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PDS-Chef zurückgetreten! Na und?

Donnerstag, 03. Juli 2003, 12:21 Uhr
Nordhausen (nnz). Wechsel an der Kreisspitze der PDS gehörten in den zurückliegenden Jahren zum politischen Alltag. Jetzt verließ der jüngste Vorsitzende, der die Sozialisten im Landkreis führen sollte, seinen Posten.


Thoralf Kox, der 37jährige aus Bleicherode, hätte wissen müssen, auf was er sich bei seiner Wahl einließ. Er hätte wissen müssen, dass in diesem Kreis ohne die mächtige Stadt nicht viel läuft. Das ist bei Verwaltungen so, das ist in den Parteien so. Die Macht der Nordhäuser PDS ist ungebrochen, das musste man akzeptieren, Thorlaf Kox wollte dagegen angehen.

Am Dienstag gab es eine erweiterte Kreisvorstandssitzung der PDS und Kox verkündete seinen Abschied. Niemand hatte dem Blonden widersprochen, es wurde schlicht und ergreifend zur Kenntnis genommen. Weiter in der Tagesordnung. Für Klaus Hummitzsch, der nie Kreisvorsitzender war, ist der Rücktritt von Kox eigentlich eine logische Konsequenz. Ihm fehle schlicht und ergreifend die Lebenserfahrung, er sei nicht in der Lage gewesen, die Partei im Kreis zu führen. Hinzukomme die allgemeine politische Situation in diesem deutschen Lande für die PDS nach der Bundestagswahl.

Die werde sich, so hofft Hummitzsch, nach dem jüngsten Bundesparteitag verbessern, doch im Landkreis Nordhausen müssen wieder erkennbare Führungsstrukturen rein. In einer Woche will sich der Kreisvorstand erneut treffen. Dann soll beraten und beschlossen werden, wann ein Kreisparteitag einzuberufen sei. Dann müsse auch der Vorstand komplett neu gewählt werden, waren sich die Genossen einig.

Ein personelles Problem für die Besetzung dieses Vorstandes werde es nicht geben, schwieriger werde es einen „Chef“ zu finden. Hummitzsch selber werde nicht dafür kandidieren. Er ist von seiner Meinung, dass neue Leute an die Spitze müssen, auch nach dem Kox-Abgang nicht abgerückt. Wohl aber wird Hummitzsch, da ist man sich in der Partei der demokratischen Sozialisten einig, entscheidende Fäden ziehen.

Eine Partei, auch die PDS, ist nun mal kein Plauderverein, sondern muß straff geführt werden. Obwohl das ein bisschen nach „DDR“ riecht, bleibt es eine Tatsache. Da geht es der Kreis-PDS nicht anders als dem Bundesvorstand. Wer künftig die Führung übernimmt, bleibt abzuwarten, Namen wollte heute niemand nennen.
Autor: nnz

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