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Deutsche im Kneipen-Streik

Mittwoch, 14. Mai 2003, 14:23 Uhr
Nordhausen/Wiesbaden (nnz). Vor einem Jahr, kurz nach der Einführung des Euro, hatten die Gastwirte gedacht, dass es wohl kaum noch schlimmer kommen könnte. Ein Irrtum, wie die neuesten Daten belegen.

Satte acht Prozent betrug der Einbruch des Umsatzes von Hotels und Gaststätten im März rund in Deutschland, im Vergleich zu den Zahlen vor einem Jahr. Die Umsätze im angeschlagenen Gastgewerbe gingen damit nach Angaben des Statistischen Bundesamtes den sechsten Monat in Folge stark zurück. Allerdings ließen die Statistiker wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer übrig: In den Berechnungen seien die traditionell umsatzstarken Osterfeiertage, die diesmal im April lagen, noch nicht berücksichtigt.

Doch das dürfte allenfalls zu einer Korrektur der katastrophalen Zahlen ausreichen. Real - also unter Herausrechnen der Inflation - lag der Umsatz im März um 8,1 und nominal um 7,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. In den ersten drei Monaten des Jahres setzten die Unternehmen ebenfalls real gut acht und nominal gut sieben Prozent weniger um als vor einem Jahr. Bereinigt um den Einfluss von Kalendereffekten und der Jahreszeit errechneten die Statistiker für den März im Vergleich zum Februar ein Minus von real 0,9 und nominal 0,8 Prozent.

Alle drei Sparten des Gastgewerbes erlitten im März einen Umsatzrückgang. Das Minus belief sich im Beherbergungsgewerbe auf real sieben Prozent, im Gaststättengewerbe auf knapp zehn Prozent und bei Kantinen und Caterern auf fast drei Prozent.

Die deutschen Gastwirte und Hoteliers rechnen auch in diesem Jahr höchstens mit einem stagnierenden Geschäft. "Wenn wir eine schwarze Null im Jahr 2003 schaffen würden, wäre das schon ein Erfolg für unsere Branche", hatte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Christian Ehlers, erst am Dienstag gesagt. Danach sehe es aber wegen der hohen Arbeitslosigkeit, der Wirtschaftsflaute und der Verunsicherung über Steuererhöhungen derzeit nicht aus.
Autor: nnz

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