Schwimmen in der Schule
Freitag, 08. Juli 2011, 12:43 Uhr
Schwimmunterricht in der Schule unerlässlich
Pünktlich zum Ferienstart stellt sich für viele Eltern die Frage, wie sicher ihre Kinder schwimmen können. Denn gerade im Urlaub baden Kinder nicht nur in Schwimmbädern, sondern auch in Seen oder im Meer, was Schwimmer auch auf die Probe stellen kann.
Leider überschätzen zahlreiche Eltern die schwimmerischen Fertigkeiten ihrer Kinder, meint Werner Hütcher, Koordinator des Schwimmunterrichts in Thüringer Schulen. Der Erwerb des Seepferdchens kann lebensrettend sein, bedeutet jedoch nicht, dass die Kinder sich damit sicher im Wasser bewegen können.
Nach dem Abschluss der Schwimmausbildung in der Thüringer Grundschule gelten Kinder erst dann als sichere Schwimmer, wenn sie mindestens 15 Minuten ausdauernd schwimmen können. Aus diesem Grund
sollten Eltern ihre Kinder auch nicht allein baden lassen: Eltern sollten ihre Kinder beim Schwimmen immer im Auge behalten, egal ob im Schwimmbad, am Gartenpool oder Meer. Schwimmhilfen bei Kleinkindern ersetzen nicht die Fürsorge- und Aufsichtspflicht der Eltern.
Jährlich ertrinken in Deutschland immer noch bis zu 400 Menschen. Trotz sinkender Zahlen bei den tödlichen Badeunfällen in den letzten Jahren bleiben die Risiken am Wasser hoch, besonders bei Kindern und älteren Menschen. Wie wichtig gerade in diesem Zusammenhang der Schwimmunterricht in der Schule ist, insbesondere in der Grundschule, weiß Werner Hütcher und beschreibt es als einen der sensibelsten Bereiche des Thüringer Sportunterrichts: Wie kaum eine andere Sportart bietet das Schwimmen neben der Sicherheit im Wasser ein enormes gesundheitsförderndes und freudbetonten Potential, so der Schulschwimmkoordinator.
Das Thüringer Kultusministerium hat 2008 ein
deutschlandweit einmaliges Projekt gestartet. In jedem Schulamtsbereich ist ein Schulschwimmkoordinator für alle Fragen Schwimmunterrichts verantwortlich und hält die Sportlehrer gemeinsam mit den Sport-Fachberatern fit. Thüringen hat strenge Zugangsbedingungen für die
Lehrkräfte, die den Schwimmunterricht erteilen dürfen. Diese müssen Sportlehrer und ausgebildete Rettungsschwimmer sein sowie sich regelmäßigen Fortbildungen stellen. Ein Sportlehrer darf maximal 15 Kinder gleichzeitig unterrichten, erläutert Werner Hütcher.
Die Weiterbildungen erfolgen mit Unterstützung des Thüringer Institutes für Lehrerfortbildung, der Unfallkasse Thüringen und den Partnern von der DLRG und Wasserwacht Thüringen. Der Einsatz der Schulschwimmkoordinatoren zeigt erste Erfolge. Während im Schuljahr 2006/07 nur 75 Prozent der Thüringer Kinder am Ende der 4. Klasse 15 Minuten ausdauernd schwimmen konnten, waren es nach dem Schuljahr 2009/10 schon 78 Prozent. Das ist ein positives Resultat, jedoch kein Grund zur Zufriedenheit, meint Werner Hütcher. Faktisch jedes fünfte Kind kann nicht sicher schwimmen. Fast fünf Prozent der knapp 17.000 Thüringer Kinder, die am Schwimmunterricht teilgenommen haben, schafften es nicht, 25 Meter zu schwimmen. Diese Kinder zu fördern, ist eine zentrale Aufgabe. Dazu gehört es, spezielle Förderangeboten zu schaffen.
Der größte Erfolg in Thüringen ist aus Sicht Werner
Hütchers zweifelsfrei, dass der obligatorische Schwimmunterricht flächendeckend abgesichert wird. In
diesem Zusammenhang fordert er als der Schulschwimmkoordinator des Landes Thüringen den Erhalt von Bädern. Mit der Zusammenlegung der Staatlichen Schulämter ist die Installation eines flächendeckenden Referentensystems für das Schulschwimmen vorgesehen. Erst vor wenigen Monaten
haben elf Schwimmlehrer aus ganz Thüringen einen ersten Schritt dafür getan, indem sie einen Lehrschein – Retten der DLRG erworben haben. Die Anstrengungen müssen fortgesetzt werden, damit Thüringen vielleicht in einigen Jahren als Land der ‚sicheren Schwimmer’ bezeichnet werden darf, ist sich Werner Hütcher sicher
Autor: nnzPünktlich zum Ferienstart stellt sich für viele Eltern die Frage, wie sicher ihre Kinder schwimmen können. Denn gerade im Urlaub baden Kinder nicht nur in Schwimmbädern, sondern auch in Seen oder im Meer, was Schwimmer auch auf die Probe stellen kann.
Leider überschätzen zahlreiche Eltern die schwimmerischen Fertigkeiten ihrer Kinder, meint Werner Hütcher, Koordinator des Schwimmunterrichts in Thüringer Schulen. Der Erwerb des Seepferdchens kann lebensrettend sein, bedeutet jedoch nicht, dass die Kinder sich damit sicher im Wasser bewegen können.
Nach dem Abschluss der Schwimmausbildung in der Thüringer Grundschule gelten Kinder erst dann als sichere Schwimmer, wenn sie mindestens 15 Minuten ausdauernd schwimmen können. Aus diesem Grund
sollten Eltern ihre Kinder auch nicht allein baden lassen: Eltern sollten ihre Kinder beim Schwimmen immer im Auge behalten, egal ob im Schwimmbad, am Gartenpool oder Meer. Schwimmhilfen bei Kleinkindern ersetzen nicht die Fürsorge- und Aufsichtspflicht der Eltern.
Jährlich ertrinken in Deutschland immer noch bis zu 400 Menschen. Trotz sinkender Zahlen bei den tödlichen Badeunfällen in den letzten Jahren bleiben die Risiken am Wasser hoch, besonders bei Kindern und älteren Menschen. Wie wichtig gerade in diesem Zusammenhang der Schwimmunterricht in der Schule ist, insbesondere in der Grundschule, weiß Werner Hütcher und beschreibt es als einen der sensibelsten Bereiche des Thüringer Sportunterrichts: Wie kaum eine andere Sportart bietet das Schwimmen neben der Sicherheit im Wasser ein enormes gesundheitsförderndes und freudbetonten Potential, so der Schulschwimmkoordinator.
Das Thüringer Kultusministerium hat 2008 ein
deutschlandweit einmaliges Projekt gestartet. In jedem Schulamtsbereich ist ein Schulschwimmkoordinator für alle Fragen Schwimmunterrichts verantwortlich und hält die Sportlehrer gemeinsam mit den Sport-Fachberatern fit. Thüringen hat strenge Zugangsbedingungen für die
Lehrkräfte, die den Schwimmunterricht erteilen dürfen. Diese müssen Sportlehrer und ausgebildete Rettungsschwimmer sein sowie sich regelmäßigen Fortbildungen stellen. Ein Sportlehrer darf maximal 15 Kinder gleichzeitig unterrichten, erläutert Werner Hütcher.
Die Weiterbildungen erfolgen mit Unterstützung des Thüringer Institutes für Lehrerfortbildung, der Unfallkasse Thüringen und den Partnern von der DLRG und Wasserwacht Thüringen. Der Einsatz der Schulschwimmkoordinatoren zeigt erste Erfolge. Während im Schuljahr 2006/07 nur 75 Prozent der Thüringer Kinder am Ende der 4. Klasse 15 Minuten ausdauernd schwimmen konnten, waren es nach dem Schuljahr 2009/10 schon 78 Prozent. Das ist ein positives Resultat, jedoch kein Grund zur Zufriedenheit, meint Werner Hütcher. Faktisch jedes fünfte Kind kann nicht sicher schwimmen. Fast fünf Prozent der knapp 17.000 Thüringer Kinder, die am Schwimmunterricht teilgenommen haben, schafften es nicht, 25 Meter zu schwimmen. Diese Kinder zu fördern, ist eine zentrale Aufgabe. Dazu gehört es, spezielle Förderangeboten zu schaffen.
Der größte Erfolg in Thüringen ist aus Sicht Werner
Hütchers zweifelsfrei, dass der obligatorische Schwimmunterricht flächendeckend abgesichert wird. In
diesem Zusammenhang fordert er als der Schulschwimmkoordinator des Landes Thüringen den Erhalt von Bädern. Mit der Zusammenlegung der Staatlichen Schulämter ist die Installation eines flächendeckenden Referentensystems für das Schulschwimmen vorgesehen. Erst vor wenigen Monaten
haben elf Schwimmlehrer aus ganz Thüringen einen ersten Schritt dafür getan, indem sie einen Lehrschein – Retten der DLRG erworben haben. Die Anstrengungen müssen fortgesetzt werden, damit Thüringen vielleicht in einigen Jahren als Land der ‚sicheren Schwimmer’ bezeichnet werden darf, ist sich Werner Hütcher sicher

