Gedenken auch bei Nachbarn
Freitag, 08. April 2011, 14:43 Uhr
In der kommenden Woche wird der 66. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau durch die US-Armee begangen. Da wird nicht nur im Landkreis Nordhausen erinnert und gedacht, sondern auch bei unseren Nachbarn in Niedersachsen...
Im eigentlichen Sinne jedoch war dieser 11. April 1945 für die überwiegende Zahl der Häftlinge keine Befreiung aus der Gefangenschaft. Die meisten Häftlinge hatten SS-Wachmannschaften zuvor in großer Eile und mit großer Brutalität auf Todesmärsche getrieben, während derer noch kurz vor Kriegsende Tausende Menschen ums Leben kamen. Viele Kolonnen erschöpfter Häftlinge schleppten sich, angetrieben von den Wachmannschaften, zu Fuß durch den Harz in Richtung Nordosten. Wer auf den Gewaltmärschen nicht mithalten konnte, wurde hinterrücks von den Wachmannschaften erschossen.
Osterode am Harz war Durchgangsstätte eines der grausamsten Todesmärsche und Standort zweier Außenlager. In den Ortsteilen Freiheit und Petershütte hatte die SS Barackenlager für rund 1000 Häftlinge eingerichtet, die in einheimischen Betrieben Zwangsarbeit leisten mussten.
Am Mittwoch, dem 13. April 2011, findet um 11.00 Uhr am Gedenkstein unweit des Osteroder Südbahnhofs eine gemeinsame Kranzniederlegung der Stadt und des Landkreises Osterode am Harz und der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora statt. Anschließend werden im Mehrgenerationenhaus der Stadt die Projekte der AG Spurensuche im Harz vorgestellt. Bürgermeister Klaus Becker, Landrat Bernhard Reuter und Salomon Finkelstein, ehemaliger Häftling des KZ Mittelbau-Dora und auf den Todesmarsches durch Osterode gezwungen, werden über KZ-Haft, Zwangsarbeit im Landkreis Osterode und über Gedenkarbeit in der Region sprechen. Schülerinnen und Schüler der Europa-Schule BBS I tragen Auszüge aus von ihnen selbst übersetzte Zeitzeugenberichten vor.
Im Nachmittag sind die Überlebenden in die Europa-Schule zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. Diese Veranstaltung bereitet Studienrätin Margret Klinger zusammen mit ihren Schülerinnen und Schülern der Oberstufe seit einigen Wochen engagiert vor.
Am 13. April 2011 gegen 17.00 Uhr wird in einer öffentlichen Gedenkfeier mit Kranzniederlegung auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte (Pontelstraße) der Opfer gedacht. Gemeinsam laden die Stadt Ellrich mit Bürgermeister Matthias Ehrhold und die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zur Teilnahme ein.
Autor: nnzIm eigentlichen Sinne jedoch war dieser 11. April 1945 für die überwiegende Zahl der Häftlinge keine Befreiung aus der Gefangenschaft. Die meisten Häftlinge hatten SS-Wachmannschaften zuvor in großer Eile und mit großer Brutalität auf Todesmärsche getrieben, während derer noch kurz vor Kriegsende Tausende Menschen ums Leben kamen. Viele Kolonnen erschöpfter Häftlinge schleppten sich, angetrieben von den Wachmannschaften, zu Fuß durch den Harz in Richtung Nordosten. Wer auf den Gewaltmärschen nicht mithalten konnte, wurde hinterrücks von den Wachmannschaften erschossen.
Gedenkveranstaltung in Osterode am Harz
Osterode am Harz war Durchgangsstätte eines der grausamsten Todesmärsche und Standort zweier Außenlager. In den Ortsteilen Freiheit und Petershütte hatte die SS Barackenlager für rund 1000 Häftlinge eingerichtet, die in einheimischen Betrieben Zwangsarbeit leisten mussten.
Am Mittwoch, dem 13. April 2011, findet um 11.00 Uhr am Gedenkstein unweit des Osteroder Südbahnhofs eine gemeinsame Kranzniederlegung der Stadt und des Landkreises Osterode am Harz und der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora statt. Anschließend werden im Mehrgenerationenhaus der Stadt die Projekte der AG Spurensuche im Harz vorgestellt. Bürgermeister Klaus Becker, Landrat Bernhard Reuter und Salomon Finkelstein, ehemaliger Häftling des KZ Mittelbau-Dora und auf den Todesmarsches durch Osterode gezwungen, werden über KZ-Haft, Zwangsarbeit im Landkreis Osterode und über Gedenkarbeit in der Region sprechen. Schülerinnen und Schüler der Europa-Schule BBS I tragen Auszüge aus von ihnen selbst übersetzte Zeitzeugenberichten vor.
Im Nachmittag sind die Überlebenden in die Europa-Schule zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. Diese Veranstaltung bereitet Studienrätin Margret Klinger zusammen mit ihren Schülerinnen und Schülern der Oberstufe seit einigen Wochen engagiert vor.
Kranzniederlegung am Gedenkort Ellrich-Juliushütte
Das größte Außenlager des KZ Mittelbau entstand im Frühjahr 1944 in Ellrich. Unmittelbar am Bahnhof gelegen, war Ellrich-Juliushütte mit durchschnittlich 8800 Häftlingen aus ganz Europa belegt. Rund die Hälfte der Menschen hat den Lagerterror und die Zwangsarbeit nicht überlebt.Am 13. April 2011 gegen 17.00 Uhr wird in einer öffentlichen Gedenkfeier mit Kranzniederlegung auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte (Pontelstraße) der Opfer gedacht. Gemeinsam laden die Stadt Ellrich mit Bürgermeister Matthias Ehrhold und die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zur Teilnahme ein.


