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nnz-Doku: Der Juli-Arbeitsmarkt 2003

Mittwoch, 06. August 2003, 13:30 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Arbeitsmarktdaten für den Monat Juli sind raus. Die nnz hat nicht nur die Daten für den Landkreis Nordhausen „herausgepickt“, sondern bietet in Ihrer doku-Reihe auch einen umfassenden Überblick für Nordthüringen an.


Zum Abschluss des Ausbildungsjahres haben wieder genau wie im Vorjahr viele Jugendliche im Anschluss keinen Arbeitsvertrag erhalten. Außerdem stellten sich nach dem Abitur junge Leute vorübergehend der Arbeitsvermittlung zur Verfügung. Dadurch wurden im Juli insgesamt fast 2.000 junge Menschen arbeitslos. Diese Entwicklung und die weiterhin schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt führten zu einem Anstieg der Arbeitslosmeldungen auf 4.700, nur im Januar wurden in diesem Jahr noch mehr Personen arbeitslos. Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb im Juli auf dem Niveau der Vormonate, so dass insgesamt die Arbeitslosigkeit spürbar anstieg.

Arbeitslosenzahl im Juli überdurchschnittlich hoch
Am Monatsende gab es in Nordthüringen 29.757 arbeitslose Frauen und Männer, 900 mehr als vor einem Monat. In den letzten zehn Jahren wurde in keinem Monat Juli so eine hohe Arbeitslosigkeit ausgewiesen. Allerdings ist ein Vergleich mit den Vorjahren nicht direkt möglich, weil die Beschäftigung auf dem zweiten Arbeitsmarkt in den letzten drei Jahren stetig rückläufig ist. So gab es im Juli des Vorjahres 1.482 Arbeitslose weniger, damals befanden sich aber fast 1.200 Personen mehr in geförderten Beschäftigungen des zweiten Arbeitsmarktes und weitere 880 Frauen und Männer mehr in Qualifizierungen.

Da der Schwerpunkt der Abschlussprüfungen in diesem Jahr im Juli lag, hat der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit die Lage auf dem Arbeitsmarkt insgesamt verschärft. Im Vorjahr ergab sich diese Situation bereits im Juni durch ein früheres Ausbildungsende. Ende Juli gab es 1.040 arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren mehr als Ende Juni, im gleichen Zeitraum ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen wie bereits genannt nicht so hoch angestiegen.

Insgesamt suchten 13.881 Männer einen Arbeitsplatz. Es gingen im Monat zwar über 650 Arbeitslosmeldungen von Männern mehr als im Vormonat ein, dennoch ist die Arbeitslosenzahl nur um 300 gegenüber dem Vormonat angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind aber 825 Männer mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei den Frauen ist im Juli ein kräftiger Anstieg zu verzeichnen. Insgesamt waren 15.876 Frauen registriert, 600 mehr als Ende Juni. Dadurch hat sich auch der Abstand zum Vorjahr spürbar erhöht. So gab es Ende Juni noch rund 230 arbeitslose Frauen mehr als vor Jahresfrist, Ende Juli ist der Abstand zum Vorjahresmonat auf fast 660 angestiegen. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen errechnet sich Ende Juli in Höhe von 19,3 Prozent, das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als zum Vormonatsende.

Auf der Basis der abhängigen zivilen Erwerbspersonen ergibt sich eine Quote von 20,8 Prozent. Davon beträgt die Quote der Männer 18,5 Prozent und ist um 0,4 Prozentpunkte angestiegen. Vor einem Jahr wurde hier noch ein Wert von 17,3 Prozent ermittelt. Von 22,4 auf 23,3 Prozent stieg die Arbeitslosenquote der Frauen im letzten Monat an, vor zwölf Monaten konnte noch ein Wert von 22,1 Prozent ausgewiesen werden.

Über 4.700 Arbeitslosmeldungen
4.730 Nordthüringer meldeten sich im Juli in den Dienststellen des Arbeitsamtes Nordhausen arbeitslos. Im Vergleich zum Juni mussten 1.138 Personen mehr in die Arbeitslosigkeit gehen, dieser Anstieg resultiert ausschließlich aus mehr Übertritten von Frauen und Männern unter 25 Jahren. Im Juli des Vorjahres gab es insgesamt 1.130 weniger Zugänge an arbeitslosen Personen. Vor ihrer Meldung gingen 2.030 Personen einer Beschäftigung nach, das bedeutet einen Anstieg um 324 gegenüber Juni und um rund 400 gegenüber Juli des Vorjahres. Die Zunahme dieser Meldungen resultiert zu einem Drittel aus beendetem Wehr- und Zivildienst und zu zwei Dritteln aus Entlassungen aus der Wirtschaft. Vor einem Jahr wurden über 400 Meldungen aus einer Beschäftigung weniger registriert.

Aus dem verarbeitenden Gewerbe wurden 300 Arbeitnehmer entlassen, über 100 mehr als im Juni. Das Baugewerbe setzte 300 Arbeitskräfte frei, weniger als im Vormonat, aber genau so viele wie vor einem Jahr. Im Handel verloren fast 190 Frauen und Männer ihren Arbeitsplatz, das sind so viele wie im Vor- und Vorjahresmonat. Betriebe, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen, entließen 170 Arbeitskräfte, rund 50 mehr als im Juni und ebenso viele mehr wie im Juli des Vorjahres.

Nach einer Ausbildung fanden 1.350 Teilnehmer nicht gleich im Anschluss einen Arbeitsplatz, das sind 780 Betroffene mehr als im Vormonat und sogar 800 mehr als im Juli des Vorjahres. Insgesamt wurden im Juni und Juli dieses Jahres 270 Meldungen nach einer Ausbildung mehr registriert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Von den gemeldeten Personen haben rund 1.000 nach einer Ausbildung noch nicht das 25. Lebensjahr überschritten. 463 dieser jungen Leute beendeten eine schulische und über 530 eine betriebliche Ausbildung, 107 haben keinen Abschluss erlangt.

Von 1.352 Frauen und Männern gingen Arbeitsgesuche ein, ohne dass vorher eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde. 550 dieser Personen stellten sich nach Arbeitsunfähigkeit wieder der Vermittlung zur Verfügung. Über 300 waren bereits einmal erwerbstätig, haben aber wegen Erziehungs- oder Pflegezeiten sowie aus anderen Gründen längere Zeit keine Arbeit gesucht. Eine Arbeitslosmeldung ohne vorherige Beschäftigungszeiten wurde von 300 Nordthüringern entgegen genommen, 250 davon waren unter 25 Jahren alt. Das sind vorwiegend Meldungen von Schulabgängern, die bis zu ihrem Eintritt in den Wehr- oder Zivildienst oder in ein Studium einen Job suchen.

Mehr Abmeldungen als im Juli des Vorjahres
Im Monatsverlauf haben 3.830 Personen die Arbeitslosigkeit beendet, knapp 110 weniger als im Juni, aber 194 mehr als im Juli des Vorjahres. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr begründet sich in mehr Abmeldungen in eine Beschäftigung. So meldeten sich im Juli 2002 rund 1.850 Frauen und Männer in Arbeit ab, im Berichtsmonat waren das über 2.090. In Beschäftigungen auf dem zweiten Arbeitsmarkt erhielten 235 Arbeitslose im Juli eine neue Chance. In der Wirtschaft nahmen 410 Arbeitnehmer ohne finanzielle Hilfen des Arbeitsamtes eine Tätigkeit auf. Durch die Bewilligung von Lohnkostenzuschüssen erhielten über 150 Arbeitsuchende einen Arbeitsplatz.

Über die verschiedenen Medien im Arbeitsamt und andere Stellen haben 870 Arbeitslose einen Job gefunden, und 260 wurden von ihrem vorherigen Arbeitgeber wieder eingestellt. Den Schritt in die Selbständigkeit wagten im Juli 90 Arbeitslose, fast 20 mehr als im Juli des Vorjahres. Für 80 junge Leute begann im Monat der Wehr- oder Zivildienst. Wegen einer Ausbildung meldeten sich 100 Personen im Arbeitsamt ab, 75 davon wegen der Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme. Aufgrund von Arbeitsunfähigkeit wurden 735 Frauen und Männer aus den Vermittlungsaktivitäten heraus genommen, fast 180 Arbeitslose kamen ihrer Meldepflicht nicht nach.

Aktive Förderleistungen zur Integration in den Arbeitsprozess
Zur Unterstützung der Vermittlungsaktivitäten wurden im Juli 1.460 Arbeitslosen Bewerbungs- oder Reisekosten gewährt. Für 420 Arbeitnehmer bewilligte das Arbeitsamt Mobilitätshilfen, wie zum Beispiel Fahrkosten-, Trennungskosten- und Ausrüstungsbeihilfen. Eingliederungszuschüsse zur aktiven Unterstützung der Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt erhielten Ende Juli 1.560 Arbeitnehmer, vor einem Jahr hatten über 470 Personen weniger Anspruch auf diese Leistungen. Von den Beziehern von Eingliederungszuschüssen sind über 1.000 älter als 50 Jahre. Neu gegründete Unternehmen erhielten für 150 Beschäftigte Eingliederungszuschüsse. Aus den im Jahr 2002 abgelaufenen Fördermaßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit wurde im Juli noch für 245 Personen die Beschäftigungshilfe gewährt. Damit ist die Zahl der Anspruchsberechtigten um 175 niedriger als vor einem Jahr.

Ebenfalls stark rückläufig ist die Beschäftigung in Strukturanpassungsmaßnahmen Ost für Wirtschaftsunternehmen. Ende Juli zahlte das Arbeitsamt für 218 Arbeitnehmer diese Förderung, im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um zwei Drittel niedriger. Für 507 Existenzgründer unterstützte das Arbeitsamt im Juli den Lebensunterhalt durch die Gewährung von Überbrückungsgeld. Für die Gründung einer Ich-AG entschieden sich im Berichtsmonat wieder 25 Arbeitslose, so dass die Zahl der Berechtigten für Existenzgründerzuschüsse auf 127 angestiegen ist. Über Beschäftigung schaffende Infrastrukturmaßnahmen hatten im Juli 66 Frauen und Männer eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt, das waren 9 mehr als im Juni und 22 mehr als im Juli des Vorjahres.

Beschäftigung schaffende Maßnahmen
Unverändert hoch ist die Beschäftigung in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. 1.474 Arbeitnehmer waren Ende Juli in 684 Maßnahmen tätig, genau so viele wie im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Beschäftigten um fast ein Drittel zurückgegangen. Im Bereich des Garten- und Landschaftsgartenbaues sind 350 Arbeitnehmer und bei sozialen Trägern 260 weniger beschäftigt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

In Strukturanpassungsmaßnahmen befanden sich Ende Juli noch 988 Frauen und Männer, fast 50 weniger als vor vier Wochen und 533 weniger als vor einem Jahr. Ende Juli förderte das Arbeitsamt aus Mitteln der Freien Förderung nach § 10 SGB III 900 Personen, für 124 davon wurden Eingliederungszuschüsse gewährt, und für 136 wird die berufliche Ausbildung unterstützt. Entsprechend den Festlegungen in den Existenzgründerpässen der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer erhalten 537 Existenzgründer über die Freie Förderung zusätzliche Hilfen.

Berufliche Weiterbildung
Für über 70 Arbeitsuchende begann im Berichtsmonat eine berufliche Weiterbildungsmaßnahme. Im Verlauf des Monats endeten für 370 Teilnehmer Maßnahmen, von denen 340 den angestrebten Abschluss erlangten. Dadurch ist insgesamt die Zahl der Qualifizierungsteilnehmer von 2.159 Ende des Vormonats auf 1.986 Ende Juli zurückgegangen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer waren Frauen, und fast die Hälfte streben einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf an. Ab September sind wieder mehr Maßnahmen in Vorbereitung.

Kurzarbeit
Im Juli wurde in 63 Betrieben kurz gearbeitet. Dies waren im Vergleich zum Vormonat nur 2 Betriebe weniger, aber im Vergleich zum Vorjahr 30 Betriebe mehr. Aus dem verarbeitenden Gewerbe zeigten 23 Unternehmen Kurzarbeit an, 2 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Juni ist aber die Zahl der Unternehmen im Baugewerbe von 12 auf 15 angestiegen. 13 Unternehmen aus Handel und Gastgewerbe, so viele wie im Vormonat, arbeiteten kurz. Leicht rückläufig ist die Zahl der betroffenen Unternehmen, die Dienstleistungen erbringen.

Die Anzahl der Kurzarbeiter verringerte sich zum Vormonat um 278 oder 30 Prozent auf 661. Allein auf eine Verbesserung der Auftragslage ist dieser Rückgang nicht zurückzuführen. Vielmehr haben Betriebsferien oder Jahresurlaub vieler Mitarbeiter die Kurzarbeiterzahl insgesamt sinken lassen. Zum Vorjahresmonat hat sich die Zahl der Kurzarbeiter fast verdoppelt. Ein Drittel des Anstiegs zum Vorjahreszeitraum resultiert aus dem verarbeitenden Gewerbe, das Baugewerbe verzeichnet eine leichte Steigerung. Die Hauptursache liegt aber in einer Erhöhung der Kurzarbeiterzahl in Dienstleistungsunternehmen. Für 250 Beschäftigte ergab sich ein Arbeitsausfall von mehr als 50 Prozent, 61 davon waren sogar mit 100 Prozent betroffen.

Frauen und Jugendliche besonders stark betroffen
Im Jahr 2002 tendierte die Frauenarbeitslosigkeit leicht abnehmend. Seit Jahresbeginn haben sich 1.210 Frauen mehr gemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings sind die Chancen der Frauen für Beschäftigungen im zweiten Arbeitsmarkt, in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen sowie in der Wirtschaft in diesem Jahr geringer als im Vorjahr. Dadurch ist im zweiten Quartal monatlich eine leichte Zunahme bei der Zahl der arbeitslosen Frauen zu verzeichnen. Von Juni auf Juli kam es zu einem spürbaren Anstieg der Zahl der betroffenen Frauen um 600, so dass im Vergleich zum Vorjahr ein kräftiger Anstieg erfolgte.

Im Berichtsmonat Juli meldeten sich 2.122 Frauen in den Geschäftsstellen des Arbeitsamtes arbeitslos. Dies waren 485 mehr als im Vormonat und 424 mehr als im Vorjahresmonat. 780 Frauen gingen vorher einer Beschäftigung nach, das sind über 100 mehr als vor einem Jahr. 292 beendeten im Juli ihre betriebliche und weitere 405 ihre schulische Ausbildung. Bei den Männern hatten 650 eine Ausbildung abgeschlossen.

Der Ausbildungsabschluss hat die Zahl der arbeitslosen Frauen unter 20 Jahren von 169 Ende Juni auf 416 Ende Juli ansteigen lassen. Vor einem Jahr waren dagegen in dieser Altersgruppe noch 70 junge Frauen mehr arbeitslos. Im Alter von 20 bis unter 25 Jahren stieg die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich an. Ende Juli dieses Jahres registrierten die Mitarbeiter des Arbeitsamtes 1.275 junge Frauen in diesem Alter, 250 mehr als vor vier Wochen und 160 mehr als vor einem Jahr.

Zwei Drittel der Erhöhung betrifft Arbeitnehmerinnen mit Angestelltenberufen. 8.350 Frauen suchten Ende Juli in diesen Berufen einen Arbeitsplatz, vor vier Wochen und vor einem Jahr waren das noch 400 weniger. Ende Juli befanden sich 47 Prozent der arbeitslosen Frauen länger als zwölf Monate in der Arbeitslosigkeit. Das bedeutet, dass 7.450 Frauen langzeitarbeitslos waren, 67 mehr als Ende Juni und 430 mehr als vor einem Jahr. Dagegen wurden 4.412 langzeitarbeitslose Männer Ende Juli betreut.

Ende des Berichtsmonats wurden 4.298 jüngere Arbeitslose unter 25 Jahren gezählt, das waren 1.040 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet das einen Zuwachs um 167 (4 Prozent). Von diesen jugendlichen Arbeitslosen haben 1.046 noch nicht das 20. Lebensjahr überschritten. Gegenüber Juni hat sich die Zahl der Betroffenen in dieser Altergruppe verdoppelt. Insgesamt ist in den kommenden Monaten erfahrungsgemäß durch Beginn des Wehr- und Zivildienstes sowie durch Eintritte in betriebliche und schulische Ausbildungen oder in ein Studium wieder mit einem spürbaren Rückgang der Arbeitslosenzahl bei Jugendlichen zu rechnen.

Außerdem werden die jungen Frauen und Männer konsequent in die überregionale Vermittlung aufgenommen und verstärkt auf den Schritt in das Berufsleben nach abgeschlossener Ausbildung vorbereitet. Dazu erfolgt eine ausschließliche Betreuung über die Projektvermittler des Arbeitsamtes. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr resultiert nicht aus den Monaten Juni und Juli, vielmehr gab es rund 400 Meldungen mehr von jungen Leuten im ersten Quartal.

Die regionale Entwicklung des Arbeitsmarktes
Die Arbeitslosenzahl hat sich in den einzelnen Landkreisen Nordthüringens gegenüber dem Vormonat, aber auch gegenüber dem Vorjahr kräftig erhöht. Im Vergleich zum Vormonat ist im Landkreis Nordhausen die höchste Zunahme zu verzeichnen. Ende des Monats gab es im Landkreis 10.030 Arbeitslose, 354 mehr als vor einem Monat. Dadurch stieg die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen auf 20,5 Prozent an, Ende Juni lag die Quote noch unter 20 Prozent. Im Juli wurden im Landkreis genau so viele Arbeitslose wie Ende April dieses Jahres gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl um rund 510 höher, vor allem durch den Anstieg der Männerarbeitslosenzahl um 340. Im Monatsverlauf meldeten sich rund 1.450 Frauen und Männer im Hauptamt arbeitslos, rund 240 mehr als im Juni. Aus einer Erwerbstätigkeit kamen 710 Arbeitnehmer, 570 davon aus der Wirtschaft. Trotz der 600 Meldungen von Jugendlichen unter 25 Jahren hat sich die Zahl bis zum Monatsende um 300 gegenüber Juni erhöht. Das resultiert aus den aktiven Vermittlungsbemühungen der Mitarbeiter des Hauptamtes unter Einbeziehung Dritter.

Insgesamt haben fast 1.100 Personen wieder die Arbeitslosigkeit beendet, rund 90 weniger als im Juni. Über 700 Frauen und Männer davon konnten eine Beschäftigung aufnehmen, 75 auf dem zweiten Arbeitsmarkt, 35 Arbeitslose wurden von den Personalserviceagenturen eingestellt. Im zweiten Arbeitsmarkt hatten 635 Arbeitnehmer eine Beschäftigung, fast so viele wie Ende Juni, aber 600 weniger als vor einem Jahr. Die Teilnehmerzahl in beruflichen Bildungsmaßnahmen ist wie in den Vormonaten weiter zurückgegangen, im Vergleich zum Vorjahr qualifizierten sich 133 weniger in geförderten Maßnahmen.

Im Kyffhäuserkreis waren 10.887 Personen Ende Juli arbeitslos, 258 mehr als vor einem Monat. Das ist der niedrigste Anstieg innerhalb der Landkreise. Im Vergleich zum Vorjahr wurden am Monatsende sogar 472 Arbeitslose mehr ausgewiesen, in den anderen Landkreisen liegt dieser Anstieg bei 500. Die Arbeitslosenquote errechnet sich für den Juli in Höhe von 23,4 Prozent und ist einen halben Prozentpunkt höher als Ende Juni. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 22 Prozent. Im Bezirk der Geschäftsstelle Artern erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 73 auf 5.683. In keiner anderen Geschäftsstelle Nordthüringens liegt der Anstieg unter 100, dennoch ist damit jeder vierte potenzielle Erwerbstätige in der Region ohne Job. Mit 25,4 Prozent ist die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte gegenüber Juni angestiegen, vor einem Jahr errechnete sich diese Quote in Höhe von 23,2 Prozent. Damals gab es fast 350 Arbeitslose weniger. In der Geschäftsstelle meldeten sich 978 Frauen und Männer arbeitslos, fast 200 mehr als im Juni. Die Arbeitslosigkeit beenden konnten 905 Personen, 367 durch eine Beschäftigung, genau so viele wie im Vormonat.

Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren stieg von 538 Ende Juni auf 659 Ende Juli an, das sind rund 50 weniger als vor einem Jahr. In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gab es am Monatsende 395 Beschäftigte, 26 weniger als vor vier Wochen. In Strukturanpassungsmaßnahmen ist mit 113 die Beschäftigtenzahl annährend gleich geblieben. Vor einem Jahr gab es fast 250 geförderte Arbeitsplätze im zweiten Arbeitsmarkt mehr. Die Teilnehmerzahl in beruflichen Bildungsmaßnahmen hat sich gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte verringert, 294 Teilnehmer wurden hier Ende Juli noch gefördert, über 70 weniger als vor vier Wochen und über 380 weniger als vor einem Jahr.

Für den Geschäftsstellenbezirk Sondershausen errechnete sich Ende Juli bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen eine um 0,7 Prozentpunkte höhere Arbeitslosenquote, sie betrug 21,6 Prozent. Das bedeutet, dass 5.204 Frauen und Männer in der Region der Geschäftsstelle arbeitslos waren, 185 mehr als vor einem Monat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Situation nur leicht verändert, insgesamt waren in diesem Jahr nur 127 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. 836 Frauen und Männer meldeten sich im Monatsverlauf arbeitslos, das waren über 300 mehr als im Juni, um 270 hat sich allein die Zahl von Jugendlichen unter 25 Jahren erhöht. Mehr Personen als im Juni konnten sich im Juli abmelden, von diesen 651 Personen haben 364 eine Arbeit aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr erhielten damit 164 mehr eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt. Für die jugendlichen Arbeitslosen konnten im Juli bereits Vermittlungen erfolgen, dennoch suchten noch 770 am Monatsende einen Job, 107 mehr als vor einem Jahr.

Die Beschäftigungsmöglichkeiten im zweiten Arbeitsmarkt sind gegenüber dem Vormonat gering um 11 angestiegen, insgesamt wurden hier 692 Personen gefördert, knapp zwei Drittel davon in Strukturanpassungsmaßnahmen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitnehmer in Beschäftigung schaffenden Maßnahmen um 64 niedriger.

Im Landkreis Eichsfeld gab es 8.840 Arbeitslose, 288 mehr als Ende Juni. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl um 500 angestiegen. Die Arbeitslosenquote betrug vor einem Jahr 14,1 Prozent, Ende Juli dieses Jahres 15,1 Prozent. Im Monatsverlauf mussten sich in der Geschäftsstelle Heiligenstadt 548 Personen arbeitslos melden, über 150 mehr als im Juni und 135 mehr als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig haben 377 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendet, 90 weniger als vor vier Wochen, auch 66 weniger als im Vorjahr. Dadurch stieg die Arbeitslosenzahl von 1.809 Ende Juni auf 2.980 Ende Juli an, und die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 13,7 Prozent. Vor einem Jahr waren 244 Arbeitslose weniger registriert, damals betrug die Quote 12,6 Prozent.

Die Angebote aus der Wirtschaft blieben im Juli unter denen des Vormonats, so dass 206 Arbeitslose eine Beschäftigung aufnehmen konnten, gegenüber 271 im Juni. Auch in der Geschäftsstelle Heiligenstadt wurden verstärkt von Jugendlichen Meldungen entgegen genommen. Fast 270 junge Leute wurden arbeitslos, dreimal so viele wie im Juni. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren entwickelte sich von 400 Ende Juni auf 560 Ende Juli. im Vorjahr waren 48 mehr registriert.

Durch 22 Vermittlungen in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ist die Arbeitnehmerzahl leicht angestiegen und betrug am Monatsende 205. Vor einem Jahr waren aber fast 60 Personen mehr in diesen Maßnahmen beschäftigt. Ebenfalls rückläufig zum Vorjahr sind die Arbeitsmöglichkeiten in Strukturanpassungsmaßnahmen, 89 Frauen und Männer arbeiteten hier, 40 weniger als vor einem Jahr und fast so viele wie vor einem Monat.

5.860 Arbeitslose registrierten Ende Juli die Mitarbeiter der Geschäftsstelle Leinefelde. Gegenüber Juni bedeutet dies einen Anstieg um 117 arbeitslose Personen, nur in der Geschäftsstelle Artern ist die Zunahme geringer. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen stieg um 0,3 Prozentpunkte gegenüber Juni auf 15,9 Prozent an. Vor einem Jahr gab es im Geschäftsstellenbezirk fast 260 Arbeitslose weniger, die Arbeitslosequote lag bei 15,1 Prozent. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres gingen im Juli rund 80 Frauen und Männer mehr in die Arbeitslosigkeit, die 920 Meldungen bedeuten aber 190 mehr als im Vormonat.

Aus einer Erwerbstätigkeit kamen davon 370, so viele wie im Juni. Zugenommen haben die Meldungen von jungen Leuten nach einer Ausbildung und nach Ende der Schulzeit. Insgesamt wurden 290 Jugendliche neu in das Vermittlungsgeschehen aufgenommen, wobei rund 40 erst einmal einen Beruf erlernen oder ein Studium beginnen müssen. Für die meisten Jugendlichen wird eine Vermittlung in Arbeit vorbereitet. Dennoch waren 210 Jüngere mehr am Monatsende arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr bedeuten die 892 Arbeitslosen unter 25 Jahren eine geringfügige Reduzierung.

In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen hatten 224 Personen eine Beschäftigung, so viele wie vor einem Monat. In Strukturanpassungsmaßnahmen wurden weniger Personen vermittelt als Maßnahmen endeten, so dass hier noch 109 Frauen und Männer tätig waren, 21 weniger als vor einem Monat. Insgesamt wurden im Geschäftsstellenbezirk fast 160 Arbeitnehmer weniger im zweiten Arbeitsmarkt gefördert. Um über 20 ging die Teilnehmerzahl in Qualifizierungen im Vergleich zum Vormonat auf 311 zurück. Vor einem Jahr qualifizierten sich noch ein Drittel mehr Teilnehmer in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen.
Autor: nnz

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