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Narrenhände beschmieren...

Montag, 12. Mai 2003, 09:04 Uhr
Nordhausen (nnz). Sie machen nicht nur Hauseigentümern zu schaffen - die „Werke“ von Graffiti-Künstlern in und um Nordhausen. Sie richten auch einen hohen Schaden und beschäftigen in zunehmendem Maße auch die Polizei. Dort hat die nnz jetzt nachgefragt.


Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis Nordhausen insgesamt 73 Anzeigen wegen Sachbeschädigung. Begehrte „Arbeitsflächen“ der Szene waren Fassaden, Eisenbahnwaggons, Telefonhäuschen oder Verteilerkästen für Energie und Telekommunikation. Von diesen 73 Fällen konnten 14 mutmaßliche Täter durch die Polizei ermittelt werden. Zwei von ihnen konnten bislang allein 11 Straftaten nachgewiesen werden.

Interessant ist auch die Alterstruktur der „Künstler“: Sechs von ihnen waren jünger als 14 Jahre, acht waren zwischen 14 und 21 Jahre alt. In der Graffiti-Szene gibt es natürlich, wie bei „normalen“ Künstlern Signaturen, so genannte „tac“. Drei tauchte in Nordhausen und Umgebung „NAK“ auf, 34 mal wurde mit „RoTz“ das Machwerk „unterzeichnet“.

Nordhausen ist bei diesen Straftaten keine Ausnahmeerscheinung, die Rolandstadt mit ihren verlockenden neuen Flächen in Vorbereitung der Landesgartenschau liegt voll im Trend Nordthüringens. Der im vergangenen Jahr registrierte Schaden beläuft sich nach Angaben der Polizei auf fast 150.000 Euro.
Autor: nnz

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