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Für 70 Kilometer zuständig

Donnerstag, 24. März 2011, 07:07 Uhr
Aufgrund einer neuen Feuerwehr-Ausrückeordnung des Landkreises Nordhausen hat die Berufsfeuerwehr Nordhausen seit Anfang März auch weitere Zuständigkeitsbereiche der Autobahn 38 übernommen. Hier die Einzelheiten...

Löschzug (Foto: Berufsfeuerwehr) Löschzug (Foto: Berufsfeuerwehr)
Ein kompletter Löschzug für den Einsatz auf der Autobahn mit dem Einsatzleitwagen und dem Hilfeleistungslöschfahrzeug der Berufsfeuerwehr, dem Tanklöschfahrzeug der Berufsfeuerwehr und dem Löschgruppenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Sundhausen samt Gerätewagen Gefahrgut

Waren die städtischen Feuerwehren bisher für rund 45 Autobahnkilometer zuständig, so ist dieser Bereich jetzt auf rund 70 km angewachsen. „Wir sind in der Vergangenheit bei Unfällen nur zu den Streckenabschnitten ab den Auffahrten bei Sundhausen und bei Werther gerufen worden, jetzt fahren wir auch auf die Auffahrt Heringen bis nach Sachsen-Anhalt. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass wir auch dort schneller sind, um den Verunfallten sofortige Hilfe leisten zu können“, machte Gerd Jung, Leiter der Nordhäuser Berufsfeuerwehr, deutlich.

Der zuständige Streckenabschnitt ist somit nun von Berga bis nach Bleicherode neu geregelt worden, wobei die Berufsfeuerwehr bei besonderen Schadenslagen zudem auch die Bleicheröder Kameraden bis zur Autobahnabfahrt Breitenworbis, einschließlich dem Höllbergtunnel, unterstützen wird.

Sollte es übrigens zeitgleich zu einem Brandeinsatz in der Stadt Nordhausen kommen und die Berufsfeuerwehr ist aber gerade bei einem Einsatz auf der Autobahn gebunden, so kann Bürgermeister Matthias Jendricke die Nordhäuser beruhigen, „dann übernimmt die Einsatzlage die Freiwillige Feuerwehr-Mitte, und wenn nötig, können dazu noch weitere Stadtteil- bzw. Ortsteilfeuerwehren mit alarmiert werden.“

Die Südharzautobahn ist seit Dezember 2009 durchgängig von Göttingen bis nach Leipzig befahrbar und künftig soll dies auch für Gefahrguttransporte möglich sein. Per Gutachten hat jetzt das Land Niedersachsen feststellen lassen, dass mit einigen Nachrüstungen auch der Tunnel „Deutsche Einheit“ an der Landesgrenze für Gefahrguttransporte ab diesem Sommer freigegeben werden soll. Bürgermeister Matthias Jendricke hat daher die Nordhäuser Berufsfeuerwehr angewiesen, sich noch intensiver auf eventuelle Gefahrgutunfälle vorzubereiten und mit anderen Dienststellen eine solche Gefahrenlage durchzuplanen, um für den Erstfall gerüstet zu sein.

Zudem hat jetzt schon das höhere Verkehrsaufkommen auch zu einem stärkeren Unfallgeschehen auf der BAB 38 geführt. Deutlich zeigt sich dies auch in der Einsatzstatistik der Nordhäuser Feuerwehren. Waren es im Jahr 2009 nur leichtere 16 Einsätze mit einem Verletzten, so waren es im letzten Jahr schon 27 Einsätze mit 22 Verletzten und 3 Unfalltoten. Zurzeit sind mit steigender Tendenz rund 18.000 Fahrzeugbewegungen auf der Bundesautobahn zu verzeichnen.

Bei den Autobahneinsätzen müssen die Feuerwehrkameraden immer eine besondere Vorsicht walten lassen, denn sonst ist die Gefahr groß, selbst vom nachfolgenden Verkehr überfahren zu werden. „Wir fahren daher immer mit mehreren Feuerwehrfahrzeugen auf die Autobahn und machen schon bei der Fahrt erst einmal die Fahrspuren dicht, damit wir uns selbst und die Unfallstelle besser schützen können“, erklärte der Chef der Nordhäuser Berufsfeuerwehr Gerd Jung.

Der spezielle Feuerwehr Einsatzzug für die Autobahnunfälle besteht daher regelmäßig aus dem Einsatzleitwagen, dem Hilfeleistungslöschfahrzeug und dem Tanklöschfahrzeug der Nordhäuser Berufsfeuerwehr sowie einem weiterem Löschgruppenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Sundhausen. Bei Gefahrgutunfällen kommt noch der Gefahrgutgerätewagen hinzu. „So sind wir vor Ort immer gut aufgestellt und können uns auch um die Verletzten kümmern, falls der Rettungsdienst noch nicht vor Ort ist“, erklärte Gerd Jung.
Autor: nnz

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