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Der graue Schatz

Montag, 23. Mai 2011, 10:33 Uhr
Etwa 100 interessierte Bleicheröder und Gäste versammelten sich am Freitag im Saal der Gaststätte „Waldhaus Japan“, um der spannenden Geschichte über die berühmte Tapete zu lauschen. Der Vortragsabend wurde von der Stiftung Deutscher Denkmalschutz und dem Heimat- und Fremdenverkehrsverband Bleicherode initiiert.

Der graue Schatz (Foto: S. Spehr) Der graue Schatz (Foto: S. Spehr)
Andrea Strietzel erläutert an einer von der Wand abgenommenen Bahn die vielen Schritte, die für eine Restaurierung der Panoramatapeten notwendig sind. Foto: Spehr.

Dr. Astrid Arnold, Leiterin des Deutschen Tapetenmuseums in Kassel, erklärte direkt am Original die dargestellten Szenen, denen Salomon Geßners „Idyllen“ als literarische Vorlage zugrunde liegen. Die in Deutschland führende Expertin wertete die in Fachkreisen weithin bekannten Tapeten als einzigartiges Kulturdenkmal, das in dieser Kombination, Vollständigkeit und Größe nur in Bleicherode zu finden ist. Wer den Saal der Gaststätte betritt ist zunächst überwältigt von der Pracht des Wandschmuckes.

Die Panoramatapeten „Pferderennen“ und „Arkadien“ entstanden Anfang des 18. Jahrhunderts in einer französischen Manufaktur. Welchen Weg sie genommen haben um dann den Saal in Bleicherode zu schmücken, ist noch nicht restlos erforscht. Klar ist nur, dass dieser „graue Schatz“ eine kunsthistorische Kostbarkeit ist, die unter allen Umständen erhaltenswert ist. So engagieren sich seit 2008 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, das Tapetenmuseum in Kassel, die Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen und private Kunstliebhaber für die Restaurierung der Tapeten.

Der graue Schatz (Foto: S. Spehr) Der graue Schatz (Foto: S. Spehr)
Dr. Uwe Landsiedel, stellv. Bürgermeister der Stadt und Vorsitzender des Heimat- und Fremdenverkehrsverbandes Bleicherode bewundert mit Diana Langlotz, Leiterin der Sparkassenfiliale Bleicherode den bereits restaurierten Teil der Panoramatapete „Pferderennen“ von 1812. Foto: Spehr

Die Kosten für die Restaurierung einer einzelnen Tapetenbahn belaufen sich auf etwa 5.000 Euro. In mühevoller Kleinarbeit wird eine Bahn nach der anderen von der Restauratorin Andrea Strietzel liebvoll in allen Details restauriert. Die dafür notwendigen Schritte erläuterte Andrea Strietzel ihrem Auditorium. Im Anschluss an die Vorträge standen Dr. Astrid Arnold und Andrea Strietzel für alle Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Für sein Engagement für die Restaurierung der Panoramatapeten wurde dem ehemaligen Bleicheröder Dr. Dirk Schmidt, der sich ebenfalls um die Sanierung der Alten Kanzlei verdient gemacht hat, die Dankmedaille der Stadt Bleicherode verliehen.
Sylvia Spehr
Autor: nnz

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