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Wen interessiert das Theater?

Mittwoch, 11. Juni 2003, 08:59 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Umfragen in der nnz erheben zwar keinen repräsentativen Anspruch, sie spiegeln jedoch einen Ausschnitt der Meinungsbildung wieder. War das auch bei der jüngsten Frage nach einem Intendanten oder Geschäftsführer am Theater so?


Außenstehende und viele politische Akteure haben mitunter den Eindruck, das Nordhäuser Theater verstehe sich als den Mittelpunkt der Rolandstadt. Einwürfe von Stadtratsmitgliedern oder Mitgliedern des Aufsichtsrates der GmbH in Diskussionsrunden, die Gesellschafter würden mit dem Festhalten an der Finanzierung einen außerordentlich hohen Beitrag für Kunst und Kultur bereitstellen, werden oftmals mit einem müden Lächeln übergangen. Auch der Fakt, dass es in Thüringen keine andere Stadt gibt, die aus ihrem Verwaltungshaushalt prozentual mehr zur Verfügung stellt, wird abgetan. Selbstverständlichkeit?

Ist das Theater aber wirklich der Mittelpunkt dieser Stadt? Die Umfrage der nnz beantwortet diese Frage nicht oder nur mit einem „Leitungsausschnitt“. Außerordentlich hoch (30 Prozent) war da der Anteil derer, die eine Frage zwischen Intendant und Geschäftführer überhaupt nicht interessierte. Bei der davor liegenden Umfrage nach einem Jugendbeirat war das Interesse groß. Nur zwei Prozent der abgegebenen Stimmen klickten auf das „Desinteresse“. Vielleicht wollen diese 30 Prozent auch nur gutes Theater, egal wer das Sagen in der Chefetage hat?

Wie gesagt, die Umfragen sind nicht repräsentativ, doch sollten sie den Theatermachern zu denken geben. Kultur muß in einer Stadt wie Nordhausen vorgehalten werden. Die Stadtverwaltung will dafür in diesem und in den kommenden Jahren noch mehr Geld zur Verfügung stellen. Doch neben dem dicksten Brocken (Theater) hat Kunst viele andere Facetten. Und auch die wollen bedient und unterstützt werden. Und vielleicht gelingt es dem Nordhäuser Theater ja auch ab dem kommenden Jahr eine bessere Akzeptanz unter den Menschen in dieser Stadt und in der Region zu finden, als das bislang anscheinend der Fall ist. Die Freiheit der Kunst muß dabei nicht auf der Strecke bleiben. Aber: Selbst diese Freiheit muß finanziert werden.
Autor: nnz

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