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Erfühlen und erleben

Dienstag, 08. Juli 2003, 09:55 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Besucher können ertasten, fühlen und erleben. Doch keine Angst: Sie müssen nicht in ein Gefäß mit Spinnen fassen – oder doch? nnz mit den Einzelheiten einer ungewöhnlichen Schau.


„Sinn der Sinne“ heißt die neue Mitmach - Ausstellung im Nordhäuser Altstadt-Museum „Flohburg“, die am 17. Juli offiziell öffnet. „Unsere Sinne stumpfen im Alltag zunehmend ab, unsere Wahrnehmung minimiert sich auf extreme Anreize. Man spürt nicht mehr viel, es sei denn, es ist sehr laut, sehr grob oder grell, heiß oder kalt. Die Ausstellung soll die spielerische Selbsterfahrung der Sinne ermöglichen“, sagte Dr. Cornelia Klose, Chefin des städtischen Kultur- und Sozialamtes.

Die Besucher erwarten fünf Stationen: „Tastboxen“, der „Spürpfad“, das „Dunkelcafè“, Licht- und Farbinstallationen und im Hofbereich der „Garten der Besinnung“. Mit Hilfe der Tastboxen – quadratische Boxen gefüllt mit unterschiedlichen natürlichen und künstlichen Materialien, zum Beispiel Schaf-Fell oder Kinderbauklötzer, sowie einem Kasten mit Beispielen für Braille- und Reliefschrift – solle vermittelt werden, dass mit ertastbaren Formen Informationen in großem Umfang vermittelt werden könnten, erklärte Frau Klose. Mit Hilfe von Info-Tafeln würden die gewonnen Erkenntnisse vertieft, darüber hinaus werde Wissenswertes zu den Themen Tastsinn und zu Entstehung und Verwendung von Schriftarten und deren Vor- und Nachteile.

Mit bloßen Füßen bzw. mit einem Blindenstock sollen die Ausstellungsbesucher auf dem „Spürpfad“ kennen lernen, wie alltägliche Belagstrukturen – zum Beispiel auf Gehwegen oder Straßen - erfahrbar sind durch den ausschließlichen Einsatz von Tast- und Hörsinn. Auf dem befinden sich dazu in mehreren Holrahmen unterschiedliche Materialien – Sand, Kieselsteine, Holzbelag. Begleitende Plakate erläuterten anhand von Positiv- und Negativbeispielen die Gestaltung des öffentlichen Raumes.

Im „Dunkelcafè“ müssen im Finsteren Alltagssituationen bewältigt werden: Obst und Gemüse schälen oder Wasser in einen Becher füllen.

Bei den Licht- und Farbinstallationen sieht man zwei auf den ersten Blick identische Bilder. Schiebt man allerdings einen Ständer mit unterschiedlichen Simulationsfolien – die Augenerkrankungen nachstellen – vor die Bilder, ergäben sich überraschende Unterschiede.

Im „Garten der Besinnung“ gibt es für jeden einzelnen Sinn einen eigenen Bereich. Über das Medium Pflanze solle beim Besucher die Aufmerksamkeit geschärft werden, seine Umwelt bewusster mit allen Sinne zu erleben.

Die „Flohburg“ in der Barfüßer Straße ist täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Autor: nnz

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