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Ein Jahr danach

Freitag, 15. August 2003, 14:25 Uhr
Ellrich/Schlottwitz (nnz). Ein Jahr nach der Jahrhundertflut in Sachsen: Gestern machte sich der Ellricher Bürgermeister erneut auf die Reise nach Schlottwitz. In der nnz berichtet Gerald Schröder über seine Erlebnisse und Eindrücke.


Wohltuend war für Schröder vor allem der herzliche Empfang im kleinen Ortsteil von Glashütte. Noch immer hingen die Lichterketten im Ort, mit denen am Mittwoch bereits an den Jahrestag der Flut gedacht wurde. Obwohl in den zurückliegenden zwölf Monaten „wahnsinnig viel geleistet“ worden war, ist Hilfe immer noch angebracht. Auch deshalb hatte der Ellricher neun Verrechnungsschecks in seiner Tasche. Insgesamt hatten die Ellricher Bürger und Unternehmen noch einmal 18.000 Euro gesammelt, damit erhöhte sich die finanzielle Hilfe aus dem Südharz auf sage und schreibe 50.000 Euro.

Der Schlottwitzer Ortsvorsteher Walter Warsch übermittelte Schröder die besten Grüße an alle, die gleich nach der Katastrophe geholfen hatten, der Dank gilt auch der Wohnungsbaugenossenschaft Nordhausen und den Kreistagsmitgliedern, deren Spenden Schröder vor einem Jahr mit nach Sachsen nahm. Noch immer jedoch gibt es auch im kleinen Schlottwitz viel zu tun. Das Paradoxe: Einige Menschen, die inzwischen ihre Häuser wieder aufgebaut haben, sollen diese jetzt wieder verlassen, da sie im Überschwemmungsgebiet stehen. Da ist zwar eine staatliche Entschädigung angesagt, die Ankündigung kommt jedoch zu spät. Es trifft hier vor allem die älteren Menschen, „die einfach nicht weg wollen“, so Gerald Schröder. Bleiben können sie, doch dann gibt es für die Immobilien keinerlei Versicherungsschutz.

Neben den finanziellen Hilfen, sind auch die Sachspenden nicht in Vergessenheit geraten. Noch immer sind zum Beispiel Mitarbeiter einer Ellricher Elektrofirma in regelmäßigen Abständen in Schlottwitz und helfen bei fachlichen Arbeiten. Während seines kurzen Besuches hat der Ellricher Bürgermeister angeboten, dass Schlottwitzer Familien zum Urlaub an den Südharz kommen können. Mit Zimmervermietern in seiner Einheitsgemeinde will er in den kommenden Tagen sprechen.
Autor: nnz

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