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Do, 11:30 Uhr
11.01.2018
Nähe – Vertrauen – Engagement - Kompetenz

Rekord-Kreditgeschäft bei Nordhäuser Kreissparkasse

Die Nordhäuser Kreissparkasse hat auch im vergangenen Jahr Geld verdient und kann “einiges” an den Landkreis ausschütten. Doch angesichts der Negativ-Zins-Politik bleibt die Frage erlaubt: wo kommt der Überschuss her? Heute Vormittag wurde diese Frage beantwortet...

Von links: Sebastian Gräser, Wolfgang Asche und Thomas Seeber (Foto: nnz)
Das Kreditgeschäft der Kreissparkasse Nordhausen erreichte 2017 den neuen Höchststand von über 640 Millionen Euro, wie Vorstandsvorsitzender Wolfgang Asche bei der heutigen Pressekonferenz erläuterte. Die privaten Kundeneinlagen markierten mit 742 Millionen Euro ebenfalls eine Bestmarke. Allerdings stellt das anhaltende Niedrigzinsniveau die Sparkasse weiterhin vor große Herausforderungen. „Auf der Basis unserer regionalen Verankerung, gelebter Kundennähe und dem großen Vertrauen unserer Kunden ist es auch im vergangenen Jahr gelungen, uns erfolgreich im Wettbewerb zu behaupten“, fasst Wolfgang Asche zusammen. Die Bilanzsumme entwickelte sich mit rund 1,1 Milliarden Euro stabil.

Mit kräftig gestiegenen Kreditbeständen hat die Kreissparkasse Nordhausen das Geschäftsjahr 2017 abgeschlossen. Die an Kunden vergebenen Kredite sind um 4,7 Prozent auf 640 Millionen Euro gestiegen, darunter die Kredite an private Haushalte sogar um 8,7 Prozent. Die Kredite an Unternehmen und Selbstständige legten um 5 Prozent zu. „Wir haben es wiederholt geschafft, vielen Menschen bei der Verwirklichung ihres Traums der eigenen vier Wände zu helfen und bei Investitionen von Unternehmen und Organisationen ein fairer und kompetenter Partner zu sein“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Thomas Seeber, der für das Kreditgeschäft verantwortlich ist. Neue Kredite wurden im Volumen von 112 Millionen. Euro ausgereicht, zwei Prozent mehr als im Jahr 2017. 60 Millionen. Euro davon dienten zur Finanzierung des Wohnungsbaus.

Die privaten Kunden sparen weiter unvermindert: Zum Jahresende 2017 hatten die Sparer 27 Millionen Euro mehr „auf der hohen Kante“ als vor Jahresfrist. Aufgrund niedrigster Zinsen schichteten jedoch Organisationen, Unternehmen und die öffentlichen Haushalte ihre Einlagen um oder nutzten diese für Investitionen sowie zur Schuldentilgung. „Dies betrifft etwa 39 Millionen Euro, so dass in Summe ein Rückgang der bilanziellen Anlagen um 1,2 Prozent auf 918 Millionen Euro zu verzeichnen ist“, erläutert der Vorstandsvorsitzende. Und führt weiter aus: „Diese Entwicklung ist auch ein Ergebnis unserer Geschäftspolitik“. Schließlich müsse die Sparkasse einen Minuszinssatz von 0,4 Prozent bei der Europäischen Zentralbank bezahlen. „Negativzinsen für unsere privaten Sparer sehe ich allerdings weiterhin nicht. Wir stemmen uns mit ganzer Kraft dagegen – auch zu Lasten der eigenen Ertragslage“, so Asche.

Die Nachfrage nach Wertpapieren zog weiterhin an. Die Sparkasse betreute zum Jahresende 147 Millionen Euro an Wertpapiervermögen in den Depots ihrer Kunden, ein Plus von 8 Prozent zum Vorjahr. Gefragt waren insbesondere Investmentfonds mit der Chance auf eine attraktive Rendite.

„Das gesamte betreute Vermögen der Sparkassenkunden stieg im letzten Jahr um 1,8 Millionen Euro auf 1.126 Millionen Euro an. Soviel betreute die Sparkasse niemals zuvor“, so Asche weiter. Ebenso wie die Sparer spürt auch die Kreissparkasse Nordhausen die Niedrigstzinsen in ihrer Gewinn- und Verlustrechnung. Trotz Geschäftsausweitung wird sich der Zinsertrag um zwei Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr reduzieren. “Mit dieser Herausforderung geht die Sparkasse verantwortungsvoll um. Dadurch ist es gelungen, den Jahresüberschuss nach Steuern stabil zu halten“, führt der Sparkassenchef aus. „Die Sparkasse hat sich auf das ungesunde geldpolitische Umfeld eingestellt. Wir schauen uns die Kostenpositionen einzeln an und Optimierungen bei den Arbeitsabläufen sorgen für Effizienzsteigerungen. Gleichzeitig investieren wir in erheblichem Umfang in die Digitalisierung und die Sicherheit. Dies wird uns auch in den nächsten Jahren massiv fordern. Wir sind im vergangenen Jahr bereits effizienter geworden und haben ein gestiegenes Geschäftsvolumen mit weniger Personal bewältigt“, sagte der Vorstandsvorsitzende weiter. Das wirkt sich unter anderem natürlich auch auf den Marktanteil aus: 56 Prozent aller Hauptbankverbindungen werden von der Kreissparkasse betreut. Statistisch betrachtet, hat jeder Sparkassenkunde 16.650 Euro angelegt.

„Der voraussichtliche Bilanzgewinn wird auch im Jahr 2017 stabil bleiben“, ist sich Asche sicher. „Unter Berücksichtigung unserer besonderen Verantwortung aus dem satzungsmäßigen Auftrag für die Region sind wir damit zufrieden. Das erlaubt auch wieder eine Ausschüttung an den Landkreis zur Verwendung für gemeinnützige Aufgaben.“ Den verbleibenden Überschuss benötigt die Sparkasse zur Erhöhung des Eigenkapitals, um die steigenden regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. „Die Anforderungen der Bankenaufsicht an die Eigenkapitalausstattung der Kreditinstitute steigen permanent. Pro 100 Euro Kredit müssen wir inzwischen 15 Euro Eigenkapital bereitstellen, in der Vergangenheit waren das einmal 8 Euro. Wir wollen unsere Kunden bei ihren Investitionen weiterhin als Partner zur Verfügung stehen. Daher genießt die Thesaurierung des Jahresüberschusses höchste Priorität“, meinte Asche heute.

Die Geldwelt wird digitaler

Der Sparkassenvorstand sieht einen weiteren Trend als ungebrochen. „Bankgeschäfte von unterwegs mit dem Smartphone oder Tablet zu erledigen hat im Alltag der Sparkassen-Kunden eine immer größere Bedeutung.“ Bei der Sparkasse wächst die Anzahl der Mobile Banking-Vorgänge schneller als das stationäre Online-Banking mit dem PC. „Mobiles Banking wird immer wichtiger für unsere Kunden, daher setzen die Sparkassen auf die konsequente Weiterentwicklung der Sparkassen-App.“ Zum Jahresende nutzten rund 6.000 Kunden die kostenlose Sparkassen-App regelmäßig. Beliebt sind unter anderem die Fotoüberweisung sowie der Bezahldienst „Kwitt“. Mit Kwitt kann schnell und einfach von Handy zu Handy ohne IBAN überwiesen werden; eine Echtzeitübertragung von Geld.

Aber auch die Internetfiliale der Nordhäuser Banker www.kskndh.de und das Online-Banking wurden im Jahr 2017 weiterentwickelt. „Viele Services lassen sich bequem vom Sofa aus nutzen: Freistellungsaufträge ändern, Dispositionskredite einrichten, Baufinanzierungen kalkulieren, Sorten und Edelmetalle bestellen und vieles mehr. Mehr als 18 Tausend Kunden nutzen vor allem die Funktionen des elektronischen Postfaches. In diesem können sicher und schnell Mitteilungen miteinander ausgetauscht oder Kontoauszüge eingestellt und langfristig abgelegt werden.

„Wie unsere Kunden mit uns in Kontakt treten oder Services abwickeln entscheiden sie selbst: gern persönlich vor Ort, über das eigene telefonische Kunden-Service-Center oder mobil via Sparkassen-App und dem Online-Banking. Wir sind die Einzigen, die neben Internet und Telefon am meisten zu bieten haben: 17 Standorte, 11 Filialen mit Beraterinnen und Beratern hier vor Ort im Landkreis, mehr als 200 Menschen, die für sie da sind. Gerade wenn einmal etwas nicht so gut läuft, weiß man einen persönlichen Ansprechpartner sehr zu schätzen“, erläutert Asche die Aufstellung der Sparkasse.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sieht der Sparkassen-Chef weiterhin als Wettbewerbsvorteil. Die Sparkasse beschäftigte im vergangenen Jahr rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter elf Auszubildende. „Auch in einer zunehmend online-bestimmten Welt sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtiger denn je. Denn wir Sparkassen wollen uns von den Wettbewerbern auch dadurch unterscheiden, dass auf allen Kommunikationswegen persönliche Ansprechpartner zur Verfügung stehen“, so Asche.

Für viele Kunden der Sparkasse ist es ebenso wichtig, dass ihre Bank nicht nur gewinnorientiert arbeitet, sondern auch „auf das Wohlergehen der Menschen und Unternehmen in ihrem Geschäftsgebiet achtet“. Asche weist darauf hin: „Genau das tut unsere Sparkasse: Zum einen zahlen wir hier vor Ort unsere Steuern. Zum anderen stellte die Sparkasse im Jahr 2017 rund 802.000 Euro an Spenden, PS-Zweckerträgen, Sponsoring- oder und Stiftungsmitteln und als Ausschüttung an den Landkreis Nordhausen zur Verfügung. Allein der Landkreis Nordhausen profitiert von 500.000 Euro an Ausschüttungen. Davon profitieren vor allem Vereine und Projekte aus den Bereichen Sport, Kultur, Jugend, Soziales, Denkmal- und Umweltschutz und Forschung zur Verfügung.“

In der Summe aller Tätigkeiten sieht der Vorstand sein Haus auf dem richtigen Weg und kann sich dabei auf ausgezeichnete Ergebnisse von Befragungen stützen. „Wir sind sehr stolz, dass unsere privaten und geschäftlichen Kunden unsere Arbeit wertschätzen“, so Asche. In einer Befragung der gewerblichen Kunden erhielt die Nordhäuser Sparkasse dafür Bestnoten. 95% der Kunden beurteilten die Gesamtleistung der Kreissparkasse Nordhausen mit „ausgezeichnet“, „sehr gut“ oder „gut“. „Dies zeigt ein hohes Maß an Vertrauen, welches der Sparkasse und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegengebracht wird. Das spornt uns an, unser erreichtes Beratungs- und Serviceniveau zu halten und weiter zu entwickeln“, so der Sparkassendirektor Asche weiter. In dem Ranking der Zufriedenheitswerte der Sparkassen in Thüringen und Hessen belegte die Nordhäuser Sparkasse mit ihren Werten einen Spitzenplatz.

„Nahezu alle Befragten gaben an, sich jederzeit wieder für unser Haus als Finanzdienstleistungspartner zu entscheiden und sind hoch zufrieden mit der persönlichen Betreuung durch unsere Beraterinnen und Berater vor Ort. Vor allem überzeugen unser Service und die Betreuung in den Filialen, die Freundlichkeit und Kompetenz unserer Berater sowie das Online-Banking-Angebot“, freut sich Asche. „Die Ergebnisse zeigen: die Kreissparkasse Nordhausen geht mit ihrer Qualitätsstrategie den richtigen Weg und versteht Kundenorientierung als Unternehmenskultur, bei der die Zufriedenheit der Kunden sowie eine langfristige Partnerschaft und Kundenbindung im Fokus stehen“, fasst Asche zusammen.

Zum Ausblick auf dieses Jahr sagte Asche, dass das Kreditgeschäft weiter ausgebaut werden könne und das Wertpapiere noch intensiver in den Fokus der Kunden stehen werden.
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Kommentare

11.01.2018, 12.05 Uhr
Sparer | Verlust bei den Zinserträgen ?
Amschel Meyer Rotschild ( 1744- 1812 ) deutscher Adliger und Bankier ; - IHR GELD IST NICHT WEG , MEIN FREUND , ES HAT NUR EIN ANDERER ! -
Viele Grüße an den Anderen, denn ich habe solche Summen leider nicht auf meinen Konten !
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