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Protesttag endet mit Engerling

Samstag, 04. Juni 2011, 21:13 Uhr
Der heutige Samstag war von friedlichen Protest in Nordhausen gekennzeichnet. Zur Stunde endet das Programm auf dem Rathausplatz mit der Berliner Band Engerling. Den Samstag in der Zusammenfassung gibt es hier...


Nachdem sich gestern die Ereignisse in Bezug auf das in Nordhausen geplante Nazifest ein wenig überschlagen hatten, wusste heute zunächst niemand so genau was man zu erwarten hatte. "Dafür, dass die Lage gestern so unübersichtlich war und der "Thüringentag" dank des Verbotes durch den Landkreis nun in Sondershausen stattfand, waren wir uns nicht sicher wie viele Leute heute wirklich zu unserer Protestaktion erscheinen würden", sagte ein Sprecher des Nordhäuser Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus, "es sind am Ende mehr Menschen gekommen als wir erwartet hatten."

Bis zu 250 Personen haben laut dem Bündnis an den Protesten teilgenommen. "Da sich aber viele im Laufe des Mittags dann doch noch in Richtung Sondershausen aufgemacht haben, waren es bei unserem Demozug dann noch knapp 70 Menschen". so der Sprecher des Bündnisses weiter.

Der Tag geht entspannt zu Ende (Foto: Angelo Glashagel) Der Tag geht entspannt zu Ende (Foto: Angelo Glashagel)

In Sondershausen selbst kamen bei einer Eilversammlung, die von der Bundestagsabgeordneten Kersten Steinke (LINKE) gestern angemeldet worden war, nur wenige Personen zusammen, die anschließend zu einer Demo aufbrachen. Nach Polizeiangaben verlief der Tag in Sondershausen bisher ruhig.

Bis zu 750 Neonazis aus ganz Deutschland befinden sich zur Stunde noch vor Ort. Die Polizei geht nicht davon aus, dass es nach Beendigung der Veranstaltung noch zu Auseinandersetzungen kommen wird, auch nicht in Nordhausen. Dennoch wird es eine Nachsicherung durch Polizeikräfte geben.

Die Berliner Blues Band "Engerling"  (Foto: Angelo Glashagel) Die Berliner Blues Band "Engerling" (Foto: Angelo Glashagel)

Auf dem Rathausplatz beendet die Berliner Bluesband "Engerling" den Tag der Proteste. Hier kamen heute im Laufe des Tages zahlreiche Nordhäuser zusammen, um klar zu machen, dass Nordhausen bunt ist und nicht braun. Das Fest vor dem Roland wurde durch die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD) eröffnet, die zuvor bereits auf den Veranstaltungen des BgR und ihrer Partei gesprochen hatte.

"Geschichte kann sich immer wiederholen, wenn wir nicht wachsam sind", mahnte die Ministerin bevor das bunte Demokratie Fest durch die "Ilmtal Jazzband" auch musikalisch eröffnet wurde. Neben der Ministerin waren auch Abgeordnete aller im Thüringer Landtag vertretenen Parteien angereist, um ihre Unterstützung zu bekunden.

Gegen Abend füllte sich der Rathausplatz noch einmal (Foto: Angelo Glashagel) Gegen Abend füllte sich der Rathausplatz noch einmal (Foto: Angelo Glashagel)

"Dank der Mithilfe der Parteien und vieler Nordhäuser Vereine haben wir es geschafft, ein deutliches Zeichen für Toleranz in Nordhausen zu setzen", fasste die Leiterin des Kulturamts, Dr. Cornelia Klose, den Tag auf dem Rathausplatz zusammen.
Autor: agl

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