nnz-Forum: Ich kannte Udo
Mittwoch, 19. Januar 2011, 21:08 Uhr
Mit dem Tod von Udo Pichel beschäftigt sich eine nnz-Leserin, die ihn seit Jahren kannte.
Ich kenne ihn seit meinen Kindertagen und er war einer der Gründe,warum ich ausgerechnet Hilfsschullehrer werden wollte. Meine Mutter (auch Hilfsschullehrer) nahm mich oft in den Ferien mit zur Arbeit. Udo war Schüler der Pestalozzischule und zählte nicht zu den leistungstarken Schülern. Er kam aus einem "normalen" Elternhaus, seine Schwester ist Lehrerin.
Trotzdem nahm er es mit der Kleiderordnung damals schon nicht so genau. Ich habe ihn sehr aufmerksam und liebenswert in Erinnerung. Später grüßte er mich immer und bedankte sich bei seinen Lehrern und Erziehern für die schöne Zeit.
Um so trauriger hörte ich von seinem Absturz nach der Wende. Auch unsere Schüler erzählten sich die schauerlichsten Geschichten und nutzen seinen Namen, um sich über ihn lustig zu machen. Als sie hörten,dass er auch ein Förderschüler war, waren sie erstaunt.
Warum schreibe ich das? Er ist einer von Vielen und wird nicht der Letzte sein, um den wir uns in der Förderschule sehr bemühen. Aber nur wenige werden den Weg in ein "normales" Leben finden. Daran sind sie nicht alleine schuld. Die Mehrheit hat ihren Förderschulabschluss geschafft, der nicht zählt auf dem Arbeitsmarkt. Sie haben eine einfache Lehre absolviert, meist nur überbetrieblich. Sie wollen arbeiten, haben aber kaum eine Chance.
Vorigen Freitag habe ich einen Schüler nach schwerer Krebserkrankung mit 29 Jahren auf seinem letzten Weg begleitet. Der Trauerredner beschrieb seine Mühe und Willen einen Job zu finden. Es tat weh, bestätigt zu bekommen,dass sein Fleiß und Anständigkeit nichts nutzte.
Wenn die Udo - Verehrer als sein Vermächtnis begreifen, dass man niemanden einfach in eine Schublade stecken soll, dann nutzt es auch denen , die ihm noch folgen werden.
Mit traurigen Grüßen
Elke Falley, Förderschullehrerin
Ich kenne ihn seit meinen Kindertagen und er war einer der Gründe,warum ich ausgerechnet Hilfsschullehrer werden wollte. Meine Mutter (auch Hilfsschullehrer) nahm mich oft in den Ferien mit zur Arbeit. Udo war Schüler der Pestalozzischule und zählte nicht zu den leistungstarken Schülern. Er kam aus einem "normalen" Elternhaus, seine Schwester ist Lehrerin.
Trotzdem nahm er es mit der Kleiderordnung damals schon nicht so genau. Ich habe ihn sehr aufmerksam und liebenswert in Erinnerung. Später grüßte er mich immer und bedankte sich bei seinen Lehrern und Erziehern für die schöne Zeit.
Um so trauriger hörte ich von seinem Absturz nach der Wende. Auch unsere Schüler erzählten sich die schauerlichsten Geschichten und nutzen seinen Namen, um sich über ihn lustig zu machen. Als sie hörten,dass er auch ein Förderschüler war, waren sie erstaunt.
Warum schreibe ich das? Er ist einer von Vielen und wird nicht der Letzte sein, um den wir uns in der Förderschule sehr bemühen. Aber nur wenige werden den Weg in ein "normales" Leben finden. Daran sind sie nicht alleine schuld. Die Mehrheit hat ihren Förderschulabschluss geschafft, der nicht zählt auf dem Arbeitsmarkt. Sie haben eine einfache Lehre absolviert, meist nur überbetrieblich. Sie wollen arbeiten, haben aber kaum eine Chance.
Vorigen Freitag habe ich einen Schüler nach schwerer Krebserkrankung mit 29 Jahren auf seinem letzten Weg begleitet. Der Trauerredner beschrieb seine Mühe und Willen einen Job zu finden. Es tat weh, bestätigt zu bekommen,dass sein Fleiß und Anständigkeit nichts nutzte.
Wenn die Udo - Verehrer als sein Vermächtnis begreifen, dass man niemanden einfach in eine Schublade stecken soll, dann nutzt es auch denen , die ihm noch folgen werden.
Mit traurigen Grüßen
Elke Falley, Förderschullehrerin
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
