nnz-Betrachtung: Verheizen?
Freitag, 12. August 2011, 10:01 Uhr
Nun sind erste Namen in den Ring geworfen. Matthias Jendricke in der Stadt ist gesetzt, nominiert sind seit gestern auch zwei junge Männer, die für die Bündnisgrünen in den Kampf um die Eroberung von Landratsamt und Rathaus in Nordhausen ziehen wollen...
Die Bündnisgrünen in Nordhausen sind eine übersichtliche wie sympathische Partei. Ganze zehn Mitglieder kamen gestern zusammen, um John Dauert und Christian Darr zu wählen. Einstimmig.
Beide sind 26 Jahre jung, sie sind intelligent, beide wollen Politik machen, wollen gestalten. Wollen Stadt und Landkreis zusammen- und nach vorn bringen. Was ihnen jedoch fehlt, das sind Erfahrung und Bekanntheit, die man auch nicht "auf Befehl" herstellen kann. Wer kannte bislang schon John Dauert? Diese Frage ist nicht hinterlistig, sie muss einfach in den Raum geworfen werden. Der 26jährige hat wenig bis keine Erfahrung in kommunaler Politik oder Verantwortung in der Region, er kennt nicht die Spielregeln, kennt nicht einen Trick der Politik, um Macht zum Beispiel auch zu halten.
Und da haben wir Christian Darr, ebenfalls 26. Er ist zumindest im Umwelt- und Naturschutz eine bekannte "Größe". Er hat in Nordhausen studiert, hier seinen Diplomingenieur erworben, engagierte sich starkt im BUND. Wie John Dauert hat auch Darr aber kaum Einblicke in die Strukturen kommunaler Politik, vielleicht eignet er sich die in den kommenden Monaten an, vielleicht auch nicht.
Ich will es hier klar sagen: Wieder einmal verheizt eine Partei junge Menschen, führt sie vor und bietet dem Wähler nicht wirklich eine Alternative. Fakt ist doch, bei den anstehenden Bürgermeister- und Landratswahlen werden die Grünen nicht von Fukushima oder dem Atomaustieg profitieren. Das zählt an der kommunalen Basis nicht viel. Dass ein Christian Darr durchaus als Fachmann im Bereich der alternativen Energien gilt, das sei unbestritten. Doch alternative Energie machen beim Regieren im Nordhäuser Rathaus vermutlich 0,01 Prozent der täglichen Arbeit aus.
Das Verheizen junger Menschen, die in einigen Jahren für die Politik "alt genug" wären, hat bei den Bündnisgrünen Tradition. Bei den Bundestagswahlen im Jahr 2005 wurde der Hoffnungsträger Julian Karwath in den Ring geworfen. Das Ergebnis: 2,5 Prozent der Stimmen erhielt er. Und noch ein Beispiel: Selbst die kommunalpolitisch mehr als erfahrene Ursula Burkhardt bekam als Oberbürgermeisterkandidatin im Jahr 2006 mal gerade 4,5 Prozent der Stimmen.
Wenn es bei den Bündnisgrünen im Landkreis Nordhausen wirklich keine anderen Kandidaten geben sollte, dann könnte eben auch mal verzichtet werden. Christian Darr und John Dauert hätten noch einige Jahre auf die kommunalpolitische Weide geschickt werden müssen. Warum das nicht so ist, bleibt das Geheimnis einer kleinen, eingeschworenen und durchaus auch sympathischen Gruppe im Landkreis Nordhausen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDie Bündnisgrünen in Nordhausen sind eine übersichtliche wie sympathische Partei. Ganze zehn Mitglieder kamen gestern zusammen, um John Dauert und Christian Darr zu wählen. Einstimmig.
Beide sind 26 Jahre jung, sie sind intelligent, beide wollen Politik machen, wollen gestalten. Wollen Stadt und Landkreis zusammen- und nach vorn bringen. Was ihnen jedoch fehlt, das sind Erfahrung und Bekanntheit, die man auch nicht "auf Befehl" herstellen kann. Wer kannte bislang schon John Dauert? Diese Frage ist nicht hinterlistig, sie muss einfach in den Raum geworfen werden. Der 26jährige hat wenig bis keine Erfahrung in kommunaler Politik oder Verantwortung in der Region, er kennt nicht die Spielregeln, kennt nicht einen Trick der Politik, um Macht zum Beispiel auch zu halten.
Und da haben wir Christian Darr, ebenfalls 26. Er ist zumindest im Umwelt- und Naturschutz eine bekannte "Größe". Er hat in Nordhausen studiert, hier seinen Diplomingenieur erworben, engagierte sich starkt im BUND. Wie John Dauert hat auch Darr aber kaum Einblicke in die Strukturen kommunaler Politik, vielleicht eignet er sich die in den kommenden Monaten an, vielleicht auch nicht.
Ich will es hier klar sagen: Wieder einmal verheizt eine Partei junge Menschen, führt sie vor und bietet dem Wähler nicht wirklich eine Alternative. Fakt ist doch, bei den anstehenden Bürgermeister- und Landratswahlen werden die Grünen nicht von Fukushima oder dem Atomaustieg profitieren. Das zählt an der kommunalen Basis nicht viel. Dass ein Christian Darr durchaus als Fachmann im Bereich der alternativen Energien gilt, das sei unbestritten. Doch alternative Energie machen beim Regieren im Nordhäuser Rathaus vermutlich 0,01 Prozent der täglichen Arbeit aus.
Das Verheizen junger Menschen, die in einigen Jahren für die Politik "alt genug" wären, hat bei den Bündnisgrünen Tradition. Bei den Bundestagswahlen im Jahr 2005 wurde der Hoffnungsträger Julian Karwath in den Ring geworfen. Das Ergebnis: 2,5 Prozent der Stimmen erhielt er. Und noch ein Beispiel: Selbst die kommunalpolitisch mehr als erfahrene Ursula Burkhardt bekam als Oberbürgermeisterkandidatin im Jahr 2006 mal gerade 4,5 Prozent der Stimmen.
Wenn es bei den Bündnisgrünen im Landkreis Nordhausen wirklich keine anderen Kandidaten geben sollte, dann könnte eben auch mal verzichtet werden. Christian Darr und John Dauert hätten noch einige Jahre auf die kommunalpolitische Weide geschickt werden müssen. Warum das nicht so ist, bleibt das Geheimnis einer kleinen, eingeschworenen und durchaus auch sympathischen Gruppe im Landkreis Nordhausen.
Peter-Stefan Greiner
