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Sicher ist nur der Wandel

Mittwoch, 04. Juni 2003, 06:32 Uhr
Nordhausen (nnz). Es wird sich viel tun in den kommenden Jahren im Zuge der „Agenda 2010“. Und sicher scheint nur, dass diese Entwicklung den Bürgern zumindest keine Entlastungen bei Steuern und der Alterssicherung bringt. Ein Beispiel ist die nachfolgend behandelte Riester-Rente.


Die politischen Fernsehsendungen des gestrigen Abends waren zum großen Teil dieser Form der Altersvorsorge gewidmet, soweit in den Programmen politische Themen behandelt wurden. Während im Bayerischen Fernsehen ein Versicherungsexperte zu Wort kam, der für die Riester-Rente warb, ging es bei „Vorsicht, Friedmann“ im Hessischen Fernsehen sehr viel kritischer zu. Finanzminister Hans Eichel (SPD) hätte sich als „über den Tisch gezogen“ bezeichnet, soweit es die Förderung durch den Staat betrifft.

Nun weiß man zwar um die Intention der Friedmann’schen Diskussionsrunden, man weiß aber auch, dass er es provozierend versteht, kritische Themen zur Diskussion zu stellen und damit öffentlich zu machen. Und da bleibt zu dieser Thematik festzustellen, dass die Förderung der privaten Altersversorgung weiterhin nur schleppend läuft. Was hinlänglich bekannt ist, sind die zögernden Vertragsabschlüsse bei der Riester-Rente. Noch wesentlich stärker aber stockt die Beantragung und Bearbeitung der staatlichen Zuschüsse.

So hat die dafür extra geschaffene Zentrale Zulagenstelle bislang erst 45 000 Anträge beschieden und hiefür rund drei Millionen Euro ausbezahlt. Gerechnet hatte Hans Eichel für 2003 mit etwa 1,5 Milliarden Euro Beihilfe. Insgesamt sind im vergangenen Jahr rund drei Millionen förderfähige Verträge abgeschlossen worden – wobei der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft diese Zahl inklusive betrieblicher Riester-Rente nennt, das Deutsche Institut für Altersvorsorge (Dia) dagegen von drei plus zwei Millionen (privat und betrieblich) Verträgen spricht.

Thomas Keck, Leiter der Zulagenstelle, ist dennoch mit dem Rücklauf zufrieden und warnt davor, abgesehen von kleineren Formularvereinfachungen, gleich das ganze Förderverfahren infrage zu stellen. Man müsse dem jetzigen Verfahren erst eine Chance geben. Dagegen will die Rürup-Kommission in ihren Bericht über die Reform der Sozialversicherung auch Vorschläge für eine Vereinfachung der Förderkonditionen aufnehmen. So soll der Zuschussbetrag nicht mehr nach der Höhe des Eigenanteils variieren, sondern pauschal gewährt werden.

Für die Versicherer ein Problem ist die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der zwei- bis vierseitigen Formulare falsch ausgefüllt ist und von ihnen aufwändig korrigiert werden muss.
Autor: nnz

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