Flächenverbrauch steigt weiter
Freitag, 08. August 2003, 08:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Neu erschlossene Flächen für Siedlungen, Geschäfts-Immobilien und sonstiges Gewerbe fressen in Deutschland täglich 117 Hektar unberührte Natur. Ein Ende ist nicht abzusehen, wenn der Hunger der Städte und Planungsgemeinschaften auch kleiner zu werden scheint, wie nnz zu berichten weiß.
Um eine konkrete Vorstellung zu vermitteln: Der genannte tägliche Flächenverbrauch entspricht etwa 160 Fußballfeldern. Erstmals allerdings wuchs der Verbrauch seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebung 1993 langsamer als im Jahr zuvor. Bei Umweltschützern keimt die Hoffnung, dass der verhaltener steigende Flächenfraß Beginn einer Trendwende sein könnte. Denn dass immer mehr Landschaft verschwindet, während Städte, Gewerbegebiete und Verkehrswege wachsen, bringt ökologische Probleme.
Die Überschwemmungen der vergangenen Jahre haben auch etwas mit Flächenverbrauch zu tun, sagt Siegfried Bauer, Professor für Regionalplanung an der Universität Gießen und Sprecher des Arbeitskreises Zukunftsfähige Raumnutzung des BUND. Weil es in Städten stets einige Grad wärmer sei als in der Natur, spiele Flächenverbrauch auch bei der globalen Erwärmung eine Rolle. Zudem schrumpfe der Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Nach Angaben des Bundesamtes wurden 2001 insgesamt 428 Quadratkilometer Fläche neu bebaut. Das entspricht der Fläche Kölns oder der Hälfte Berlins. Die Statistiker machen die schwache Konjunktur für das Abbremsen verantwortlich – in Bauprojekte wurde weniger investiert.
Gegenwärtig sind 12,4 Prozent der Fläche der Bundesrepublik bebaut. 7,6 Prozent der Gesamtfläche des Landes sind mit Siedlungen bedeckt. Dass diese Flächen bislang immer schneller wuchsen, lag nicht an einer größer werdenden, sondern an einer anspruchvolleren Gesellschaft: Vor 50 Jahren hatte jeder Durchschnittsbürger 15 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, heute sind es 42. Auch ein Einkaufszentrum braucht mehr Fläche als drei Tante-Emma-Läden.
Mehr Siedlungen - mehr Verkehr. Die Allianz pro Schiene hat errechnet, dass die Summe aller Verkehrsflächen größer ist als das Land Thüringen. Das Umweltministerium kündigte am Mittwoch vergangener Woche wirksame Maßnahmen an, um den Flächenverbrauch zu verringern. Dazu zählten das Streichen der Eigenheimzulage und die Halbierung der Kilometerpauschale.
Autor: nnzUm eine konkrete Vorstellung zu vermitteln: Der genannte tägliche Flächenverbrauch entspricht etwa 160 Fußballfeldern. Erstmals allerdings wuchs der Verbrauch seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebung 1993 langsamer als im Jahr zuvor. Bei Umweltschützern keimt die Hoffnung, dass der verhaltener steigende Flächenfraß Beginn einer Trendwende sein könnte. Denn dass immer mehr Landschaft verschwindet, während Städte, Gewerbegebiete und Verkehrswege wachsen, bringt ökologische Probleme.
Die Überschwemmungen der vergangenen Jahre haben auch etwas mit Flächenverbrauch zu tun, sagt Siegfried Bauer, Professor für Regionalplanung an der Universität Gießen und Sprecher des Arbeitskreises Zukunftsfähige Raumnutzung des BUND. Weil es in Städten stets einige Grad wärmer sei als in der Natur, spiele Flächenverbrauch auch bei der globalen Erwärmung eine Rolle. Zudem schrumpfe der Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Nach Angaben des Bundesamtes wurden 2001 insgesamt 428 Quadratkilometer Fläche neu bebaut. Das entspricht der Fläche Kölns oder der Hälfte Berlins. Die Statistiker machen die schwache Konjunktur für das Abbremsen verantwortlich – in Bauprojekte wurde weniger investiert.
Gegenwärtig sind 12,4 Prozent der Fläche der Bundesrepublik bebaut. 7,6 Prozent der Gesamtfläche des Landes sind mit Siedlungen bedeckt. Dass diese Flächen bislang immer schneller wuchsen, lag nicht an einer größer werdenden, sondern an einer anspruchvolleren Gesellschaft: Vor 50 Jahren hatte jeder Durchschnittsbürger 15 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, heute sind es 42. Auch ein Einkaufszentrum braucht mehr Fläche als drei Tante-Emma-Läden.
Mehr Siedlungen - mehr Verkehr. Die Allianz pro Schiene hat errechnet, dass die Summe aller Verkehrsflächen größer ist als das Land Thüringen. Das Umweltministerium kündigte am Mittwoch vergangener Woche wirksame Maßnahmen an, um den Flächenverbrauch zu verringern. Dazu zählten das Streichen der Eigenheimzulage und die Halbierung der Kilometerpauschale.
