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Mehr „Bürgerarbeit“ gefordert

Montag, 20. Juni 2011, 14:18 Uhr
Insgesamt 12.500 Thüringer Langzeitarbeitslose sind bis Ende Mai im Rahmen des Bundesprogramms „Bürgerarbeit“ betreut worden. Rund 2.300 von ihnen konnten inzwischen in eine feste Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden...


„Das ist ein Erfolg“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD). „Als Brücke in reguläre Beschäftigung erfüllt die Bürgerarbeit ihre Funktion.“ Dazu habe die gute konjunkturelle Entwicklung im Land ebenso beigetragen wie die intensive Betreuung der Langzeitarbeitslosen in der sogenannten Aktivierungsphase des Programms.

Kritischer sei dagegen die Zahl der tatsächlich bewilligten Bürgerarbeitsplätze zu bewerten: Hiervon konnten bislang in Thüringen nur 238 geschaffen werden. „Angesichts der ursprünglichen Zielmarke von 3.000 ist das zu wenig“, sagte Machnig. "Mehr Bürgerarbeit ist möglich, und sie ist auch nötig, um Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren." Jobcenter, Städte und Gemeinden müssten deshalb ihre Aktivitäten zur Schaffung von zusätzlichen Arbeitsstellen verstärken. „Vor allem muss das Bundesverwaltungsamt seine bisherige, äußerst restriktive Genehmigungspraxis lockern“, so der Minister. „Notfalls muss das Bundesarbeitsministerium hier eingreifen.“

Das Bundesprogramm Bürgerarbeit ist mehrstufig aufgebaut: Nach einer sechsmonatigen Aktivierungsphase, die bis zum 31. Dezember 2011 starten musste, folgt eine dreijährige geförderte Beschäftigungsphase – die eigentliche „Bürgerarbeit“. Dabei handelt es sich um zusätzliche soziale oder gemeinnützige Tätigkeiten in Gemeinden, Städten und Kreisen. Bei maximal 30 Wochenstunden Arbeitszeit liegt das Gehalt der Bürgerarbeiter dann bei rund 900 Euro brutto. Die Bürgerarbeit kann jederzeit beendet werden, wenn der Beschäftigte eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt findet.

Aktuell sind über die 2.300 wieder regulär Beschäftigten hinaus 1.100 Betreute in eine weiterführende Qualifizierungsmaßnahme, 662 in eine öffentlich geförderte reguläre Beschäftigung und 238 in ein Bürgerarbeitsverhältnis vermittelt worden. Alle übrigen befinden sich noch in der Aktivierungsphase.

Im Rahmen einer Kooperation mit der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat der Freistaat Thüringen drei Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) für die Aktivierungsphase zur Verfügung gestellt. Von den mit diesem Geld betreuten 4.260 Langzeitarbeitslosen konnten nach einer ersten Auswertung des Wirtschaftsministeriums gut 700 in den ersten Arbeitsmarkt, ca. 220 in geförderte Beschäftigungen, 370 in Qualifizierungen und etwa 80 in Bürgerarbeit vermittelt werden. Die genauen Zahlen liegen erst nach Abschluss der Projekte Ende Dezember 2011 vor.
Autor: nnz

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