Abschlußkonzert in Arnstadt
Montag, 28. Juli 2003, 08:28 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Kreis schließt sich. Dort, wo vor vier Wochen der Thüringer Orgelsommer seinen Auftakt gefeiert hatte, fand am Sonntag Abend das Abschlusskonzert statt. In der sehr gut gefüllten Johann-Sebastian-Bach-Kirche in Arnstadt standen Werke für Orgel und Blechbläserensemble auf dem Programm. Eine Betrachtung von Katrin Landgraf.
Dabei ist festzuhalten, dass die Arnstädter Bachkirche zwei Orgeln hat. Da ist zum einem die zweimanualige barocke Wender-Orgel, auf der Bach selbst gespielt hatte und deren Windzufuhr nicht etwa vom Motor kommt, wie es bei den meisten Orgeln üblich ist, sondern ganz nach altem Brauch von menschlicher Hand. Zum anderen kann man dort die dreimanualige Steinmeyer-Orgel bewundern, von der man eigentlich nur den Spieltisch sieht. Das Orgelprospekt und sämtliche Pfeifen sind hinter einer Wand versteckt, was den Klang gedämpft und sehr weich macht, selbst bei einem Tutti Einsatz.
Dann hat diese Orgel noch den Vor- bzw. den Nachteil (kommt darauf an, von welcher Position aus man das betrachtet), dass sie auf der zweiten Empore der Kirche steht und man somit von der dritten Empore den Organisten praktisch auf die Hände und in die Noten sehen kann. Dies führte letztendlich auch zu dem Kommentar eines Besuchers: "Da sind gar nicht so viele schwarze Noten, wie es klingt." über das Werk Pezzo Festoso von Hendrik Andriessen, dass von dem Holländer Ton van Eck gespielt wurde. Aber was in den Noten gut und viel aussieht muß lange nicht gut klingen. Weniger ist manchmal mehr.
Im weiteren Verlauf war von Antonin Vivaldi das Concerto d-Moll, gespielt von Jens Goldhardt, der gleichzeitig die Leitung über das Konzert hatte, zu hören. Hatte man den Vergleich zu dem Konzert in Sondershausen, wo das Werk letzte Woche schon aufgeführt wurde, so hatte man hier die klangliche Vielfalt und das Volumen vermisst, was an einer größeren Orgel einfach gegeben ist.
Als technische Schwierigkeit stellte sich die Drei Processionals von Georg Friedrich Händel für Orgel und Blechbläser heraus, da die Distanz von der Orgel zum Bläserensemble sehr groß war. So stand die Solisten dem Organisten zwar gegenüber, aber auf der anderen Seite der Kirche im Altarraum, was akustisch schwierig zu bewältigen ist. So war es interessant zu beobachten, wie sich die Musiker untereinander verständigten, wenn es um gemeinsame Schlußakkorde oder um Einsätze ging. Doch dank der enthusiastischen Art Jens Goldhardts Orgel zu spielen, dürfte es den Bläsern nicht weiter schwer gefallen sein, ihre Einsätze im richtigen Moment zu spielen.
Dieser Enthusiasmus war auch sehr deutlich im Introitus, Choral und Fuge von Johann Nepomuk David zu spüren, in das der Organist, so schien es, seine ganze Kraft und Seele setzte und nebenbei noch die neun Blechbläser dirigierte. Da blieb ein tosender, nicht enden wollender Applaus natürlich nicht aus und als Zugabe spielten noch einmal alle elf Musiker gemeinsam - mit einer Orgel (Ton van Eck) und zehn Blechbläsern (Blechbläserensemble einschließlich Jens Goldhardt).
Katrin Landgraf
Autor: nnzDabei ist festzuhalten, dass die Arnstädter Bachkirche zwei Orgeln hat. Da ist zum einem die zweimanualige barocke Wender-Orgel, auf der Bach selbst gespielt hatte und deren Windzufuhr nicht etwa vom Motor kommt, wie es bei den meisten Orgeln üblich ist, sondern ganz nach altem Brauch von menschlicher Hand. Zum anderen kann man dort die dreimanualige Steinmeyer-Orgel bewundern, von der man eigentlich nur den Spieltisch sieht. Das Orgelprospekt und sämtliche Pfeifen sind hinter einer Wand versteckt, was den Klang gedämpft und sehr weich macht, selbst bei einem Tutti Einsatz.
Dann hat diese Orgel noch den Vor- bzw. den Nachteil (kommt darauf an, von welcher Position aus man das betrachtet), dass sie auf der zweiten Empore der Kirche steht und man somit von der dritten Empore den Organisten praktisch auf die Hände und in die Noten sehen kann. Dies führte letztendlich auch zu dem Kommentar eines Besuchers: "Da sind gar nicht so viele schwarze Noten, wie es klingt." über das Werk Pezzo Festoso von Hendrik Andriessen, dass von dem Holländer Ton van Eck gespielt wurde. Aber was in den Noten gut und viel aussieht muß lange nicht gut klingen. Weniger ist manchmal mehr.
Im weiteren Verlauf war von Antonin Vivaldi das Concerto d-Moll, gespielt von Jens Goldhardt, der gleichzeitig die Leitung über das Konzert hatte, zu hören. Hatte man den Vergleich zu dem Konzert in Sondershausen, wo das Werk letzte Woche schon aufgeführt wurde, so hatte man hier die klangliche Vielfalt und das Volumen vermisst, was an einer größeren Orgel einfach gegeben ist.
Als technische Schwierigkeit stellte sich die Drei Processionals von Georg Friedrich Händel für Orgel und Blechbläser heraus, da die Distanz von der Orgel zum Bläserensemble sehr groß war. So stand die Solisten dem Organisten zwar gegenüber, aber auf der anderen Seite der Kirche im Altarraum, was akustisch schwierig zu bewältigen ist. So war es interessant zu beobachten, wie sich die Musiker untereinander verständigten, wenn es um gemeinsame Schlußakkorde oder um Einsätze ging. Doch dank der enthusiastischen Art Jens Goldhardts Orgel zu spielen, dürfte es den Bläsern nicht weiter schwer gefallen sein, ihre Einsätze im richtigen Moment zu spielen.
Dieser Enthusiasmus war auch sehr deutlich im Introitus, Choral und Fuge von Johann Nepomuk David zu spüren, in das der Organist, so schien es, seine ganze Kraft und Seele setzte und nebenbei noch die neun Blechbläser dirigierte. Da blieb ein tosender, nicht enden wollender Applaus natürlich nicht aus und als Zugabe spielten noch einmal alle elf Musiker gemeinsam - mit einer Orgel (Ton van Eck) und zehn Blechbläsern (Blechbläserensemble einschließlich Jens Goldhardt).
Katrin Landgraf
