nnz-online

Wie jedes Jahr im Januar...

Donnerstag, 03. Februar 2011, 08:34 Uhr
Im Januar fand in der Gaststätte „Schloß Hubertus“ auf dem Steiger bei Erfurt die diesjährige Rohholzsubmission statt. Auf Grund der hohen Schneelage auf dem Meistgebotsplatz in der Nähe von Egstedt wurde die Verkaufsveranstaltung um eine Woche vom 12. auf den 19. Januar verlegt. Die wertvollen Stämme müssen zur Begutachtung durch Holzkäufer eis- und schneefrei sein.

Der teuerste Stamm der Versteigerung! Nur der Fachmann weiß den Wert des Riegelahorns zu schätzen! (Foto: Brüggemann) Der teuerste Stamm der Versteigerung! Nur der Fachmann weiß den Wert des Riegelahorns zu schätzen! (Foto: Brüggemann) Die Angebotsmenge mit 2.160 Festmetern war doppelt so hoch wie 2010. Holz hat Konjunktur. Mit von der Partie waren 20 Thüringer Forstämter und zwei aus dem südlichen Sachsen-Anhalt. Mengenträger war die Eiche mit 693 Festmetern, gefolgt von der Esche mit 366 und der Lärche mit 284 Festmetern. Die Fichte war mit 126 Festmetern erstmals mit einer nennbaren Menge dabei. Aspe, Pappel, Rosskastanie, Hainbuche und Feldahorn wurden mit Apothekermengen angeboten.

Für 722.000 Euro ging das Langholz per schriftliches Gebot über den „Ladentisch“. Der Star war ein Bergahorn einer Forstgenossenschaft vom Hainich. Der geriegelte Schöne erreichte den Spitzenwert von 7.440 Euro pro Festmeter und mit dem Gesamtfestgehalt des Stammes waren das 15.781 Euro netto (Riegelwuchs: welliger Faserverlauf bei Holz, für Holzfurniere gesucht).

Beim Nussbaum ist auch die Wurzel von Interesse. Bei guter Maserung kann’s in der Kasse klingeln. (Foto: Brüggemann) Beim Nussbaum ist auch die Wurzel von Interesse. Bei guter Maserung kann’s in der Kasse klingeln. (Foto: Brüggemann) Das Forstamt Bleicherode-Südharz ist mit dem erzielten Verkaufsresultat sehr zufrieden. Für 45.000 Euro und einen Durchschnittspreis von 396 €/fm erwarben die Holzkäufer ausgesuchte Einzelstämme aus dem Südharz. Der saisonale Holzeinschlag im Pfaffenborn, zwischen Schiedungen und Trebra, führte mit gleich zwei Volltreffern die Hitliste im Norden an. Eine altehrwürdige Eichenwalze mit 4,54 Festmetern um die sich 14 Bieter bewarben, wurde für 3.650 Euro, das sind stattliche 803 €/fm, nach Bad Essen im Osnabrücker Land veräußert. Für den knapp 200 Jahre alten Koloss angemessen, meinte der erfahrene Revierleiter Hans-Joachim John, der dem Königsthaler Revier seit 23 Jahren vorsteht. Am selben Forstort übertraf den Erlös der Eiche ein Bergahorn mit dem Stammpreis von 3.990 € (2.158 €/fm). Hier kam der Käufer aus Bochum in Nordrhein-Westfalen.

Sorgen machten sich die Waldbesitzer um die Gemeine Esche, die durch das Eschentriebsterben europaweit vermehrt ausfällt. Dennoch kamen aus regulären Einschlägen 22 Festmeter bester Ware zur Präsentation. Sie wurde komplett an den Mann gebracht, egal, ob von oberhalb der Thalbrauerei bei Ilfeld, aus dem Schweinewäldchen bei Ellrich oder vom Backhaus auf der Hainleite. Ein Holzhändler aus Szczezin in Polen bot bei Esche immer mit und das mit auskömmlichen Beträgen. Unter den Bietern war ein Thüringer aus der Nachbarschaft von der südlichen Hainleite.

Aber wo viel Licht ist, darf auch etwas Schatten sein. Sechs Fichtenrollen vom Bocksplatz bei Rothesütte wurden nicht beboten. Schade bei dem Aufwand. Wären sie vor 100 Jahren geastet worden, hätte das Ergebnis besser ausgesehen. Ein Versuch war es wert! Dennoch, Ende gut, alles gut – für Waldbesitzer und Förster
Klaus-Wilhelm Brüggemann, Forstamtsleiter
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de