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Erstes Wacker-Tor nach 555 Minuten schoß Dirk Malura

Sonntag, 11. Februar 2001, 17:25 Uhr
Neuzugang Ibrahim Ötztürk Nordhausen (nnz). Um es vorweg zu nehmen: Das Tor von Dirk Malura in der 15. Minute war für alle Wacker-Akteure wie eine Befreiung. Malura rannte nach seinem ersten Tor im Wacker-Dress erst einmal an die Seitenlinie und fiel Trainer Dirk Fuhrmann um den Hals. Es sollte jedoch an diesem Sonntag er einzige Lichtblick aus Wacker-Sicht bleiben. Als das Tor für Wacker fiel, spielte Hoyerswerda bereits schon vier Minuten nur noch mit zehn Mann. In der 11. Minute sah Mathias Ringel die Rote Karte, als er bei Maik Rüdiger die "Notbremse" gezogen hatte. Wer jetzt schon dachte, Wacker würde den ersten Sieg seit dem 3. September 2000 einfahren, der hatte sich getäuscht. Hoyerswerda bestimmte selbst mit zehn Akteuren das Spiel, war nicht nur kämpferisch, sondern vor allem technisch besser. Aus einer sicheren Abwehr heraus agierten die Lausitzer überlegen, im Mittelfeld lenkte und leitete ein überragender Karsten Haasler das Spiel seiner Mannschaft. Er verteilte die Bälle nach Belieben und schuf damit das Fundament für den späteren Sieg seiner Mannschaft.
Mit einem klugen Spielzug, eingeleitet von Haasler, wurde Pavel Dobry auf der rechten Strafraumseite bedient und der zog ab, durch die Beine von Wacker-Schlußmann Timo Uhde ins Netz zum Ausgleich in der 32. Spielminute. Zwei Chancen für Wacker wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. In der 8. Minute stand Neuzugang Stipan Brkic allein vor dem Keeper von Hoyerswerda und vergab kläglich und in der 40. war es der gleiche Spieler, dessen Schuß jedoch in der Abwehr hängen blieb. Wacker hatte zwar in der zweiten Halbzeit noch einige Chancen (Ebikurogha - 52., Ludwig - 58., Ibrahim Ötztürk - 85. und Brkic - 87.), doch das entscheidende Tor schoß Hoyerswerda nach einem Freistoß von Haasler. Der Ball kam von links flach in den Strafraum, rollte an Freund und Feind vorbei, so dass Pavel Penicka nur noch die Fußspitze hinhalten musste.
Wacker begann die Rückrunde also so, wie die Hinrunde beendet wurde. Sicher, die Mannschaft kämpfte schoß selbst ein Tor, doch von Spielanlage oder gar Spielwitz war an diesem Nachmittag nichts zu merken. Die Neuzugänge Stipan Brkic, John Ebikuroha und Ibrahim Ötztürk (siehe nnz-Foto) waren glatte Ausfälle. Vor allem Ötztürk gewann kaum einen Zweikampf, ließ sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit fallen und Brkic hatte trotz seiner Körpergröße bei Kopfbällen nicht die Spur einer Chance. Wacker stolperte und stocherte durch die 90 Minuten auf einem sicher schwer bespielbaren Rasen, doch den hatten die Mannen aus Hoyerswerda auch zu beackern. Sie ersparten sich im Gegensatz zu Wacker zusätzliche Laufwege durch präzise Pässe und kluges Spiel, wohlgemerkt mit einem Mann weniger auf dem Spielfeld. Am Ende gingen enttäuschte 558 Zuschauer wieder nach Hause. Wacker bleibt weiter nur die Hoffnung auf einen ersten Sieg. Gelingt der nicht in der kommenden Woche in Chemnitz und am 25. Februar gegen Sondershausen, dann können die Planungen für die Thüringen-Liga forciert werden. Die Mannschaft, die heute spielte, hat sowieso kein Oberliga-Niveau.
Der schlechteste Mann auf dem Platz war allerdings der "Kollege in Schwarz". Schiedsrichter Andy Ruzik aus Tangermünde zeigte heute Kreisklasse-Niveau. Da lagen die teilweise aufgebrachten Zuschauer mit ihren deftigen Sprüchen völlig richtig.
Autor: psg

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