Gänsehauteffekt und Standing Ovation
Samstag, 26. Juli 2003, 08:48 Uhr
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Bei dem Werk hatte ich nur ein Bild vor Augen. Ein dicker König im viel zu großen Umhang stolpert immer wieder über sich selbst. Ich hatte das Gefühl, dass die Orgel sich überholen wollte, dies aber nicht wirklich schaffte, weil eine Steigerung nicht wirklich möglich war. Ein Werk mit Gänsehauteffekt.
So kommentierte Katrin Strauß aus Halle Introitus, Choral und Fuge für Orgel und neun Blasinstrumente Werk 25 von Johann Nepomuk David, dass zum Konzert des Thüringer Orgelsommers am Mittwoch Abend in der Trinitatiskirche Sondershausen erklang. Wahrhaft majestätisch und heroisch wirkte das Werk jedoch erst zum Ende hin, da es die gleiche Dramaturgie wie die der 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven verfolgt: vom Dunkel zum Licht.
So war das Introitus noch mystisch verschleiert, aber aufsteigend; geradezu verlangend hungerte es nach Auflösung der Verschleierung. Doch auch der Choral läßt uns noch im Ungewissen. Erst die Fuge, die wie das Introitus beginnt, jedoch noch viel drängender ist, bringt schließlich die Auflösung des umwobenen Themas, durch einen markanten Bläsereinsatz, der eben diesen heroisch majestätischen Effekt erzeugt, der Anfangs beschrieben wurde und dessen gewaltiges Ausmaß nicht mehr zu Toppen ist.
Gut, dass dieses Stück am Schluß des Konzerts auf dem Programm stand, sonst hätte man die Standing Ovation für das Werk David’s wahrscheinlich nicht mit einer Zugabe belohnen können. In dieser griff der Organist Jens Goldhardt dann selbst zur Posaune, um sich zwischen die Reihen des Posaunenchors zu mischen und gleichzeitig zu demonstrieren, dass man mit diesem Instrument während des Spielens auch dirigieren kann.
Die über hundert teils von weit her an gereisten Gäste (weit vor allem wegen der vielen Umleitungen um und in Sondershausen) erfreuten sich auch noch an Werken von Mozart, Händel, Pachelbel und an dem genialen Concerto d-Moll, RV 565 von Antonin Vivaldi, dass erst von Johann Sebastian Bach für Orgel umgeschrieben wurde und vor allem durch seine Leichtigkeit und Eleganz besticht. Neben Davis’s Introitus, Choral und Fuge wohl das schönste Stück des Abends, den auch sehr hohen Eintrittspreise, schlechtes Wetter und die Baustelle vor der Kirche, die es schwer machte, überhaupt den Eingang zu finden, nicht trüben konnte.
Katrin Landgraf
Autor: nnzSo kommentierte Katrin Strauß aus Halle Introitus, Choral und Fuge für Orgel und neun Blasinstrumente Werk 25 von Johann Nepomuk David, dass zum Konzert des Thüringer Orgelsommers am Mittwoch Abend in der Trinitatiskirche Sondershausen erklang. Wahrhaft majestätisch und heroisch wirkte das Werk jedoch erst zum Ende hin, da es die gleiche Dramaturgie wie die der 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven verfolgt: vom Dunkel zum Licht.
So war das Introitus noch mystisch verschleiert, aber aufsteigend; geradezu verlangend hungerte es nach Auflösung der Verschleierung. Doch auch der Choral läßt uns noch im Ungewissen. Erst die Fuge, die wie das Introitus beginnt, jedoch noch viel drängender ist, bringt schließlich die Auflösung des umwobenen Themas, durch einen markanten Bläsereinsatz, der eben diesen heroisch majestätischen Effekt erzeugt, der Anfangs beschrieben wurde und dessen gewaltiges Ausmaß nicht mehr zu Toppen ist.
Gut, dass dieses Stück am Schluß des Konzerts auf dem Programm stand, sonst hätte man die Standing Ovation für das Werk David’s wahrscheinlich nicht mit einer Zugabe belohnen können. In dieser griff der Organist Jens Goldhardt dann selbst zur Posaune, um sich zwischen die Reihen des Posaunenchors zu mischen und gleichzeitig zu demonstrieren, dass man mit diesem Instrument während des Spielens auch dirigieren kann.
Die über hundert teils von weit her an gereisten Gäste (weit vor allem wegen der vielen Umleitungen um und in Sondershausen) erfreuten sich auch noch an Werken von Mozart, Händel, Pachelbel und an dem genialen Concerto d-Moll, RV 565 von Antonin Vivaldi, dass erst von Johann Sebastian Bach für Orgel umgeschrieben wurde und vor allem durch seine Leichtigkeit und Eleganz besticht. Neben Davis’s Introitus, Choral und Fuge wohl das schönste Stück des Abends, den auch sehr hohen Eintrittspreise, schlechtes Wetter und die Baustelle vor der Kirche, die es schwer machte, überhaupt den Eingang zu finden, nicht trüben konnte.
Katrin Landgraf
