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Die Flur wurde befahren

Freitag, 30. Mai 2003, 12:49 Uhr
Die Flur wurde befahren
Nordhausen (nnz). Der Umweltausschuß des Kreistages ist öfters mal „auf Achse“. Jetzt war auch der städtische Ausschuß mal unterwegs. Die Damen und Herren wollten sich in Sachen „Müll“ informieren.


Auf größere – inzwischen vom Umweltamt beseitigte - Mengen Abfall und Müll sind die Mitglieder des städtischen Umweltausschusses jetzt bei einer Flurbefahrung mit dem Gewässerunterhaltungsverband „Harzvorland“ auf einem Feld am Goethe-Weg zwischen Krimderode und Salza und auf dem Gelände an der ehemaligen Kaffeerösterei in Salza gestoßen.

Ausschussvorsitzender Volker Fütterer: „Wir waren empört, mit welcher Unverfrorenheit am Goethe-Weg zum Beispiel Erdaushub, Bau-Schutt bis hin zu Asphalt einfach abgekippt worden ist.“ Bei den Müllablagerunen am Salza-Ufer auf dem Gelände der ehemaligen Rösterei bestehe darüber hinaus die Gefahr, dass diese fortgeschwemmt würden und sich zum Beispiel unter Brücken verklemmten, was zu einer „Verstopfung“ des Flusslaufes führe. Fütterer verwies darauf, dass die illegale Müllablagerung bzw. Verschmutzung mit hohen Geldstrafen geahndet werde und bat die Nordhäuser um Aufmerksamkeit und um Hinweise, wenn illegale Ablagerungen bemerkt würden.

Wolfram Thiele, der städtische Koordinator für Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit sieht trotzdem eine positive Tendenz: „Die Stadt ist sauberer geworden.“ Das zeige sich nicht nur optisch, sondern lasse sich auch anhand der Zahl der Säcke belegen, die jeden Morgen von rund 20 zusätzlichen Kräften gefüllt werden, die im gesamten Stadtgebiet den Müll von Straßen, Gehwegen, Grünanlagen und Plätzen aufsammeln: „Im Schnitt sind es jetzt rund 10 Säcke, noch vor einigen Monaten war es mehr als das Doppelte“, sagte Thiele. Als Grund für die Verbesserungen vermutet er zum einen das gewachsene Bewusstsein bei den Nordhäusern für ein ordentliches Stadtbild und zum anderen auch die Ausweitung der Gebiete, in denen regelmäßig die Straßenkehr-Maschinen unterwegs sind.

„Wenn jeder vor der eigenen Haustür kehrt, dann ist schon viel für eine ordentliches Stadtbild gewonnen“, sagt Thiele. Dazu gehöre auch, Kleinabfälle aus den Grünanlagen vor der Haustür zu holen und die Unkrautbekämpfung auf dem Gehweg vor dem Haus - „das sind Pflichten der Grundstückseigentümer!“ Darüber hinaus sei Ordnung und Sauberkeit auch Erziehungssache: „Es sind keinesfalls nur die jungen Leute, die ihren Müll wegwerfen. Oft geben die Erwachsenen ein schlechtes Vorbild ab, zum Beispiel, wenn der Autofahrer seinen Aschenbecher auf dem Parkplatz entsorgt.“

Ob Erwachsene oder Jugendliche einige der gerade frisch an den Altstadt-Lampen aufgehängten Blumenkörbe am Grimmel beschädigt haben, weiß Wolfram Thiele auch nicht: „Auf alle Fälle ist es eine Riesen-Frechheit, wie hier Unbekannte Werte zerstört haben“, sagte der Koordinator. Wolfram Thiele ist Im Neuen Rathaus, Markt 15, oder über die Telefon-Nummer 696 218 u erreichen.
Autor: nnz

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