nnz-Bücherkiste: Differenziert
Samstag, 24. Mai 2003, 08:33 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz-Redaktion hat wieder einmal in Ihrer Bücherkiste gekramt und eine interessante Neuerscheinung gefunden. In Widerstand ist nicht das richtige Wort beschäftigt sich Georg Denzler mit der katholischen Kirche im Dritten Reich...
Nazi in der Soutane, christlicher Kommunist oder erfolgloser Exorzist – es gab viele Möglichkeiten, wie man sich als Katholik im Dritten Reich
verhalten konnte. Georg Denzler, dessen frühere Publikationen stets
öffentliche Kontroversen ausgelöst haben, entwirft in Widerstand ist nicht das richtige Wort ein differenziertes Bild vom Verhalten der katholischen Kirche im Dritten Reich. Seine Untersuchungen spiegeln die Komplexität des kirchlichen Lebens wider. Weder kritische Distanz noch nationalsozialistischer Fanatismus dominierten.
Das katholische Glaubensbekenntnis und der Nationalsozialismus wurden nicht als exklusiv betrachtet, katholische Heirat und das Tragen von Hakenkreuzfahnen war kein unüberbrückbarer Gegensatz. Vielmehr bestimmten verquere Gemengelagen das katholische Milieu. In den überwiegenden Fällen arrangierte man sich - ein Verhalten, das ganz unterschiedlich vonstatten gehen konnte.
Auch wenn die Nationalsozialisten die Strukturen des katholischen
Sozialmilieus zu zerschlagen suchten und die kirchlichen Rechte beschnitten - zu einem bewussten politischen Widerstand der katholischen Kirche gegen das NS-Regime ist es nie gekommen. Nur selten wurde von kirchlicher Seite öffentlich protestiert, eher mahnten die Kirchenautoritäten zu Vorsicht und Rücksicht. Neben der Einstellung der katholischen Kirche zur Demokratie und zum Nationalsozialismus untersucht Denzler am Beispiel von vier Theologieprofessoren die Rolle der theologischen Wissenschaft. Acht biographische Porträts zeigen, wie verschieden die Lebenswege von Bischöfen und Priestern sein konnten.
"Ein unerschrockener Kirchenmann und Wissenschaftler, der es wagt, aus seinem kirchengeschichtlichem Verständnis heraus, die Haltung der Kirche im Dritten Reich anzuprangern", schrieb die Süddeutsche Zeitung. Mehr Infos gibt es natürlich auch im Internet.
Autor: nnzNazi in der Soutane, christlicher Kommunist oder erfolgloser Exorzist – es gab viele Möglichkeiten, wie man sich als Katholik im Dritten Reich
verhalten konnte. Georg Denzler, dessen frühere Publikationen stets
öffentliche Kontroversen ausgelöst haben, entwirft in Widerstand ist nicht das richtige Wort ein differenziertes Bild vom Verhalten der katholischen Kirche im Dritten Reich. Seine Untersuchungen spiegeln die Komplexität des kirchlichen Lebens wider. Weder kritische Distanz noch nationalsozialistischer Fanatismus dominierten.
Das katholische Glaubensbekenntnis und der Nationalsozialismus wurden nicht als exklusiv betrachtet, katholische Heirat und das Tragen von Hakenkreuzfahnen war kein unüberbrückbarer Gegensatz. Vielmehr bestimmten verquere Gemengelagen das katholische Milieu. In den überwiegenden Fällen arrangierte man sich - ein Verhalten, das ganz unterschiedlich vonstatten gehen konnte.
Auch wenn die Nationalsozialisten die Strukturen des katholischen
Sozialmilieus zu zerschlagen suchten und die kirchlichen Rechte beschnitten - zu einem bewussten politischen Widerstand der katholischen Kirche gegen das NS-Regime ist es nie gekommen. Nur selten wurde von kirchlicher Seite öffentlich protestiert, eher mahnten die Kirchenautoritäten zu Vorsicht und Rücksicht. Neben der Einstellung der katholischen Kirche zur Demokratie und zum Nationalsozialismus untersucht Denzler am Beispiel von vier Theologieprofessoren die Rolle der theologischen Wissenschaft. Acht biographische Porträts zeigen, wie verschieden die Lebenswege von Bischöfen und Priestern sein konnten.
"Ein unerschrockener Kirchenmann und Wissenschaftler, der es wagt, aus seinem kirchengeschichtlichem Verständnis heraus, die Haltung der Kirche im Dritten Reich anzuprangern", schrieb die Süddeutsche Zeitung. Mehr Infos gibt es natürlich auch im Internet.
