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Einer von sechs

Sonntag, 08. Juni 2003, 16:27 Uhr
Nordhausen (nnz). Im vergangenen Jahr ist in Nordhausen ein Mensch durch den Schuß aus einer Polizeiwaffe getötet worden. René B. war einer von sechs Personen, die durch Polizisten in Deutschland getötet worden sind...



„Im vergangenen Jahr machten deutsche Polizeibeamte in 4 683 Fällen von der Dienstwaffe Gebrauch. Gegenüber 2001 ist ein Anstieg um 11,3 Prozent zu verzeichnen.“ Diese Bilanz veröffentlichte jetzt der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Innenminister und –senatoren (IMK) und Thüringer Innenminister, Andreas Trautvetter (CDU), in Erfurt. Ursache für die Steigerung ist der erhöhte Schusswaffengebrauch zum Töten gefährlicher, kranker oder verletzter Tiere. Während in 2001 die Waffe in diesem Zusammenhang 3 950-mal zum Einsatz kam, waren für 2002 immerhin 536 Fälle mehr zu registrieren. Damit wird deutlich, dass die Polizeibeamtinnen und -beamten ihre Dienstwaffe zu 95,8 Prozent (2001 zu 95,1 Prozent) zum Töten von Tieren einsetzen mussten, um eine akute Gefahr abzuwehren bzw. um sie bei schweren Verletzungen von ihrem Leiden zu erlösen.“

„115 Warnschüsse wurden abgegeben, und in 40 Fällen (2001: 38) richtete sich der Schusswaffeneinsatz gegen Sachen (z. B. PKW-Reifen). Gegen Personen kam die Waffe als das äußerste Mittel polizeilicher Zwangsanwendung im vergangenen Jahr 42mal - das entspricht einem Anteil von 0,9 Prozent aller Schusswaffenanwendungen - zum Einsatz, davon 35-mal zur Nothilfe bei Leibes- und Lebensgefahr. In 3 Fällen zielte der Gebrauch der Dienstwaffe darauf ab, ein schweres Verbrechen zu verhindern und ebenfalls in 3 Fällen diente er zur Fluchtvereitlung nach einem Verbrechen. Lediglich 1 mal musste die Flucht eines Gefangenen unter Anwendung der Schusswaffe vereitelt werden.

Die Schusswaffeneinsätze gegen Personen waren nicht folgenlos. 2002 wurden dabei 6 Personen getötet und 28 Personen trugen Verletzungen davon (2001: 5 Tote und 26 Verletzte). Obgleich diese Zahlen bedauerlich sind, ist festzustellen dass kein Unbeteiligter zu Schaden kam. Diese Tatsache,“ so Innenminister Trautvetter, „ist ein eindeutiger Beleg für den besonnenen und verantwortungsbewussten Umgang der deutschen Polizeibeamtinnen und -beamten mit der Schusswaffe.

Darüber hinaus zeugen diese Zahlen von einem hohen Ausbildungsstand unserer Polizei, sowohl auf theoretischem als auch auf polizeitaktischem Gebiet. Nicht zuletzt nimmt in der Vorbereitung auf den Polizeidienst die Wissensvermittlung zum Schusswaffengebrauch breiten Raum ein. Dieser im Einsatzgeschehen der Polizei sehr sensible Handlungsrahmen verlangt ein hohes Maß an Kenntnissen und Professionalität, was anhand der vorliegenden Statistik den Polizeibeamtinnen und -beamten der Länder und des Bundes bescheinigt werden kann.“
Autor: nnz

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