Drei Buchstaben mit Diskussionen
Donnerstag, 24. Juli 2003, 17:58 Uhr
Nordhausen (nnz). Er sollte das Meisterstück des damaligen Staatskanzleichefs, Jürgen Gnauck, werden: Der Entwurf des Landesentwicklungsplanes (LEP). Doch seit einiger Zeit gibt es bei den Kommunen im Landkreis Nordhausen erheblichen Diskussionsbedarf.
Zur Zeit nämlich läuft die öffentliche Auslegung des neuen Landesentwicklungsplans 2003 (LEP). Dieser beinhaltet ein Grundkonzept zur nachhaltigen räumlichen Entwicklung des Landes Thüringen für die nächsten 10 Jahre und setzt einen Rahmen für Entscheidungen und Fachplanungen auf den nachfolgenden Ebenen. Er beschreibt verschiedene Zielsetzungen des Landes für die regionale Entwicklung von Städten, Verkehrsentwicklungen oder auch von Bergbaugebieten. Und genau zu diesem LEP und dessen Entwurf gibt es Diskussionsbedarf, denn zum Beispiel Nordhausen wird darin nicht als Oberzentrum ausgewiesen.
Landrat Joachim Claus (CDU) hatte in dieser Woche alle Bürgermeister und Verwaltungsgemeinschaftsvorsitzenden eingeladen, damit man mit einem Vertreter aus dem zuständigen Innenministerium die regionalen Wünsche für den künftigen LEP besprechen konnte. Wir wollen uns einmischen, solange man noch etwas ändern kann und unsere Überlegungen in Erfurt gehört werden, äußerte Landrat Claus zum Ziel dieser Gesprächsrunde.
Es gibt einige Punkte im neuen LEP, mit denen man im Landkreis Nordhausen nicht zufrieden sei. So soll die Stadt Nordhausen künftig nur noch als Mittelzentrum in der Landesplanung geführt werden, der angestrebte Titel Oberzentrum ist derzeit nicht vorgesehen. Nordhausen muss aber als besonderes Zentrum in Nordthüringen verankert werden und braucht die Perspektive zum Oberzentrum, machte Claus noch einmal klar. Übereinstimmend forderten dies auch die Bürgermeister der verschiedenen Landkreisgemeinden, um damit auch die regionale Unterstützung für die Stadt Nordhausen deutlich zu machen.
Umstritten sind auch die neuen Festsetzungen für die Verkehrsachsen in Thüringen. So ist in der künftigen LEP-Karte keine Anbindung von Nordhausen nach Erfurt mehr vorgesehen. Die B 4 ist somit als wichtige Verkehrsachse nicht mehr sichtbar. Dies würde unsere Region von der Landeshauptstadt abkoppeln, machte auch der 1. Beigeordnete des Landkreises, Matthias Jendricke (SPD), seinen Unmut deutlich. Verärgert ist man im Landkreis insbesondere darüber, dass im Gegensatz zur B 4 die Verkehrsachse von Erfurt nach Leinefelde über die B247 allerdings als Achse mit großräumiger Bedeutung festgelegt ist.
Die politischen Vertreter der Südharzregion machten in der Gesprächsrunde auch noch einmal die Rohstoffabbauproblematik deutlich und forderten von der Landesregierung klare Festsetzungen zum Schutz von Natur und Gemeinden. Wir werden unsere Hinweise zu dem vorliegenden Planentwurf jetzt noch einmal schriftlich an die Landesregierung senden, versprach der Landrat abschließend.
Auch der Gemeinde- und Städtebund im Landkreis Nordhausen hatte sich ähnlich schon vor einigen Wochen positioniert. Ob die Vertreter der Thüringer Basis damit allerdings auch bei ihrem Landesvorstand in Erfurt Gehör finden und Zugang für ihre Argumente erhalten, das bleibt fraglich. Denn, pikanterweise, fungiert auf dem Sessel des Geschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes eben wieder dieser Jürgen Gnauck nach seiner Gastrolle in der Spitzenkanzlei dieses Freistaates. Und sein Meisterwerk, das erwähnten wir ja schon weiter oben.
Autor: nnzZur Zeit nämlich läuft die öffentliche Auslegung des neuen Landesentwicklungsplans 2003 (LEP). Dieser beinhaltet ein Grundkonzept zur nachhaltigen räumlichen Entwicklung des Landes Thüringen für die nächsten 10 Jahre und setzt einen Rahmen für Entscheidungen und Fachplanungen auf den nachfolgenden Ebenen. Er beschreibt verschiedene Zielsetzungen des Landes für die regionale Entwicklung von Städten, Verkehrsentwicklungen oder auch von Bergbaugebieten. Und genau zu diesem LEP und dessen Entwurf gibt es Diskussionsbedarf, denn zum Beispiel Nordhausen wird darin nicht als Oberzentrum ausgewiesen.
Landrat Joachim Claus (CDU) hatte in dieser Woche alle Bürgermeister und Verwaltungsgemeinschaftsvorsitzenden eingeladen, damit man mit einem Vertreter aus dem zuständigen Innenministerium die regionalen Wünsche für den künftigen LEP besprechen konnte. Wir wollen uns einmischen, solange man noch etwas ändern kann und unsere Überlegungen in Erfurt gehört werden, äußerte Landrat Claus zum Ziel dieser Gesprächsrunde.
Es gibt einige Punkte im neuen LEP, mit denen man im Landkreis Nordhausen nicht zufrieden sei. So soll die Stadt Nordhausen künftig nur noch als Mittelzentrum in der Landesplanung geführt werden, der angestrebte Titel Oberzentrum ist derzeit nicht vorgesehen. Nordhausen muss aber als besonderes Zentrum in Nordthüringen verankert werden und braucht die Perspektive zum Oberzentrum, machte Claus noch einmal klar. Übereinstimmend forderten dies auch die Bürgermeister der verschiedenen Landkreisgemeinden, um damit auch die regionale Unterstützung für die Stadt Nordhausen deutlich zu machen.
Umstritten sind auch die neuen Festsetzungen für die Verkehrsachsen in Thüringen. So ist in der künftigen LEP-Karte keine Anbindung von Nordhausen nach Erfurt mehr vorgesehen. Die B 4 ist somit als wichtige Verkehrsachse nicht mehr sichtbar. Dies würde unsere Region von der Landeshauptstadt abkoppeln, machte auch der 1. Beigeordnete des Landkreises, Matthias Jendricke (SPD), seinen Unmut deutlich. Verärgert ist man im Landkreis insbesondere darüber, dass im Gegensatz zur B 4 die Verkehrsachse von Erfurt nach Leinefelde über die B247 allerdings als Achse mit großräumiger Bedeutung festgelegt ist.
Die politischen Vertreter der Südharzregion machten in der Gesprächsrunde auch noch einmal die Rohstoffabbauproblematik deutlich und forderten von der Landesregierung klare Festsetzungen zum Schutz von Natur und Gemeinden. Wir werden unsere Hinweise zu dem vorliegenden Planentwurf jetzt noch einmal schriftlich an die Landesregierung senden, versprach der Landrat abschließend.
Auch der Gemeinde- und Städtebund im Landkreis Nordhausen hatte sich ähnlich schon vor einigen Wochen positioniert. Ob die Vertreter der Thüringer Basis damit allerdings auch bei ihrem Landesvorstand in Erfurt Gehör finden und Zugang für ihre Argumente erhalten, das bleibt fraglich. Denn, pikanterweise, fungiert auf dem Sessel des Geschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes eben wieder dieser Jürgen Gnauck nach seiner Gastrolle in der Spitzenkanzlei dieses Freistaates. Und sein Meisterwerk, das erwähnten wir ja schon weiter oben.
