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Teure Angelegenheit

Mittwoch, 16. Juli 2003, 10:38 Uhr
Nordhausen (nnz). Weltweit wurde gegen den Krieg im Irak demonstriert, auch in Nordhausen. Genutzt hatten die Demos wenig. Der Krieg war, aus Sicht seiner Kritiker, nicht nur sinnlos, sondern auch teuer. Jetzt wurden erste Zahlen bekannt.


Der Irak-Krieg hat die USA Verteidigungskreisen zufolge bislang 48 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) gekostet. In den kommenden Monaten werde mit weiteren Kosten in Höhe von mehr als 3,9 Milliarden Dollar monatlich gerechnet, verlautete am Dienstag aus dem US-Verteidigungsministerium in Washington. Rund 30 Milliarden Dollar seien aufgewendet worden, bevor ein einziger Schuss abgefeuert worden sei - für die Verlegung der Truppen und Kriegsgerät in die Golfregion. Die Hauptkampfhandlungen vom 20. März bis 1. Mai hätten mit rund fünf Milliarden Dollar zu Buche geschlagen, hieß es weiter. Bis zum Ende des Fiskaljahrs zum 30. September würden die Gesamtkosten auf voraussichtlich 58 Milliarden Dollar ansteigen.

Im Irak sind derzeit rund 146.000 US-Soldaten stationiert. In absehbarer Zeit soll diese Truppenstärke Armeeangaben zufolge beibehalten werden. Auch nach dem von US-Präsident George W. Bush verkündeten Ende der Hauptkampfhandlungen sind immer wieder Tote unter den US-Soldaten zu beklagen. Fast täglich werden sie Ziel von Anschlägen oder Angriffen aus dem Hinterhalt. So auch heute. Bei einer Bombenexplosion nahe Bagdad wurden erneut ein US-Soldat getötet und zwei weitere verwundet worden.

Soldaten vor Ort sagten, die Bombe sei in der Nähe eines US-Konvois auf einer Autobahn westlich der irakischen Hauptstadt gezündet worden. Die im Irak stationierten US-Soldaten sind seit dem Ende der Hauptkampfhandlungen am 1. Mai immer wieder Ziel von Anschlägen gewesen, hinter denen auch Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein vermutet werden. Damit sind seit dem Einmarsch der US-Truppen im Irak im März 147 US-Soldaten ums Leben gekommen, genauso viele wie im Golfkrieg von 1991.
Autor: nnz

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