Der Medizintourismus boomt
Samstag, 12. Juli 2003, 08:36 Uhr
Nordhausen (nnz). Kürzlich hatte nnz über den Medizintourismus berichtet, der Urlauber in zunehmenden Maße überlegen lässt, den Aufenthalt im Ausland nicht nur nach dem Erholungswert, sondern auch nach der Möglichkeit vorteilhafter medizinischer Behandlung zu wählen. Dazu ein abschließender Beitrag.
Wenn im Falle einer notwendigen Zahnsanierung die Kosten dafür z.B. in Ungarn um ein Drittel niedriger sind als in Deutschland, kann es sich durchaus rechnen, den nächsten Urlaub im Lande der Magyaren zu verbringen. Für die Türkei gilt ähnliches. Und das könnte sich noch mehr anbieten, wenn die Gesundheitsreform so realisiert wird wie das derzeit den Anschein hat.
Daneben erfreuen sich aber auch Schönheitschirurgen im Ausland wachsender Beliebtheit. Früher behandelte z.B. die Prager Praxis Aesthetia etwa zehn deutsche Patienten pro Monat. Inzwischen hat sich die als kostengünstig gebotene Möglichkeit herumgesprochen mit der Folge, dass sich die Zahl der Patienten nahezu verdoppelt hat. Mit weiter steigender Tendenz. Wenn z.B. eine Nasenkorrektur in Deutschland zwischen 3000 und 4700 Euro kostet, während sie beim tschechischen Nachbarn für 1700 bis 2500 Euro zu haben ist, überlegt sich schon mancher Zeitgenosse, ob er seinen nächsten Urlaub nicht in Prag verbringt.
Ähnliche Preisunterschiede sind auch bei Facelifting oder Fettabsaugen festzustellen. Wobei derartige Behandlungen in Polen vielfach sogar noch billiger geboten werden. Die Berliner Agentur Beautyreisen etwa bietet Touren nach Warschau und Breslau an – Schönheitsoperationen gleich eingeschlossen. Unsere polnischen Vertragsärzte haben die gleiche Ausbildung wie ihre deutschen Kollegen, trotzdem verdienen sie nur ein Viertel von dem, was die deutschen Ärzte bekommen, erklärte Greta Zyganek von Beautyreisen zur Begründung in einer Berliner Zeitung. Ähnliche Unterschiede gibt es übrigens auch bei den Gehältern für MTA’s und Arzthelferinnen. Die für den jeweiligen Eingriff nötigen Voruntersuchungen können direkt vor Ort vorgenommen werden, der Aufenthalt dauert je nach Fall zwischen einem Tag und einer Woche.
Die Angelegenheit hat bei allen Preisvorteilen allerdings auch eine Kehrseite, die nicht verschwiegen werden soll: Treten im nachhinein Komplikationen auf, ist guter Rat unter Umständen teuer oder doch problematisch. Die Ärzte im Ausland sind sicher nicht schlechter als bei uns, meint auf Anfrage Dörte Elß von der Verbraucherzentrale Berlin. Wenn aber doch etwas passiert, können sie kaum belangt werden. Das liegt an dem Umstand, dass es eine zweijährige Gewährleistung für ärztliche Leistungen wie in Deutschland im EU-Ausland zwar auf dem Papier gibt – praktisch aber lässt sich ein solcher Anspruch kaum durchsetzen.
In Osteuropa müssen eventuelle Nachbehandlungen sowieso aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Die deutschen Krankenkassen springen nur in medizinisch dringend notwendigen Fällen ein, wenn also akute Gefahr für die Gesundheit des Patienten besteht. Und die Korrektur einer Nase mit einer etwa notwendig werdenden Nachversorgung wird man kaum dazu zählen können.
Autor: nnzWenn im Falle einer notwendigen Zahnsanierung die Kosten dafür z.B. in Ungarn um ein Drittel niedriger sind als in Deutschland, kann es sich durchaus rechnen, den nächsten Urlaub im Lande der Magyaren zu verbringen. Für die Türkei gilt ähnliches. Und das könnte sich noch mehr anbieten, wenn die Gesundheitsreform so realisiert wird wie das derzeit den Anschein hat.
Daneben erfreuen sich aber auch Schönheitschirurgen im Ausland wachsender Beliebtheit. Früher behandelte z.B. die Prager Praxis Aesthetia etwa zehn deutsche Patienten pro Monat. Inzwischen hat sich die als kostengünstig gebotene Möglichkeit herumgesprochen mit der Folge, dass sich die Zahl der Patienten nahezu verdoppelt hat. Mit weiter steigender Tendenz. Wenn z.B. eine Nasenkorrektur in Deutschland zwischen 3000 und 4700 Euro kostet, während sie beim tschechischen Nachbarn für 1700 bis 2500 Euro zu haben ist, überlegt sich schon mancher Zeitgenosse, ob er seinen nächsten Urlaub nicht in Prag verbringt.
Ähnliche Preisunterschiede sind auch bei Facelifting oder Fettabsaugen festzustellen. Wobei derartige Behandlungen in Polen vielfach sogar noch billiger geboten werden. Die Berliner Agentur Beautyreisen etwa bietet Touren nach Warschau und Breslau an – Schönheitsoperationen gleich eingeschlossen. Unsere polnischen Vertragsärzte haben die gleiche Ausbildung wie ihre deutschen Kollegen, trotzdem verdienen sie nur ein Viertel von dem, was die deutschen Ärzte bekommen, erklärte Greta Zyganek von Beautyreisen zur Begründung in einer Berliner Zeitung. Ähnliche Unterschiede gibt es übrigens auch bei den Gehältern für MTA’s und Arzthelferinnen. Die für den jeweiligen Eingriff nötigen Voruntersuchungen können direkt vor Ort vorgenommen werden, der Aufenthalt dauert je nach Fall zwischen einem Tag und einer Woche.
Die Angelegenheit hat bei allen Preisvorteilen allerdings auch eine Kehrseite, die nicht verschwiegen werden soll: Treten im nachhinein Komplikationen auf, ist guter Rat unter Umständen teuer oder doch problematisch. Die Ärzte im Ausland sind sicher nicht schlechter als bei uns, meint auf Anfrage Dörte Elß von der Verbraucherzentrale Berlin. Wenn aber doch etwas passiert, können sie kaum belangt werden. Das liegt an dem Umstand, dass es eine zweijährige Gewährleistung für ärztliche Leistungen wie in Deutschland im EU-Ausland zwar auf dem Papier gibt – praktisch aber lässt sich ein solcher Anspruch kaum durchsetzen.
In Osteuropa müssen eventuelle Nachbehandlungen sowieso aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Die deutschen Krankenkassen springen nur in medizinisch dringend notwendigen Fällen ein, wenn also akute Gefahr für die Gesundheit des Patienten besteht. Und die Korrektur einer Nase mit einer etwa notwendig werdenden Nachversorgung wird man kaum dazu zählen können.
