Die sechste Auflage
Mittwoch, 17. August 2011, 06:45 Uhr
Zum sechsten Mal nun absolvierte Bodo Schwarzberg die Überquerung des Harzes. Zum vierten Mal von West nach Ost. In der nnz berichtet der Wanderer über die Tour, die vom 12. bis 14. August stattfand. Heute einleitend zur Philosophie, zur Idee und den Tourdaten...
Zufällig getroffen: Schwarzberg mit Brocken-Benno
Zum vierten Mal nach 2001, 2005 und 2010 führte ich am vergangenen Wochenende Wanderer nonstop über den gesamten Harz entlang seiner größte Ausdehnung von West nach Ost mit Start im niedersächsischen Seesen über den Brocken in die Lutherstadt Eisleben. 2001 hieß das Ziel Wolferode etwa 4 km westlich von Eisleben. Mein damaliger Begleiter Klaus Weigel (damals Falkenstein im Vogtland) und ich waren die ersten Menschen, die den Harz von West nach Ost nonstop, das heißt mit zwei Nächten ohne Schlaf, zu Fuß erwanderten. Die Strecke wurde 2010 von einem Leipziger Wanderfreund mit 147 km vermessen.
So unglaublich normal, wie es heute für uns ist, das Gebirge von West nach Ost über den Brocken zu durchqueren zu können, ohne dabei erschossen oder zumindest festgenommen zu werden, so unglaublich ist dieser alljährliche Weg immer noch für mich. Lasst uns nun auch noch die verbliebenen Verwaltungsgrenzen sprengen, damit der Harz die Bedeutung bekommt, die ihm als nördlichstes Mittelgebirge Zentraleuropas gebührt.
Auch möchte ich mit dieser Veranstaltung zeigen, dass man den Harz nicht nur von Nord nach Süd, also z.B. zur alljährlich organisiert stattfindenden Harzquerung Wernigerode-Nordhausen, durchqueren kann. Der menschliche Körper und Geist ist in der Lage, das Gebirge auch von West nach Ost nonstop zu begehen.
Nonstop-Wanderungen über 100 oder mehr Kilometer waren nach meinen Informationen vor allem ein Phänomen der DDR und der damaligen Tschechoslowakei. Um 1975 wurden von Berliner und Dresdner Enthusiasten die ersten erfolgreichen Touren über derartige Streckenlängen angeboten. Das Besondere: Die Strecke von 100 km musste nonstop, also ohne nächtlichen Schlaf absolviert werden. Zu DDR-Zeiten wurde die Elitenbildung im Breitensport misstrauisch beäugt, geduldet, aber auch nicht gefördert. Ab Ende der 80-er Jahre gab es bereits einzelne Nonstop-Wanderungen über 125, 200 und nach der Wende erfolgreiche Rekordversuche bis zu 444 km nonstop mit dem Schwerpunkt Sachsen (Dresden).
Die Strecke mit Km-Angaben und geplanten Zeiten
Seesen (0, 23:00)-Lautenthal (11,5)-Bockswiese-Festenburg (22,5)-Oberschulenberg-Okerstausee (25,7)-Altenau (28,4)-Kellwassertal-Torfhaus (37,2)-Goetheweg-Brocken (45,3, 9:30)-Eckerloch-Schierke (52,4)-Elend (54,6)-Talsperre Mandelholz-Königshütte (61,4)-Trautenstein (68,8)-Radeweghaus-Stiege (81)-Hohe Straße-Güntersberge (86,2)-Selketal-Straßberg (92,4, 22:30)-Dankerode (101,8)-Wippertalsperre –Wippra (Zentrum, 118,3, 5:00)-Grillenberg (124,3)-Zollhaus-B 86 (130)-Hergisdorf (137)-Wimmelburg-Lutherstadt Eisleben (147, 12.45).
Den Zeitplan konnten wir bisher nur einmal, 2005, in Gänze einhalten.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnzZufällig getroffen: Schwarzberg mit Brocken-Benno
Zum vierten Mal nach 2001, 2005 und 2010 führte ich am vergangenen Wochenende Wanderer nonstop über den gesamten Harz entlang seiner größte Ausdehnung von West nach Ost mit Start im niedersächsischen Seesen über den Brocken in die Lutherstadt Eisleben. 2001 hieß das Ziel Wolferode etwa 4 km westlich von Eisleben. Mein damaliger Begleiter Klaus Weigel (damals Falkenstein im Vogtland) und ich waren die ersten Menschen, die den Harz von West nach Ost nonstop, das heißt mit zwei Nächten ohne Schlaf, zu Fuß erwanderten. Die Strecke wurde 2010 von einem Leipziger Wanderfreund mit 147 km vermessen.
Philosophie und Idee
Als Nordhäuser, Botaniker, Waldläufer und Naturschützer habe ich den Harz stets als einen Landschaftsraum gesehen, der durch poltische Grenzen künstlich geteilt wurde. Mit der West-Ost-Harzquerung möchte ich diese Einheit herausheben. Ich glaube, dass wir den Harz nur als Ganzes schützen und nachhaltig wirtschaftlich entwickeln können. Der Fall der Eisernen Vorhanges vor fast 22 Jahren schuf hierfür zuvor vollkommen undenkbare Voraussetzungen.So unglaublich normal, wie es heute für uns ist, das Gebirge von West nach Ost über den Brocken zu durchqueren zu können, ohne dabei erschossen oder zumindest festgenommen zu werden, so unglaublich ist dieser alljährliche Weg immer noch für mich. Lasst uns nun auch noch die verbliebenen Verwaltungsgrenzen sprengen, damit der Harz die Bedeutung bekommt, die ihm als nördlichstes Mittelgebirge Zentraleuropas gebührt.
Auch möchte ich mit dieser Veranstaltung zeigen, dass man den Harz nicht nur von Nord nach Süd, also z.B. zur alljährlich organisiert stattfindenden Harzquerung Wernigerode-Nordhausen, durchqueren kann. Der menschliche Körper und Geist ist in der Lage, das Gebirge auch von West nach Ost nonstop zu begehen.
Nonstop-Wanderungen über 100 oder mehr Kilometer waren nach meinen Informationen vor allem ein Phänomen der DDR und der damaligen Tschechoslowakei. Um 1975 wurden von Berliner und Dresdner Enthusiasten die ersten erfolgreichen Touren über derartige Streckenlängen angeboten. Das Besondere: Die Strecke von 100 km musste nonstop, also ohne nächtlichen Schlaf absolviert werden. Zu DDR-Zeiten wurde die Elitenbildung im Breitensport misstrauisch beäugt, geduldet, aber auch nicht gefördert. Ab Ende der 80-er Jahre gab es bereits einzelne Nonstop-Wanderungen über 125, 200 und nach der Wende erfolgreiche Rekordversuche bis zu 444 km nonstop mit dem Schwerpunkt Sachsen (Dresden).
Die Strecke mit Km-Angaben und geplanten Zeiten
Seesen (0, 23:00)-Lautenthal (11,5)-Bockswiese-Festenburg (22,5)-Oberschulenberg-Okerstausee (25,7)-Altenau (28,4)-Kellwassertal-Torfhaus (37,2)-Goetheweg-Brocken (45,3, 9:30)-Eckerloch-Schierke (52,4)-Elend (54,6)-Talsperre Mandelholz-Königshütte (61,4)-Trautenstein (68,8)-Radeweghaus-Stiege (81)-Hohe Straße-Güntersberge (86,2)-Selketal-Straßberg (92,4, 22:30)-Dankerode (101,8)-Wippertalsperre –Wippra (Zentrum, 118,3, 5:00)-Grillenberg (124,3)-Zollhaus-B 86 (130)-Hergisdorf (137)-Wimmelburg-Lutherstadt Eisleben (147, 12.45).
Den Zeitplan konnten wir bisher nur einmal, 2005, in Gänze einhalten.
Bodo Schwarzberg


