Das andere Nordhausen
Donnerstag, 20. Januar 2011, 15:18 Uhr
Am Montagabend hat die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zusammen mit der Stadt Nordhausen in den Bürgersaal des Neuen Rathauses eingeladen. Zahlreiche Interessierte waren gekommen, um der Vorstellung der Broschüre Nordhausen im Nationalsozialismus. Ein historischer Wegweiser beizuwohnen. Hier weitere Einzelheiten...
Nach einführenden Worten durch Kulturamtsleiterin Dr. Cornelia Klose präsentierten Mitarbeiterinnen der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora ausgewählte Schwerpunkte der Broschüre. So stellte etwa Dr. Regine Heubaum, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte, das Thema Zwangsarbeit und Konzentrationslager vor.
Sie zeigte an Hand des ehemaligen Arbeitsamtes in der heutigen Kurze Straße auf, wie die Institution zentraler Akteur bei der Organisation von Zwangsarbeit in der Region wurde. Als ein praktisches Beispiel wurde neben der Hanewacker Kautabakfabrik, heute an der Straße der Genossenschaften gelegen, auch die Boelcke-Kaserne genannt, die unter anderem ein Fremdarbeiterlager war, bevor sie zum Sterbelager des KZ Mittelbau umfunktioniert wurde.
Diesem Vortragsteil anschließend ging Nina Reip auf das politische Leben in Nordhausen während des Nationalsozialismus ein. Das Adolf-Hitler-Haus in Baltzerstraße, die Friedenseiche in Salza und das Redaktionsgebäude der Nordhäuser Volkszeitung in der Wolfstraße nahm sie als exemplarische Orte für die Arbeit der lokalen NSDAP-Elite unter Führung des ersten nationalsozialistischen Oberbürgermeisters Sting oder des Widerstandes.
Carolin Roth sprach in ihrem Beitrag über Verfolgung sowie sozialer und rassistischer Ausgrenzung der Nordhäuser Nationalsozialisten. Dies machte sie an
der Polizei-Obdachlosenanstalt im Hüpedenweg und dem Siechenhof, heute Freiherr-vom-Stein Straße, fest.
Zum Schluss präsentierte sie das Theater als nationalsozialistisches Propagandainstrument, das neben seiner Rolle als Helfer des neuen Regimes auch zum Schauplatz von Großveranstaltungen wurde.
Diese Beispiele sind nur eine kleine Auswahl der Themenvielfalt, die in der Broschüre zu finden ist. Der historische Wegweiser durch die Stadt Nordhausen wurde mit Unterstützung des lokalen Aktionsplanes Vielfalt tut gut und des Jugendsozialwerkes Nordhausen e.V. realisiert.
Wer zur Veranstaltung im Bürgersaal nicht kommen konnte, hat die Möglichkeit die Broschüre für 3 Euro in der Stadtinformation und der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu erwerben.
Autor: nnzNach einführenden Worten durch Kulturamtsleiterin Dr. Cornelia Klose präsentierten Mitarbeiterinnen der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora ausgewählte Schwerpunkte der Broschüre. So stellte etwa Dr. Regine Heubaum, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte, das Thema Zwangsarbeit und Konzentrationslager vor.
Sie zeigte an Hand des ehemaligen Arbeitsamtes in der heutigen Kurze Straße auf, wie die Institution zentraler Akteur bei der Organisation von Zwangsarbeit in der Region wurde. Als ein praktisches Beispiel wurde neben der Hanewacker Kautabakfabrik, heute an der Straße der Genossenschaften gelegen, auch die Boelcke-Kaserne genannt, die unter anderem ein Fremdarbeiterlager war, bevor sie zum Sterbelager des KZ Mittelbau umfunktioniert wurde.
Diesem Vortragsteil anschließend ging Nina Reip auf das politische Leben in Nordhausen während des Nationalsozialismus ein. Das Adolf-Hitler-Haus in Baltzerstraße, die Friedenseiche in Salza und das Redaktionsgebäude der Nordhäuser Volkszeitung in der Wolfstraße nahm sie als exemplarische Orte für die Arbeit der lokalen NSDAP-Elite unter Führung des ersten nationalsozialistischen Oberbürgermeisters Sting oder des Widerstandes.
Carolin Roth sprach in ihrem Beitrag über Verfolgung sowie sozialer und rassistischer Ausgrenzung der Nordhäuser Nationalsozialisten. Dies machte sie an
der Polizei-Obdachlosenanstalt im Hüpedenweg und dem Siechenhof, heute Freiherr-vom-Stein Straße, fest.
Zum Schluss präsentierte sie das Theater als nationalsozialistisches Propagandainstrument, das neben seiner Rolle als Helfer des neuen Regimes auch zum Schauplatz von Großveranstaltungen wurde.
Diese Beispiele sind nur eine kleine Auswahl der Themenvielfalt, die in der Broschüre zu finden ist. Der historische Wegweiser durch die Stadt Nordhausen wurde mit Unterstützung des lokalen Aktionsplanes Vielfalt tut gut und des Jugendsozialwerkes Nordhausen e.V. realisiert.
Wer zur Veranstaltung im Bürgersaal nicht kommen konnte, hat die Möglichkeit die Broschüre für 3 Euro in der Stadtinformation und der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu erwerben.

