten Kollegen gelten übrigens die gleichen arbeitsrechtlichen Bedingungen weiter. Sie werden zwar vom Arbeitsamt bezahlt, doch erhalten vom Unternehmen einen Nettolohnausgleich.
So weit so gut: Doch dann kommen die Einschnitte. Kompletter Verzicht auf das Urlaubs- und das Weihnachtsgeld, Absenkung der Wochenarbeitszeit von derzeit 38 auf 33 Stunden, ohne Lohnausgleich. Das allerdings müssen die Tarifpartner noch beschließen. Für diese Härte gibt es im Gegenzug keine betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31. Dezember 2004.
Die Mitarbeiter nahmen es am Nachmittag hin, kein Murren, kein Maulen. Sie behalten ihre Arbeitsplätze und Geschäftsführer Aribert Kupsch sagte, dass es im Unternehmen in den zurückliegenden Wochen wieder zu einer Vertrauensbildung gekommen sei. Wir dürfen nicht untergehen, Mitmachen ist jetzt angesagt, appellierte Geschäftsführer Kupsch. Dem widersprach in der Nobas-Kantine niemand.

