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Freie Fahrt in die Ferne

Freitag, 06. Juni 2003, 13:33 Uhr
Nordhausen (nnz). Großer Bahnhof heute am Nordhäuser Bahnhof. Der erste InterConnex rollte punkt 12.30 Uhr auf Gleis 2 ein. Und dieser erste Stopp ist nicht nur mal so ein Halt. Der gelb-rote Zug verbindet die Rolandstadt und die Region mit anderen Regionen in diesem Deutschland.


Getauft „Ich wünsche dem InterConnex stets eine gute Fahrt und immer volle Wagen“, mit diesem Spruch begrüßte Landrat Joachim Claus (CDU) den ersten Zug, der auf seinem Weg von Rostock nach Köln am Mittag in Nordhausen Halt machte. Einer dieser Wagen trägt seit heute den Namen „Landkreis Nordhausen“ und wurde von Regionalmanagerin Uta Hirselandt mit einer Flasche Sekt getauft. Mit dem InterConnex gelingt Nordhausen die Schienenanbindung an den überregionalen Umlauf. Ohne Umsteigen ins Ruhrgebiet, nach Berlin oder an die Ostsee – davon ist die Deutsche Bahn AG nicht nur Lichtjahre entfernt, sondern wird diesen Service überhaupt nicht mehr anbieten. Nachdem Nordhausen für den Interregio ab 1995 nicht mehr interessant genug war, hieß es: Wirtschaftliche Gründe seien die Ursache. Das private Unternehmen Connex schafft es jedoch, diesen Service wieder anzubieten. Und ohne Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen sind deren Manager wohl auch kaum an das Projekt „Köln-Rostock“ herangegangen. Ein schlankes Unternehmen kann eben schlanke Preise anbieten, wobei der Service für die Fahrgäste nicht auf der Strecke bleiben muß.

„Diese Verbindung halte ich für einen wesentlichen wirtschaftlichen Faktor für unsere Region“, sagte Andreas Wieninger (SPD), der Vorsitzende des Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr im Stadtrat der nnz. Die Bekanntheit sowie das Image der Region können dadurch nachhaltig verbessert werden. Im Hinblick auf die Landesgartenschau meinte er weiter: „Dadurch wird es den Gästen der Stadt in Zukunft möglich sein bequem und direkt nach Nordhausen zu gelangen. Dennoch müssen unsere Anstrengungen in wirtschaftlicher Hinsicht noch weiter gesteigert werden, denn solche Verkehrsverbindungen haben nun einmal auch die Eigenschaft Arbeit suchende Menschen aus unserer Region in andere Wirtschaftsräume zu befördern mit der Folge das sie nach einiger Zeit ihren Wohnort von Nordhausen weg verlegen!“

Bei der Begrüßung des InterConnex „X 84100“ waren denn auch Vertreter von lokalen und regionalen Verkehrsunternehmen zugegen. Die Stadtwerke oder die Harzer Schmalspurbahnen hatten ihr Geschäftsführer entsandt. Letztlich ein Zeichen dafür, dass mit dem Connex kein Konkurrent, sondern eine Bereicherung auf den Schienen der „großen Bahn“ rollt.
Autor: nnz

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