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Katastrophale Vorstellung

Sonntag, 29. Mai 2011, 16:33 Uhr
Das vorletzte Heimspiel von Wacker 90 Nordhausen führte heute Gäste aus der Rhön an den Rand des Südharzes. Die Nordhäuser Mannschaft lief mit einer psychologischen Last auf: Wird das heutige Spiel gegen Borsch gewonnen, dann ist der Abstieg kein Thema mehr...

Enttäuschend (Foto: nnz) Enttäuschend (Foto: nnz)

Die ersten fünf Minuten plätscherten so dahin, in der 6. Minute verliert der Borscher Torwart Schlegel den Ball, Jan-Philipp Rose kann das Leder erlaufen, gibt zurück auf Torsten Klaus, der jedoch komplett verzieht. Danach ziehen die Gastgeber mehr und mehr das Spiel an sich, ohne Resultat jedoch. Borsch aber lässt sich nicht beeindrucken, ist sicher in der Ballführung.

Wacker hat in der 18. Minute wieder eine Chance. Zweimal scheitert Rose: Einmal am Torwart der Gäste, dann am eigenen Unvermögen. Zwei Minuten später der bis dahin schönste Spielzug der Wackeren: Vom Mittelkreis flankt Adil Boukantar nach links auf Rose, dessen scharfe Eingabe kann jedoch ein Borscher Abwehrspieler entschärfen. In der 23. Minute der nächste Angriff, diesmal von der rechten Seite, ohne Erfolg. Ein Manko ist erneut auf Nordhäuser Seite unverkennbar: Es fehlt an der Genauigkeit bei Zuspielen und Flanken. Ein Schauspiel dieser Art wurde den Zuschauern in der 36. Minute durch Kapitän Sven Pistorius und zuvor durch Torsten Klaus geboten.

Dann, aus heiterem Himmel, der Führungstreffer für die Gäste aus der Rhön. Auch wenn zwei Spieler klar im Abseits standen, das 0:1 in der 37. Minute durch Martin Gimpel zählt. Die Disko-Crew auf dem Sprecherturm blieb den Torschützen schuldig. Borsch macht jetzt Druck, doch Wacker hält dagegen. Und wieder ohne Erfolg. Mit diesem deprimierenden Eindruck müssen die 297 Zuschauer den Gang in die Kabinen der Mannschaften miterleben.

Gespannt durfte man schon sein, ob es in der Halbzeitpause zu Auswechslungen auf Nordhäuser Seite kam, nach dem einige verbale Scharmützel zwischen Trainer und diversen Spielern bemerkt wurden. Folgerichtig musste Torsten Klaus in der Kabine bleiben, dafür spielte ab der 46. Christopher Beck. Und diese zweite Halbzeit begann mit einem Blackout in der Nordhäuser Abwehr, der jedoch von den Borschern nicht verwertet werden konnte. Ebenso eine weitere große Chance der Gäste in der 51. Minute, die jedoch durch Lars Greschke vereitelt wurde.

Krasse Fehlentscheidungen (Foto: nnz) Krasse Fehlentscheidungen (Foto: nnz) Die folgenden Minuten können die aus der Rhön mitgereisten Fans mehrfach bejubeln, die Borscher machen Druck und kommen immer wieder zu Chancen, die – Gott sei dank – Chancen bleiben. Doch das Trauerspiel geht weiter. Und die Minuten verstreichen und verstreichen. Neben der Elf aus der Rhön haben die Gastgeber noch einen zweiten Gegner: Kommen die Nordhäuser mal in die Nähe des gegnerischen Strafraums, dann macht der Linienrichter (Foto) mit spektakulären Fehlentscheidungen den Rest zunichte.

Dann die Erlösung aus Nordhäuser Sicht: In der 72. Minute haut Rose aus halblinker Position den Ball mit voller Wucht in die Maschen des Borscher Tores – 1:1. Ob dieser Ausgleich verdient ist oder nicht, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Dieses Tor könnte noch entscheidend sein – auch für den Klassenerhalt.

In der 80. Minute hätte es 2:1 für Wacker stehen können, wenn der „bekannte“ Linienrichter nicht wieder auf Abseits entschieden hätte. Die zweite klare (vielleicht bewusste?) Fehlentscheidung, bedenkt man, dass das gelbe Trio aus Ostthüringen kommt. Noch sind zwei Minuten zu spielen.

Noch ein Schuss von Boukantar, dann ist das Spiel fast vorbei und noch einmal wird bei Wacker ausgewechselt. Für Rose kommt Marcus Vopel. Das aber ändert nichts am maßlos enttäuschenden Ergebnis dieses Spiels und am noch enttäuschenderen Spiel der Nordhäuser.
Autor: nnz

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