Noch viel zu tun!
Donnerstag, 31. Juli 2003, 15:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Landesentwicklungsplan (LEP) sorgt bereits in seinem Entwurf für ordentlich politischen Zündstoff. Doch das Kuriose daran: Er eint auch. Vor allem im Landkreis Nordhausen.
Nordhausen muß Oberzentrum werden. Dafür haben sich nicht nur die Parteien, sondern auch die Bürgermeister und der Landrat ausgesprochen (nnz berichtete). Diese Fixierung auf die Stadt Nordhausen ist eigentlich eine neue Qualität der Region im Umgang mit der Stadt. Das bestätigte auch Landrat Joachim Claus (CDU) der nnz. Dort, wo in der Vergangenheit immer eher skeptisch in Richtung Kreisstadt geschielt wurde, dort überwiegt jetzt die Sympathie für deren Stärkung. Nicht ohne Eigennutz, wissen Beobachter.
Denn nur eine gestärkte Stadt Nordhausen könnte sich positiv auf die Entwicklung der Region auswirken. Man würde partizipieren, von Ellrich bis Heringen. Und Angst vor einer Eingemeindung sei momentan unbegründet, meint der Landrat. Der übrigens versteht in Sachen Straßenbewertung im LEP die Welt in Erfurt sowieso nicht mehr. Da soll die B 4 plötzlich nicht mehr die Priorität genießen, wie bislang. Stattdessen erhält die B 247 durch den Unstrut-Hainich-Kreis und das Eichsfeld die Bedeutung. Hinter vorgehaltener Hand wittert man da in Nordhausen die neue politische Konstellation an der Spitze im Thüringer Kabinett als Verursacher.
Doch auch die SPD im Landkreis Nordhausen hat sich jetzt kritisch zum LEP geäußert. Das mit der Abstufung der B 4 hält Kreischefin Dagmar Becker für einen Skandal, zumal die CDU-Bundestags- und Landtagsabgeordneten vor Ort nicht müde werden, eine bessere Anbindung an Erfurt vom Bund zu fordern, jedoch im von der CDU allein regierten Thüringen werden die Prioritäten ins Eichsfeld verlagert zu Lasten unseres Landkreises, so die Sozialdemokratin gegenüber der nnz.
Ich vermisse weiterhin ein klares planerisches Wort bezüglich der Dimension des Gipsabbaus, so Becker weiter. Der Wille der Bürgerinnen und Bürger, auch parteienübergreifend der Politik, geht eindeutig zugunsten des Tourismus. Die Untertage liegenden Kalireserven werden nicht erwähnt, jedoch den landschaftszerstörenden Gipstagebauen werden keine Grenzen gesetzt. Auch hier gibt es ein Unisono mit Joachim Claus. Ein Abbau Günzdorf muß verhindert werden, auch deshalb werde ich die Etablierung eines Golfplatzes bei Neustadt unterstützen, so Claus im nnz-Gespräch.
Ich fordere unsere beiden Nordhäuser Minister Dr. Zeh und Reinholz, zuständig u.a. für Tourismus, auf, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und zugunsten des Landkreises Nordhausen und der Stadt Nordhausen, die nunmehr nur noch als Mittelzentrum eingestuft wird, Ihren Einfluss (der hoffentlich vorhanden ist) umgehend geltend zu machen. Übrigens, selbst im Freistaat Bayern, der gern als Vorbild genommen wird, sind Landesentwicklungspläne durch das Parlament zustimmungspflichtig, sagte Dagmar Becker.
Autor: nnzNordhausen muß Oberzentrum werden. Dafür haben sich nicht nur die Parteien, sondern auch die Bürgermeister und der Landrat ausgesprochen (nnz berichtete). Diese Fixierung auf die Stadt Nordhausen ist eigentlich eine neue Qualität der Region im Umgang mit der Stadt. Das bestätigte auch Landrat Joachim Claus (CDU) der nnz. Dort, wo in der Vergangenheit immer eher skeptisch in Richtung Kreisstadt geschielt wurde, dort überwiegt jetzt die Sympathie für deren Stärkung. Nicht ohne Eigennutz, wissen Beobachter.
Denn nur eine gestärkte Stadt Nordhausen könnte sich positiv auf die Entwicklung der Region auswirken. Man würde partizipieren, von Ellrich bis Heringen. Und Angst vor einer Eingemeindung sei momentan unbegründet, meint der Landrat. Der übrigens versteht in Sachen Straßenbewertung im LEP die Welt in Erfurt sowieso nicht mehr. Da soll die B 4 plötzlich nicht mehr die Priorität genießen, wie bislang. Stattdessen erhält die B 247 durch den Unstrut-Hainich-Kreis und das Eichsfeld die Bedeutung. Hinter vorgehaltener Hand wittert man da in Nordhausen die neue politische Konstellation an der Spitze im Thüringer Kabinett als Verursacher.
Doch auch die SPD im Landkreis Nordhausen hat sich jetzt kritisch zum LEP geäußert. Das mit der Abstufung der B 4 hält Kreischefin Dagmar Becker für einen Skandal, zumal die CDU-Bundestags- und Landtagsabgeordneten vor Ort nicht müde werden, eine bessere Anbindung an Erfurt vom Bund zu fordern, jedoch im von der CDU allein regierten Thüringen werden die Prioritäten ins Eichsfeld verlagert zu Lasten unseres Landkreises, so die Sozialdemokratin gegenüber der nnz.
Ich vermisse weiterhin ein klares planerisches Wort bezüglich der Dimension des Gipsabbaus, so Becker weiter. Der Wille der Bürgerinnen und Bürger, auch parteienübergreifend der Politik, geht eindeutig zugunsten des Tourismus. Die Untertage liegenden Kalireserven werden nicht erwähnt, jedoch den landschaftszerstörenden Gipstagebauen werden keine Grenzen gesetzt. Auch hier gibt es ein Unisono mit Joachim Claus. Ein Abbau Günzdorf muß verhindert werden, auch deshalb werde ich die Etablierung eines Golfplatzes bei Neustadt unterstützen, so Claus im nnz-Gespräch.
Ich fordere unsere beiden Nordhäuser Minister Dr. Zeh und Reinholz, zuständig u.a. für Tourismus, auf, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und zugunsten des Landkreises Nordhausen und der Stadt Nordhausen, die nunmehr nur noch als Mittelzentrum eingestuft wird, Ihren Einfluss (der hoffentlich vorhanden ist) umgehend geltend zu machen. Übrigens, selbst im Freistaat Bayern, der gern als Vorbild genommen wird, sind Landesentwicklungspläne durch das Parlament zustimmungspflichtig, sagte Dagmar Becker.
