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„Nathan der Weise“ im Schloss

Freitag, 12. August 2011, 06:45 Uhr
Ende Mai fand zur Wiedereröffnung des Schlosstheaters Blankenburg die Premiere von „Nathan der Weise“ in der Inszenierung des AndersweltTheaters statt. Inzwischen gastierte das Ensemble an anderen Orten und wird nun am Ende des Monats wieder in Blankenburg zu Gast sein...


Schauspieler aus Bremen, Berlin und Hildesheim haben sich den Initiatoren Christiane und Mario Jantosch angeschlossen und sich Lessings „Nathan“ am AndersweltTheater Stolberg gemeinsam gewidmet. Dabei gab es während der Beschäftigung mit dem Thema zahlreiche Momente des Erstaunens, wenn Lessings Text zu aktuellen Ereignissen während der Probenphase immer wieder Parallelen aufzeigte. Das Thema weltumspannender Glaubenskonflikte und von Konventionen geprägte Vorbehalte andersgläubiger Menschen untereinander war da längst nicht alles, was die Arbeit an dem Klassiker beeinflusste und prägte.
Aber auch komödiantische Momente kommen in der Inszenierung des AndersweltTheaters nicht zu kurz. Für viel Heiterkeit sorgt immer wieder die merkwürdige Verstrickung familiärer Bande, die sich am Ende natürlich auflöst. Ebenso fand der Witz, den der Derwisch (Klaus Michalski) und der Klosterbruder (Frank Watzke) einzubringen wussten, viel Beifall.

Die berühmte Ringparabel, die Nathan (Michael Hans Herrmann) dem Sultan Saladin offeriert, nachdem der die Frage nach der einzig wahren Religion gestellt hatte, setzt ihn in Erstaunen und zwingt ihn zum Nachdenken. Die Interpretationen der Parabel, sowie des Auftritts des Patriarchen von Jerusalem, sind ungewöhnlich und durchaus keck und lassen die Jahrhunderte zwischen den historischen Geschehnissen und unserem Heute vergessen. Eine Premierenbesucherin ließ sich versehendlich dazu hinreißen, sich in Bühnenlautstärke mit den Worten einzumischen; „Nichts hat sich verändert!“ Das Publikum der ersten Aufführungen dankte dem Ensemble mit viel Applaus und stehenden Ovationen.

Die Kostüme (Gizella Koppany) symbolisieren Ort und Zeit des Geschehens – Jerusalem zwischen den Kreuzzügen - und das Bühnenbild bedient sich der Symbole der drei großen Weltreligionen.

Das AndersweltTheater ist ein freies Theater, das vor zwei Jahren von der Theaterfamilie Jantosch gegründet wurde. Es arbeitet ohne Zuschüsse und finanziert sich allein durch Eintrittsgelder. Seit März diesen Jahres haben die Theaterleute in der Europastadt Stolberg direkt am Markt eine feste Spielstätte gefunden und ein fantasievoll eingerichtetes Märchencafé eröffnet. Dort gibt es zahlreiche Kleinkunstveranstaltungen für Kinder und Erwachsene zu erleben.

Karten für die Aufführung am 28.August um 15.00 Uhr und Informationen zu allen weiteren Veranstaltungen sind unter www.anderswelt-theater.de oder Telefon 034654 10550 sowie 0173 3816897erhältlich.
Autor: nnz

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