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100.000 Euro für ein Klo

Donnerstag, 22. Mai 2003, 10:54 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Toiletten-Landschaft in Nordhausen sollte um eine „Örtlichkeit“ reicher werden. Das schwebte vor einiger Zeit der PDS-Fraktion im Nordhäuser Stadtrat vor. Die Sozialisten hatten einen entsprechenden Antrag gestellt...


Dort, wo einst die Hundezwinger der Polizei in der Park-Allee zu finden waren, dort sollte nach den Vorstellungen der PDS eine weitere öffentliche Toilette gebaut werden. Vor allem sollte die von Besuchern des Stadtparks und von Gästen der Rolandstadt genutzt werden, die ihr Auto auf dem Parkplatz in der Wendeschleife abstellen.

Der Standort sei nicht nur ungeeignet, sondern auch nicht finanzierbar, so die Haltung der Stadtverwaltung. Nach Angaben von Bauamtsleiter Jens Kohlhause würde der Klo-Neubau rund 100.000 Euro kosten, da auch vorhandene Anschlussleitungen wieder eingerichtet werden müssten. Zudem gebe es in der Nordhausen-Info eine behindertengerechte Toilette und an der Arnoldstraße würde eine neue entstehen. Das Areal des ehemaligen Hundezwingers sei in das Stadtschmuckprogramm aufgenommen worden.

PDS-Fraktionschef Frank Hermsdorf schüttelte ungläubig mit dem Kopf angesichts der 100.000 Euro und meinte, es müsse ja nicht unbedingt ein Klo mit „goldenen Griffen“ gebaut werden. Auf seine Frage, ob es denn nicht eine Spur billiger ginge, gab es auch ein Kopfschütteln – diesmal von der Verwaltung.
Autor: nnz

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