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Die Besonderen

Freitag, 25. April 2003, 12:07 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Foyer des historischen Landratsamtes ist heute eine neue Fotoausstellung eröffnet worden. Sie widmet sich einer Blumenspezies, die ein Hauch von Exotik umgibt.


Es sind die Orchideen, die auch im Landkreis Nordhausen gedeihen. Auch ausgestorbene Arten werden gezeigt. Die Aufnahmen stammen von Hans-Jörg Spangenberg, Rolf Richter und Frank Lawrenz. Sie gehören dem Arbeitskreis Heimische Orchideen (AHO) Thüringen e. V. an. Die Fotoausstellung ist während der Öffnungszeiten des Landratsamtes zu besichtigen und dauert bis zum 26. September 2003.

Die Orchideen bilden mit mehr als 25.000 Arten die größte Familie des Pflanzenreiches. Von den ca. 60 in Deutschland vorkommenden Arten gab es im Landkreis Nordhausen einst 41, heute nur noch 27. Orchideen sind auf allen Kontinenten zu finden und zeichnen sich durch eine große Formenvielfalt aus. Sie besitzen hoch spezialisierte Bestäubungseinrichtungen. Alle europäischen Orchideen wachsen auf dem Erdboden (terrestrisch) und besitzen unscheinbare Einzelblüten.

Der Frauenschuh bildet dabei eine Ausnahme. Unterirdische Sprossabschnitte, die Rhizome oder Knollen, dienen der Stoffspeicherung. Bei näherer Betrachtung mit einer Lupe wird auch die Schönheit der heimischen Orchideenblüten deutlich. Bemerkenswert ist die große Übereinstimmung im Blütenbau. Die für die Ausstellung gezeichnete Skizze zeigt das Grundschema. Das mittlere Blütenblatt des inneren Hüllkreises hat sich zu einer auffälligen Lippe entwickelt und wird so zum Schauorgan und Landeplatz für hoch spezialisierte Bestäuber.

Die Pollen sind oft zu schleimigen Paketen verklebt, und diese werden als Ganzes vom Bestäuber übertragen. Ungewöhnlich groß ist die Zahl der Samen, oft mehr als 4 Millionen in einer Samenkapsel. Es sind die kleinsten im Pflanzenreich. Da ihnen das Nährgewebe fehlt, treten sie mit bestimmten Pilzen in Verbindung (Mykorrhiza), die sie mit Nährstoffen versorgen. Die Abhängigkeit bleibt bei manchen Arten zeitlebens bestehen. Die Samen behalten ihre Keimfähigkeit von 2 Monaten bis zu 18 Jahren.
Autor: nnz

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