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Russische Verzauberung

Dienstag, 23. Oktober 2012, 07:54 Uhr
Das Klavierkonzert Nr.1 b-Moll von Peter Tschaikowski im Programm eines Sinfoniekonzertes ist stets ein Publikumsmagnet. Unter dem Motto „Russisch verzaubert“ erklang es auch, umrahmt durch die Tondichtung „Der verzauberte See“ von Anatoli Ljadow und die 4. Sinfonie von Alexander Glasunow, im ausverkauften 2. Sinfoniekonzert im Theater Nordhausen...


Das besondere Interesse der Zuhörer galt hier natürlich der erst 21jährigen jungen Pianistin Marina Yakhlakova. Sie wurde in Moskau geboren und studiert derzeit noch am dortigen Tschaikowski-Konservatorium. Damit besitzt sie zweifellos eine besondere Affinität zu Werk und Komponist, aber das allein war es nicht, was das Publikum am Ende zu spontanen Bravorufen und enthusiastischen Beifallsstürmen hinriss.

Zierlich von der Statur, jedoch kräftig im Anschlag zog sie das Publikum bereits nach den ersten majestätischen Akkorden der groß angelegten Einleitung zum ersten Satz des Klavierkonzertes von Tschaikowski in ihren Bann bis hin zum Verklingen des letzten Tones der 2.Zugabe. (Als 1. Preisträgerin des 7. Internationalen Franz Liszt Klavierwettbewerbes Weimar- Bayreuth entschied sie sich als Zugaben für eine von Liszt bearbeitete Fassung des Schubertschen Erlkönigs - hier lag die Melodiestimme mit im Klavierpart - und den nicht weniger anspruchsvollen Mephisto Walzer, ebenfalls von Liszt, letzteres schon fast zu umfangreich für eine Zugabe.)

Sie bestach nicht nur durch atemberaubende technische Brillanz, sondern überzeugte auch durch ihre einfühlsame Werkgestaltung. Ob in gefühlvoll ausgespielten Solopassagen, in der „Korrespondenz“ mit dem Orchester, ob schwelgerisch verspielt, immer perlten die Töne geradezu unter ihren Fingern hervor. Hoch konzentriert und mit zunehmender Spielfreude bereitete sie dem Publikum ein unvergessliches Konzerterlebnis voller Bewunderung ihres spielerischen Könnens und Respekt vor der Leistung des Abends. Möge sie sich mit ihrem Talent unter der Konkurrenz in der großen weiten Welt behaupten, möge ihr eine große Karriere beschieden sein.

Die tragende musikalische Säule im Konzert war das Loh- Orchester, das an diesem Abend mit einigen krankheitsbedingten Gast- und Umbesetzungen spielte. Es stand unter der Leitung des Gastdirigenten GMD Peter Kuhn. Der Dirigent selbst ging in der Musik auf, er riss dadurch die Musiker mit, die die Spannung bis zum Ende halten konnten.

Von der ruhigen Einleitung des Konzertes mit der Tondichtung von Ljadow spannte sich der Bogen über die Interpretation des grandiosen Klavierkonzertes von Tschaikowski, hier war Peter Kuhn der perfekte Mittler zwischen Orchester und Solistin, bis hin zum großen Finale mit der 4. Sinfonie, der „lyrischen“, von Glasunow, die Musik kehrte inhaltlich zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Beifall.
Christel Laude

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