Fit im Alter
Donnerstag, 10. Februar 2011, 19:51 Uhr
In der gestrigen Sitzung der Arbeitsgruppe Demographischer Wandel und Gesundheitsförderung des Runden Tisches Gesundheit diskutierten die Teilnehmer den Seniorenplan des Landkreises. Der Plan, den der Kreistag im Dezember verabschiedet hatte, beschreibt die angestrebten Schwerpunkte der Seniorenarbeit.
Mit dem Seniorenplan sind wir Vorreiter in Thüringen, sagte die Beigeordnete Loni Grünwald (LINKE). Ähnlich sei es beim Pflegestützpunkt, der nach den Plänen des Landratsamtes im Frühjahr starten soll. Wir sind der einzige Landkreis in Thüringen, der einen solchen Stützpunkt einrichtet, so Loni Grünwald. Auf den Erarbeitungen zum Seniorenplan und dem Pflegestützpunkt will die Arbeitsgruppe Demographischer Wandel und Gesundheitsförderung aufbauen. Wichtig ist es, die Lebensqualität im Alter zu erhalten, sagte Amtsärztin Ingrid Francke.
Insgesamt sei die Infrastruktur an institutioneller Betreuung gut, vor allem im stationären Bereich. So gab es im August 2010 fast 1.200 Plätze in Alten- und Pflegeheimen. Der Seniorenplan favorisiert eine ambulante vor der stationären Betreuung und baut auf eine Förderung des Ehrenamtes sowie eine Stärkung privater Strukturen, zum Beispiel privat organisierter Seniorentreffs. Ein Spannungsfeld ergebe sich durch die unterschiedliche Infrastruktur im Stadtgebiet Nordhausen und in der übrigen ländlich geprägten Region.
Hier könnten mobile Angebote Abhilfe schaffen.
Die Diskussion in der Arbeitsgruppe kam zu dem Schluss, dass ein generationsübergreifendes Zusammenwachsen gefördert werden soll, um das Verständnis und das Verantwortungsgefühl füreinander zu stärken. Um das selbstständige Leben in den eigenen vertrauten vier Wänden so lange wie möglich zu erlauben, seien auch Mehrgenerationenhäuser hilfreich, in denen junge und alte Mieter sich gegenseitig unterstützen.
Dies könne das Wohlbefinden insgesamt steigern, was letztlich auch gesundheitsförderlich wäre. Außerdem wäre dies eine weitere Alternative zu Alten- und Pflegeheimen, deren Finanzierung auf Dauer fraglich erscheint. Erste Überlegungen gehen dahin, die Zielgruppe der älteren Bevölkerung in junge Senioren, etwa 50- bis 70-Jährige je nach Gesundheitszustand und in alte Senioren, etwa 70- bis 90-Jährige, wieder abhängig vom individuellen Gesundheitszustand zu untergliedern, um die Hilfeangebote – auch zur Selbsthilfe – möglichst spezifisch zu gestalten.
Auch die 35- bis 55-Jährigen bräuchten vielfach Entlastung, weil diese oft Doppelbelastungen tragen durch Arbeit, Betreuung der Kinder und evt. der eigenen Eltern, die schon hilfebedürftig sind. Beim nächsten Treffen will die Arbeitsgruppe mit Vertretern der Verwaltungen, des Stadt- und Gemeindebundes, Krankenkassen, Wohnungsbaugesellschaften und freier Träger die Seniorenbefragung genauer betrachten, die im Rahmen des Seniorenplans durchgeführt wurde und weitere Studien zum Thema Generationsverantwortung zusammenstellen.
Der Runde Tisch Gesundheit ist ein Modellprojekt im Thüringer Gesundheitszieleprozess, den im Freistaat der Landkreis Nordhausen und der Ilmkreis umsetzen. Ziel ist es, neue Ansätze in der kommunalen Gesundheitsförderung zu finden. Für weitere Fragen und Anregungen stehen im Fachbereich Gesundheitswesen des Landratsamtes die Mitarbeiter der Koordinierungsstelle Martin Hoffmann unter 03631/911-179 und Kathrin Wolff unter -186 zur Verfügung.
Autor: nnzMit dem Seniorenplan sind wir Vorreiter in Thüringen, sagte die Beigeordnete Loni Grünwald (LINKE). Ähnlich sei es beim Pflegestützpunkt, der nach den Plänen des Landratsamtes im Frühjahr starten soll. Wir sind der einzige Landkreis in Thüringen, der einen solchen Stützpunkt einrichtet, so Loni Grünwald. Auf den Erarbeitungen zum Seniorenplan und dem Pflegestützpunkt will die Arbeitsgruppe Demographischer Wandel und Gesundheitsförderung aufbauen. Wichtig ist es, die Lebensqualität im Alter zu erhalten, sagte Amtsärztin Ingrid Francke.
Insgesamt sei die Infrastruktur an institutioneller Betreuung gut, vor allem im stationären Bereich. So gab es im August 2010 fast 1.200 Plätze in Alten- und Pflegeheimen. Der Seniorenplan favorisiert eine ambulante vor der stationären Betreuung und baut auf eine Förderung des Ehrenamtes sowie eine Stärkung privater Strukturen, zum Beispiel privat organisierter Seniorentreffs. Ein Spannungsfeld ergebe sich durch die unterschiedliche Infrastruktur im Stadtgebiet Nordhausen und in der übrigen ländlich geprägten Region.
Hier könnten mobile Angebote Abhilfe schaffen.
Die Diskussion in der Arbeitsgruppe kam zu dem Schluss, dass ein generationsübergreifendes Zusammenwachsen gefördert werden soll, um das Verständnis und das Verantwortungsgefühl füreinander zu stärken. Um das selbstständige Leben in den eigenen vertrauten vier Wänden so lange wie möglich zu erlauben, seien auch Mehrgenerationenhäuser hilfreich, in denen junge und alte Mieter sich gegenseitig unterstützen.
Dies könne das Wohlbefinden insgesamt steigern, was letztlich auch gesundheitsförderlich wäre. Außerdem wäre dies eine weitere Alternative zu Alten- und Pflegeheimen, deren Finanzierung auf Dauer fraglich erscheint. Erste Überlegungen gehen dahin, die Zielgruppe der älteren Bevölkerung in junge Senioren, etwa 50- bis 70-Jährige je nach Gesundheitszustand und in alte Senioren, etwa 70- bis 90-Jährige, wieder abhängig vom individuellen Gesundheitszustand zu untergliedern, um die Hilfeangebote – auch zur Selbsthilfe – möglichst spezifisch zu gestalten.
Auch die 35- bis 55-Jährigen bräuchten vielfach Entlastung, weil diese oft Doppelbelastungen tragen durch Arbeit, Betreuung der Kinder und evt. der eigenen Eltern, die schon hilfebedürftig sind. Beim nächsten Treffen will die Arbeitsgruppe mit Vertretern der Verwaltungen, des Stadt- und Gemeindebundes, Krankenkassen, Wohnungsbaugesellschaften und freier Träger die Seniorenbefragung genauer betrachten, die im Rahmen des Seniorenplans durchgeführt wurde und weitere Studien zum Thema Generationsverantwortung zusammenstellen.
Der Runde Tisch Gesundheit ist ein Modellprojekt im Thüringer Gesundheitszieleprozess, den im Freistaat der Landkreis Nordhausen und der Ilmkreis umsetzen. Ziel ist es, neue Ansätze in der kommunalen Gesundheitsförderung zu finden. Für weitere Fragen und Anregungen stehen im Fachbereich Gesundheitswesen des Landratsamtes die Mitarbeiter der Koordinierungsstelle Martin Hoffmann unter 03631/911-179 und Kathrin Wolff unter -186 zur Verfügung.
