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22facher Traum erfüllt

Mittwoch, 29. Juni 2011, 15:45 Uhr
Wow – Aufatmen bei den Akteuren, Aufatmen beim Regieteam, als sich der Vorhang schließt. Die Premiere von „Alice im Wunderland“ ist vorbei, die 250 Zuschauer sind begeistert. Stürmischer Applaus und immer wieder Bravo-Rufe schallen durch das Nordhäuser Theater...

Toll (Foto: Theater Nordhausen) Toll (Foto: Theater Nordhausen)

„Genauso hatte ich mir das vorgestellt“, sagt freudestrahlend Axel Heck vom Organisationsteam „Tag der Legenden“, das durch eine große Spende 22 Mädchen und Jungen aus Nordhausen einen Traum erfüllte. Es sind Kinder, die sich in dieser Gruppe im Februar das erste Mal begegneten und bis dahin mit Theater nicht in Berührung gekommen waren. Das sollte sich für ein halbes Jahr ändern.


Die beiden Theaterpädagoginnen Bianca Sue Henne und Daniela Zinner sowie die Zirkuspädagogin Steffi Böttcher hatten mit den Mädchen und Jungen das Kindermusical „Alice im Wunderland“ erarbeitet. Dort, wo normalerweise gestandene Profis die Zuschauer erfreuen – im Theater Nordhausen. Keine leichte Aufgabe. Es war mehr zu bewältigen als nur Text zu lernen. Die Kinder und Jugendlichen mussten begreifen, dass sie nur als Team agieren können, lernen, sich unterzuordnen, den anderen anzunehmen.

Je nachdem, was der einzelne am besten konnte, bekam er seine Rolle mit Schauspiel und Gesang, Tanz oder Artistik. Fünf Monate harte Probenarbeit folgten. Der Termin der Premiere rückte immer näher. Dementsprechend aufgeregt waren die Mädchen und Jungen.

Als schließlich vor ein paar Tagen die Proben in Kostüm und Maske folgten, war aus den Kindern und Jugendlichen ein kleines Ensemble geworden, das sich bewusst war, auf einer großen Bühne Theater zu spielen. Sie fühlten sich wie die „Großen“, fanden schnell Kontakt zu den Theatermitarbeitern und achteten sehr darauf, dass die wunderschönen Kostüme nicht schmutzig wurden.

Dann war es endlich soweit. Die Zuschauer hatten Platz genommen, das Saallicht ging aus und der Vorhang öffnete sich für „Alice im Wunderland“. Was die Besucher in der nächsten Stunde zu sehen bekamen, war eine märchenhafte Geschichte, die mit viel Engagement von allen Beteiligten entstanden war. Viel Applaus gab es für die einzelnen Szenen. Die Darsteller entpuppten sich als Jongleure, Trampolinspringer, Schauspieler, Sänger und Tänzer. Es machte großen Spaß, dem Treiben auf der Bühne zuzuschauen.

Die Kinder haben Theaterluft geschnuppert, gespürt, welchen Aufwand es bedeutet, ein Stück auf die Bühne zu bringen. Einige möchten dabei bleiben, wollen in den Zirkus Zappelini oder zum Theaterjugendclub. Damit wäre ein weiteres Ziel dieses einzigartigen Projektes, das unter der Trägerschaft vom studio 44 e.V. stand und auch vom Freistaat mitfinanziert wurde, erreicht, nämlich nachhaltig zu wirken.
Autor: nnz

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