Vogel kündigt Rücktritt an
Samstag, 24. Mai 2003, 16:49 Uhr
Nordhausen/Grera (nnz). Ministerpräsident Bernhard Vogel wird sein Amt niederlegen. Am 5. Juni will er zurücktreten. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Erfurter Landtag, Dieter Althaus, soll Vogels Nachfolger werden. Das wurde auf dem Parteitag der thüringischen Christdemokraten in Gera verkündet.
"Das Land muss rechtzeitig vor der Wahl erfahren, dass mein Nachfolger es kann", begründete Vogel auf dem Landesparteitag der Christdemokraten in Gera seinen Schritt. Er schlug den CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Dieter Althaus als seinen Nachfolger vor. Der 44-Jährige gilt seit Jahren als politischer Ziehsohn des siebzigjährigen Ministerpräsidenten. Bisher hatte Vogel allerdings mehrfach betont, dass er bis zum Wahltag im Jahr 2004 im Amt bleiben wolle, "das habe ich vor der Wahl den Menschen versprochen. Zu diesem Wort stehe ich".
Vogel war bewegt, als er seinen Rückzug bekannt gab.
Die rund 130 Parteimitglieder klatschten minutenlang Beifall. "Du bist ein Segen für das Land", sagte Althaus. "Ich danke dir für dein Vertrauen." Vogel, der schon von 1976 bis 1988 Regierungschef in Rheinland-Pfalz war, bevor er 1992 in Thüringen das Spitzenamt antrat, ist der Ministerpräsident mit der längsten Amtszeit in der Geschichte der Bundesrepublik. Zugleich ist er der einzige, der in zwei Bundesländern regieren konnte. Parteiintern ist er als möglicher Kandidat der Union für das Bundespräsidentenamt im Gespräch. So verwundert es nicht, dass Vogel erklärte, weiter aktiv bleiben zu wollen. "Die Bundespartei kann weiter auf mich zählen", sagte er am Samstag.
Althaus ist Lehrer für Mathematik und Physik und trat fünf Jahre vor der Wiedervereinigung in die CDU-Blockpartei der DDR ein. Von 1993 bis 2000 war er stellvertretender Landesvorsitzender der thüringischen CDU, am 4. November 2000 übernahm der "Kronprinz" das politische Spitzenamt von Bernhard Vogel. Von Februar 1992 bis Oktober 1999 war er Kultusminister des Freistaats. Danach übernahm er den Vorsitz der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag.
Althaus kündigte am Samstag an, den bisherigen Kurs fortzusetzen. "Die Weichen sind so gestellt, dass die Richtung beibehalten werden kann", sagte er. "Wir sichern im nächsten Jahr wieder die absolute Mehrheit." Vogel kündigte an, er werde seinem Nachfolger nicht reinreden, aber Rat geben, wenn er gefragt werde.
Die SPD Thüringen warf Vogel Wortbruch vor. Er habe mit dem Rückzug ein Wahlversprechen gebrochen, sagte Landesgeschäftsführer Frank Schulze. Die PDS-Fraktion im Landtag meinte, Thüringen brauche einen neuen Kurs statt einen alten Wechsel.
Autor: nnz"Das Land muss rechtzeitig vor der Wahl erfahren, dass mein Nachfolger es kann", begründete Vogel auf dem Landesparteitag der Christdemokraten in Gera seinen Schritt. Er schlug den CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Dieter Althaus als seinen Nachfolger vor. Der 44-Jährige gilt seit Jahren als politischer Ziehsohn des siebzigjährigen Ministerpräsidenten. Bisher hatte Vogel allerdings mehrfach betont, dass er bis zum Wahltag im Jahr 2004 im Amt bleiben wolle, "das habe ich vor der Wahl den Menschen versprochen. Zu diesem Wort stehe ich".
Vogel war bewegt, als er seinen Rückzug bekannt gab.
Die rund 130 Parteimitglieder klatschten minutenlang Beifall. "Du bist ein Segen für das Land", sagte Althaus. "Ich danke dir für dein Vertrauen." Vogel, der schon von 1976 bis 1988 Regierungschef in Rheinland-Pfalz war, bevor er 1992 in Thüringen das Spitzenamt antrat, ist der Ministerpräsident mit der längsten Amtszeit in der Geschichte der Bundesrepublik. Zugleich ist er der einzige, der in zwei Bundesländern regieren konnte. Parteiintern ist er als möglicher Kandidat der Union für das Bundespräsidentenamt im Gespräch. So verwundert es nicht, dass Vogel erklärte, weiter aktiv bleiben zu wollen. "Die Bundespartei kann weiter auf mich zählen", sagte er am Samstag.
Althaus ist Lehrer für Mathematik und Physik und trat fünf Jahre vor der Wiedervereinigung in die CDU-Blockpartei der DDR ein. Von 1993 bis 2000 war er stellvertretender Landesvorsitzender der thüringischen CDU, am 4. November 2000 übernahm der "Kronprinz" das politische Spitzenamt von Bernhard Vogel. Von Februar 1992 bis Oktober 1999 war er Kultusminister des Freistaats. Danach übernahm er den Vorsitz der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag.
Althaus kündigte am Samstag an, den bisherigen Kurs fortzusetzen. "Die Weichen sind so gestellt, dass die Richtung beibehalten werden kann", sagte er. "Wir sichern im nächsten Jahr wieder die absolute Mehrheit." Vogel kündigte an, er werde seinem Nachfolger nicht reinreden, aber Rat geben, wenn er gefragt werde.
Die SPD Thüringen warf Vogel Wortbruch vor. Er habe mit dem Rückzug ein Wahlversprechen gebrochen, sagte Landesgeschäftsführer Frank Schulze. Die PDS-Fraktion im Landtag meinte, Thüringen brauche einen neuen Kurs statt einen alten Wechsel.
