Vortrag "Essen wir uns krank?" fand große Resonanz
Montag, 05. Februar 2001, 10:11 Uhr
Nordhausen/Sundhausen (nnz). Bei der Erhaltung der Gesundheit spielen Lebensmittel eine sehr große Rolle. Wie gesund sind unsere Lebensmittel - eine Frage, die aktueller denn je ist - dieser Problematik wurde im Scheunenhof Sundhausen in einem Vortrag nachgegangen.
Dank der Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung konnte der Veranstalter, Bündnis 90/ Die Grünen, den Geschäftsführer Thüringer Ökoherz, Dr. Frank Augsten, gewinnen, der zum Thema "Essen wir uns krank" sprach. Zu Beginn seiner Ausführungen ging Dr. Augsten auf die Lebensmittelskandale in den letzten Jahren ein, die zum größten Teil von den "schwarzen Schafen", die der Landwirtschaft nachgelagert sind, verursacht wurden. Er erwähnte beispielsweise die mit Hormonen verseuchten Kälber im Jahre 1988 und die bis zu 100-fachen Dioxinwerte im belgischen Hühnerfleisch und Eier 1999. Dr. Augsten spannte den Bogen bis zur Ausbreitung der BSE-Erkrankung bei Rindern in einigen europäischen Ländern und wie es dazu kommen konnte.
Nachdenklich stimmten die Bemerkungen zum Konsumverhalten der Verbraucher. "BSE ist ein Zeichen dafür, daß die Art und Weise wie wir uns ernähren wollen, aus dem Ruder gelaufen ist. Wir wollen immer bessere, immer sicherere und wohlschmeckende Lebensmittel, das aber möglichst zum Nulltarif. In der Finanzplanung einer Familie spielen Lebensmittel so gut wie keine Rolle mehr. Zwölf bis maximal vierzehn Prozent vom Nettoverdienst werden für Lebensmittel aufgewendet. Für die Auswahl ist häufig nicht mehr die Herkunft, Qualität oder Zusammensetzung entscheidend, sondern einzig der Preis, damit genügend Geld für andere Dinge bleibt. Ein Huhn im Supermarkt kostet heute weniger als eine Illustrierte und keiner fragt wie das geht", so Dr. Augsten.
Der Einsatz von Antibiotika im Futtermittel und von Pharmaka in Lebensmitteln, Gentechnik und daraus resultierende Gefahren, die Verwendung von Zusatzstoffen in Lebens- und Nahrungsmitteln und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus waren weitere Punkte in dem interessanten, verständlichen und sehr informativen Vortrag. "Alle Krankheiten und Skandale in der Landwirtschaft sind systembedingt. Auch der Verbraucher hat gern an den billigen Lebensmitteln partizipiert", äußerte sich Dr. Unger in seinem kurzen Beitrag. Vieles blieb in der Veranstaltung aus Zeitgründen nur am Rande erwähnt. Die rege Diskussion am Schluß der sehr gut besuchten Veranstaltung zeigte des große Interesse an einer sachlich fundierten Aufklärung der Verbraucher.
Autor: rhDank der Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung konnte der Veranstalter, Bündnis 90/ Die Grünen, den Geschäftsführer Thüringer Ökoherz, Dr. Frank Augsten, gewinnen, der zum Thema "Essen wir uns krank" sprach. Zu Beginn seiner Ausführungen ging Dr. Augsten auf die Lebensmittelskandale in den letzten Jahren ein, die zum größten Teil von den "schwarzen Schafen", die der Landwirtschaft nachgelagert sind, verursacht wurden. Er erwähnte beispielsweise die mit Hormonen verseuchten Kälber im Jahre 1988 und die bis zu 100-fachen Dioxinwerte im belgischen Hühnerfleisch und Eier 1999. Dr. Augsten spannte den Bogen bis zur Ausbreitung der BSE-Erkrankung bei Rindern in einigen europäischen Ländern und wie es dazu kommen konnte.
Nachdenklich stimmten die Bemerkungen zum Konsumverhalten der Verbraucher. "BSE ist ein Zeichen dafür, daß die Art und Weise wie wir uns ernähren wollen, aus dem Ruder gelaufen ist. Wir wollen immer bessere, immer sicherere und wohlschmeckende Lebensmittel, das aber möglichst zum Nulltarif. In der Finanzplanung einer Familie spielen Lebensmittel so gut wie keine Rolle mehr. Zwölf bis maximal vierzehn Prozent vom Nettoverdienst werden für Lebensmittel aufgewendet. Für die Auswahl ist häufig nicht mehr die Herkunft, Qualität oder Zusammensetzung entscheidend, sondern einzig der Preis, damit genügend Geld für andere Dinge bleibt. Ein Huhn im Supermarkt kostet heute weniger als eine Illustrierte und keiner fragt wie das geht", so Dr. Augsten.
Der Einsatz von Antibiotika im Futtermittel und von Pharmaka in Lebensmitteln, Gentechnik und daraus resultierende Gefahren, die Verwendung von Zusatzstoffen in Lebens- und Nahrungsmitteln und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus waren weitere Punkte in dem interessanten, verständlichen und sehr informativen Vortrag. "Alle Krankheiten und Skandale in der Landwirtschaft sind systembedingt. Auch der Verbraucher hat gern an den billigen Lebensmitteln partizipiert", äußerte sich Dr. Unger in seinem kurzen Beitrag. Vieles blieb in der Veranstaltung aus Zeitgründen nur am Rande erwähnt. Die rege Diskussion am Schluß der sehr gut besuchten Veranstaltung zeigte des große Interesse an einer sachlich fundierten Aufklärung der Verbraucher.
