Zufrieden und unzufrieden
Montag, 14. Juli 2003, 19:00 Uhr
Nordhausen (nnz). Was wurde da in den zurückliegenden Wochen gestritten. Spült der lange Samstag den Händlern zusätzliches Geld in die Kassen oder nicht? Die Frage scheint entschieden. Vor allem für die Giganten der Branche.
Die seit Juni geltenden längeren Öffnungszeiten an Samstagen bescheren dem Einzelhandel reale Umsatzsteigerungen. Nach Karstadt sprachen nun auch die zum Metro-Konzern gehörenden Kaufhof-Warenhäuser am Montag von einer positiven Umsatzentwicklung. Der Handelsverband BAG registrierte bislang im Schnitt ein Umsatzplus von fünf Prozent in den Innenstädten.
"Wir haben eine tolle Frequenz in unseren Filialen, vor allem in den Innenstädten, und das schlägt sich auch im Umsatz nieder", sagte ein Kaufhof-Sprecher in Köln. Besonders erfreulich sei, dass nach 16 Uhr verstärkt eine jüngere Klientel in die Warenhäuser ströme. Ein Sprecher der Metro-Holding in Düsseldorf sagte: "Wir sind sehr zufrieden mit den längeren Öffnungszeiten." Vor der Novelle des Ladenschlusses war im Handel vielfach befürchtet worden, dass längere Öffnungszeiten lediglich zu einer zeitlichen Verschiebung der Einkäufe führen würden, nicht jedoch zu mehr Nettoumsätzen.
In der vergangenen Woche hatte bereits Karstadt über einen durchschlagenden Erfolg der von 16 auf 20 Uhr verlängerten Öffnungszeiten an Samstagen berichtet. KarstadtQuelle-Vorstandschef Wolfgang Urban hatte gesagt, dass die Umsatzzuwächse an den Samstagen "im hohen zweistelligen Bereich" liegen würden. Das vor allem durch seine Parfümeriegeschäfte bekannte Handelsunternehmen Douglas bekräftigte am Montag, belastbare Zahlen zur Umsatzentwicklung an den Samstagen gebe es noch nicht. Entsprechend äußerte sich der Brillenkonzern Fielmann.
Die vor allem den Handel im Innenstadtbereich vertretene Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe im Einzelhandel (BAG) berichtete unterdessen von einem durchschnittlichen Umsatzplus im innerstädtischen Einzelhandel an den Samstagen seit Juni von rund fünf Prozent. In einigen Städten liege das Plus sogar im Schnitt bei sieben Prozent, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels unter Berufung auf eine noch laufende Befragung unter den rund 5000 angeschlossenen Einzelhändlern des Verbandes. "Und dabei wird nichts kompensiert", betonte er. Die positive Entwicklung gelte aber nur für die Top-Innenstadtlagen, so genannte 1a-Lagen, schränkte er ein. "Verlierer sind die Stadtteilzentren und 1b-Lagen." Auch die mittleren und kleinen Städte gehören dazu. Der Umsatz ist vor allem dort nicht angestiegen, wo neben dem Einkaufen keine andere Verweilqualität geboten werden. Hier ist vor allem von Kleinkunst oder anderen kulturellen Angeboten in der Nähe der Shopping-Mall die Rede.
Auf mittlere Sicht hoffe der Handel in den Innenstädten nun, einen Teil des in den vergangenen Jahren an Tankstellen, Bahnhöfe und Flughäfen verlorenen Geschäftes zurück zu gewinnen. "Wir hoffen sehr, einen Stück von diesem Kuchen zurück zu holen", sagte Pangels. Die von jeglichen Ladenschlussauflagen befreiten Geschäfte an diesen Standorten seien zu einer "richtigen Bedrohung" für den klassischen Einzelhandel geworden.
Auch die im vergangenen Jahr besonders stark von der Konsumflaute getroffenen Baumärkte verbuchen nach Angaben des Baumarktverbandes BHB an Samstagen höhere Umsätze als zuvor. "Diejenigen, die seither bis 20 Uhr offen sind, machen jetzt in der Zeit von 16 bis 20 Uhr elf Prozent ihres gesamten Tagesumsatzes", sagte Sprecherin Christina Marcos unter Berufung auf eine jüngst abgeschlossene Mitgliederbefragung. Die Baumarktbranche ist noch stärker als der restliche Handel von Überkapazitäten und Preiskämpfen gekennzeichnet.
Autor: nnzDie seit Juni geltenden längeren Öffnungszeiten an Samstagen bescheren dem Einzelhandel reale Umsatzsteigerungen. Nach Karstadt sprachen nun auch die zum Metro-Konzern gehörenden Kaufhof-Warenhäuser am Montag von einer positiven Umsatzentwicklung. Der Handelsverband BAG registrierte bislang im Schnitt ein Umsatzplus von fünf Prozent in den Innenstädten.
"Wir haben eine tolle Frequenz in unseren Filialen, vor allem in den Innenstädten, und das schlägt sich auch im Umsatz nieder", sagte ein Kaufhof-Sprecher in Köln. Besonders erfreulich sei, dass nach 16 Uhr verstärkt eine jüngere Klientel in die Warenhäuser ströme. Ein Sprecher der Metro-Holding in Düsseldorf sagte: "Wir sind sehr zufrieden mit den längeren Öffnungszeiten." Vor der Novelle des Ladenschlusses war im Handel vielfach befürchtet worden, dass längere Öffnungszeiten lediglich zu einer zeitlichen Verschiebung der Einkäufe führen würden, nicht jedoch zu mehr Nettoumsätzen.
In der vergangenen Woche hatte bereits Karstadt über einen durchschlagenden Erfolg der von 16 auf 20 Uhr verlängerten Öffnungszeiten an Samstagen berichtet. KarstadtQuelle-Vorstandschef Wolfgang Urban hatte gesagt, dass die Umsatzzuwächse an den Samstagen "im hohen zweistelligen Bereich" liegen würden. Das vor allem durch seine Parfümeriegeschäfte bekannte Handelsunternehmen Douglas bekräftigte am Montag, belastbare Zahlen zur Umsatzentwicklung an den Samstagen gebe es noch nicht. Entsprechend äußerte sich der Brillenkonzern Fielmann.
Die vor allem den Handel im Innenstadtbereich vertretene Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe im Einzelhandel (BAG) berichtete unterdessen von einem durchschnittlichen Umsatzplus im innerstädtischen Einzelhandel an den Samstagen seit Juni von rund fünf Prozent. In einigen Städten liege das Plus sogar im Schnitt bei sieben Prozent, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels unter Berufung auf eine noch laufende Befragung unter den rund 5000 angeschlossenen Einzelhändlern des Verbandes. "Und dabei wird nichts kompensiert", betonte er. Die positive Entwicklung gelte aber nur für die Top-Innenstadtlagen, so genannte 1a-Lagen, schränkte er ein. "Verlierer sind die Stadtteilzentren und 1b-Lagen." Auch die mittleren und kleinen Städte gehören dazu. Der Umsatz ist vor allem dort nicht angestiegen, wo neben dem Einkaufen keine andere Verweilqualität geboten werden. Hier ist vor allem von Kleinkunst oder anderen kulturellen Angeboten in der Nähe der Shopping-Mall die Rede.
Auf mittlere Sicht hoffe der Handel in den Innenstädten nun, einen Teil des in den vergangenen Jahren an Tankstellen, Bahnhöfe und Flughäfen verlorenen Geschäftes zurück zu gewinnen. "Wir hoffen sehr, einen Stück von diesem Kuchen zurück zu holen", sagte Pangels. Die von jeglichen Ladenschlussauflagen befreiten Geschäfte an diesen Standorten seien zu einer "richtigen Bedrohung" für den klassischen Einzelhandel geworden.
Auch die im vergangenen Jahr besonders stark von der Konsumflaute getroffenen Baumärkte verbuchen nach Angaben des Baumarktverbandes BHB an Samstagen höhere Umsätze als zuvor. "Diejenigen, die seither bis 20 Uhr offen sind, machen jetzt in der Zeit von 16 bis 20 Uhr elf Prozent ihres gesamten Tagesumsatzes", sagte Sprecherin Christina Marcos unter Berufung auf eine jüngst abgeschlossene Mitgliederbefragung. Die Baumarktbranche ist noch stärker als der restliche Handel von Überkapazitäten und Preiskämpfen gekennzeichnet.
