Gemeinsam für Neustadt
Freitag, 15. August 2003, 14:47 Uhr
Nordhausen (nnz). Neustadt am Rande des Südharzes braucht sich über Mangel an Touristen nicht beklagen. Der Kurort ist bei der Auslastung der Bettenkapazität führend im Freistaat Thüringen. Aber es gibt auch Probleme. Mit Neustadts Bürgermeister Peter Sieckel sprach nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg.
nnz: Neustadt wurde 1999 staatlich anerkannter Kurort. Welche Auswirkungen hatte das auf den Tourismus?
Sieckel: Durch die Ernennung gab es in Neustadt eine unverkennbare positive Entwicklung. Wir haben die Übernachtungs- und Besucherzahlen erheblich steigern können. Die Auslastung der Bettenkapazität beträgt 48 Prozent und die durchschnittlichen Aufenthaltsdauer unserer Gäste 4,5 Tage. Damit liegen wir im Freistaat Thüringen mit an der Spitze.
nnz: In den vergangenen Jahren wurde im Ort auch viel investiert, oder?
Sieckel: In den zurück liegenden vier Jahren haben wir mehrere Millionen Euro in Neustadt investiert. Zu erwähnen wäre da beispielsweise die 2001 entstandene öffentliche Toilette und das neue Feuerwehrhaus. Wir sind dabei, das marode Herrenhaus bei der Domäne zu sanieren. Das Grundstück und das Gebäude wurde von der Gemeinde vor zwei Jahren käuflich erworben. Dort soll das Tourismuszentrum Einzug halten und einige Wohnungen für das betreute Wohnen entstehen.
nnz: Wie ist der Stand bezüglich des Golfplatzes?
Sieckel: Der Golfpark Neustadt/ Harz e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, über die Inanspruchnahme von Fördermitteln noch in diesem Jahr erste Aktivitäten bezüglich des Golfplatzes zu unternehmen. Schwerpunkt ist der Abriss der alten Gärtnerei, die bereits vom Verein käuflich erworben wurde.
nnz: Am Rande von Neustadt soll nach dem Willen eines Unternehmens Gips abgebaut werden. Welche Auswirkungen hätte das für den Tourismus?
Sieckel: Der geplante Gipsabbau im Bereich Günzdorfer Holz wäre für die weitere Entwicklung des Tourismus in Neustadt katastrophal. Wir haben uns dazu eindeutig gegenüber dem zuständigen Ministerium und der Landtagspräsidentin positioniert und hoffen auch auf die Unterstützung des Landrates Joachim Claus, dass der Gipsabbau vor Neustadts Toren unterbleibt. Wir leben schon seit Jahrzehnten mit dem Gipsabbau beispielsweise in Niedersachswerfen, den wir akzeptieren, aber Neuaufschlüsse werden wir mit allen Kräften verhindern. Bei uns ist der Tourismus Wirtschaftsfaktor Nummer Eins.
nnz: Wo sehen Sie in Neustadt in der nächsten Zeit noch Nachholbedarf?
Sieckel: Trotz der vielen guten Ergebnisse, gibt es einige Probleme, die wir unbedingt angehen müssen. Ein Schwerpunkt ist die noch nicht ganz fertiggestellte Kanalisation das Abwassers in der Planckestraße. Hier fehlen und momentan die finanziellen Mittel. Ein weiteres Problem stellen die Schwerlasttransporte dar, die aus dem Bereich des Unterberges bei Ilfeld nach wie vor durch unseren Ortteil Osterode und an der Peripherie von Neustadt fahren.
Für die rund 50.000 Urlauber im Jahr ist das sehr störend und auf die Dauer nicht hinnehmbar. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sanierung des Waldbades. Diesbezüglich wurden in diesen Tagen die ersten Zeichen gesetzt. Für den weiteren Fortgang setzen wir natürlich auch auf Fördermittel vom Freistaat. Vielleicht kann sich der neu ernannte Sozialminister Dr. Klaus Zeh diesbezüglich für uns einsetzen.
nnz: Im Ort gibt es seit elf Jahren den Neustädter Kur- und Fremdenverkehrsverein (NKFV). Wie bringt sich dieser Verein bei der Entwicklung des Ortes ein?
Sieckel: Wir haben den NKFV in den vergangenen Jahren neu aufleben lassen und es wurde ein neuer Vorstand gewählt, dessen Vorsitzen ich übernommen habe. Wir führen regelmäßig aller vierzehn Tage unseren Stammtisch mit den Leistungsträgern des Ortes durch. Dort werden beispielsweise gemeinsame Herangehensweisen bei der Lösung von Schwerpunktaufgaben besprochen und Veranstaltungen geplant. Unser Leitspruch ist Gemeinsam für Neustadt.
Der Verein nimmt eine Vorreiterstellung bei der Gestaltung und Entwicklung unseres Ortes ein und arbeitet sehr eng mit dem Südharzer Tourismusverband zusammen. Der Gemeinderat hat sich dafür positioniert, dass der NKFV jährlich eine bestimmte Summe für die Unterstützung des Tourismus-Marketings erhält, um nach außen verstärkt wirksam zu werden. Die erzielten Erfolge sprechen für sich.
nnz: Das Harzfest 2002 ist vielen Besuchern noch gut in Erinnerung. Welche Höhepunkte stehen in nächster Zeit im Kurort Neustadt an?
Sieckel: Am 23. und 24. August steht das Burgfest auf der Ruine Hohnstein an, das sicherlich viele Gäste anlocken wird. Ein weiterer Höhepunkt wird das Motorradtreffen Anfang September sein - ein Treffen der Bikerfreunde, bei dem nicht nur junge, sondern auch zahlreiche gestandene Freaks teilnehmen. Und im Herbst gibt es schließlich noch den Hohnstein Cup, ein Mountenbike-Wettbewerb um die Ruine Hohnstein.
nnz:Herr Sieckel, wir bedanken uns für dieses Gespräch.
Autor: rhnnz: Neustadt wurde 1999 staatlich anerkannter Kurort. Welche Auswirkungen hatte das auf den Tourismus?
Sieckel: Durch die Ernennung gab es in Neustadt eine unverkennbare positive Entwicklung. Wir haben die Übernachtungs- und Besucherzahlen erheblich steigern können. Die Auslastung der Bettenkapazität beträgt 48 Prozent und die durchschnittlichen Aufenthaltsdauer unserer Gäste 4,5 Tage. Damit liegen wir im Freistaat Thüringen mit an der Spitze.
nnz: In den vergangenen Jahren wurde im Ort auch viel investiert, oder?
Sieckel: In den zurück liegenden vier Jahren haben wir mehrere Millionen Euro in Neustadt investiert. Zu erwähnen wäre da beispielsweise die 2001 entstandene öffentliche Toilette und das neue Feuerwehrhaus. Wir sind dabei, das marode Herrenhaus bei der Domäne zu sanieren. Das Grundstück und das Gebäude wurde von der Gemeinde vor zwei Jahren käuflich erworben. Dort soll das Tourismuszentrum Einzug halten und einige Wohnungen für das betreute Wohnen entstehen.
nnz: Wie ist der Stand bezüglich des Golfplatzes?
Sieckel: Der Golfpark Neustadt/ Harz e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, über die Inanspruchnahme von Fördermitteln noch in diesem Jahr erste Aktivitäten bezüglich des Golfplatzes zu unternehmen. Schwerpunkt ist der Abriss der alten Gärtnerei, die bereits vom Verein käuflich erworben wurde.
nnz: Am Rande von Neustadt soll nach dem Willen eines Unternehmens Gips abgebaut werden. Welche Auswirkungen hätte das für den Tourismus?
Sieckel: Der geplante Gipsabbau im Bereich Günzdorfer Holz wäre für die weitere Entwicklung des Tourismus in Neustadt katastrophal. Wir haben uns dazu eindeutig gegenüber dem zuständigen Ministerium und der Landtagspräsidentin positioniert und hoffen auch auf die Unterstützung des Landrates Joachim Claus, dass der Gipsabbau vor Neustadts Toren unterbleibt. Wir leben schon seit Jahrzehnten mit dem Gipsabbau beispielsweise in Niedersachswerfen, den wir akzeptieren, aber Neuaufschlüsse werden wir mit allen Kräften verhindern. Bei uns ist der Tourismus Wirtschaftsfaktor Nummer Eins.
nnz: Wo sehen Sie in Neustadt in der nächsten Zeit noch Nachholbedarf?
Sieckel: Trotz der vielen guten Ergebnisse, gibt es einige Probleme, die wir unbedingt angehen müssen. Ein Schwerpunkt ist die noch nicht ganz fertiggestellte Kanalisation das Abwassers in der Planckestraße. Hier fehlen und momentan die finanziellen Mittel. Ein weiteres Problem stellen die Schwerlasttransporte dar, die aus dem Bereich des Unterberges bei Ilfeld nach wie vor durch unseren Ortteil Osterode und an der Peripherie von Neustadt fahren.
Für die rund 50.000 Urlauber im Jahr ist das sehr störend und auf die Dauer nicht hinnehmbar. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sanierung des Waldbades. Diesbezüglich wurden in diesen Tagen die ersten Zeichen gesetzt. Für den weiteren Fortgang setzen wir natürlich auch auf Fördermittel vom Freistaat. Vielleicht kann sich der neu ernannte Sozialminister Dr. Klaus Zeh diesbezüglich für uns einsetzen.
nnz: Im Ort gibt es seit elf Jahren den Neustädter Kur- und Fremdenverkehrsverein (NKFV). Wie bringt sich dieser Verein bei der Entwicklung des Ortes ein?
Sieckel: Wir haben den NKFV in den vergangenen Jahren neu aufleben lassen und es wurde ein neuer Vorstand gewählt, dessen Vorsitzen ich übernommen habe. Wir führen regelmäßig aller vierzehn Tage unseren Stammtisch mit den Leistungsträgern des Ortes durch. Dort werden beispielsweise gemeinsame Herangehensweisen bei der Lösung von Schwerpunktaufgaben besprochen und Veranstaltungen geplant. Unser Leitspruch ist Gemeinsam für Neustadt.
Der Verein nimmt eine Vorreiterstellung bei der Gestaltung und Entwicklung unseres Ortes ein und arbeitet sehr eng mit dem Südharzer Tourismusverband zusammen. Der Gemeinderat hat sich dafür positioniert, dass der NKFV jährlich eine bestimmte Summe für die Unterstützung des Tourismus-Marketings erhält, um nach außen verstärkt wirksam zu werden. Die erzielten Erfolge sprechen für sich.
nnz: Das Harzfest 2002 ist vielen Besuchern noch gut in Erinnerung. Welche Höhepunkte stehen in nächster Zeit im Kurort Neustadt an?
Sieckel: Am 23. und 24. August steht das Burgfest auf der Ruine Hohnstein an, das sicherlich viele Gäste anlocken wird. Ein weiterer Höhepunkt wird das Motorradtreffen Anfang September sein - ein Treffen der Bikerfreunde, bei dem nicht nur junge, sondern auch zahlreiche gestandene Freaks teilnehmen. Und im Herbst gibt es schließlich noch den Hohnstein Cup, ein Mountenbike-Wettbewerb um die Ruine Hohnstein.
nnz:Herr Sieckel, wir bedanken uns für dieses Gespräch.
