Mit Optimismus in die Zukunft
Mittwoch, 16. April 2003, 11:17 Uhr
Nordhausen (nnz). Gestern konnte der HORIZONT auf 12 Jahre aktives Engagement bei der Betreuung, Förderung und Bildung von Kindern und Jugendlichen in den vier Nordthüringer Landkreisen zurück blicken. nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg sprach mit dem Geschäftsführer René Kübler über die Situation und die Zukunftsaussichten des Vereins.
nnz: Herr Kübler, der Jugendhilfeverein HORIZONT kann auf 12 Jahre erfolgreiches soziales Engagement zurückblicken. Was hat den Verein in diesem Zeitraum nachhaltig geprägt?
R. Kübler: Das ist zum einen unsere Wir-Kultur, das heißt, die gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz bilden die Basis im täglichen Umgang miteinander. Des weiteren möchte ich unsere hohe Flexibilität nennen, die uns in die Lage versetzt, sehr schnell auf die ständigen wechselnden Gegebenheiten eingehen zu können. Auch haben wir in der Vergangenheit unter Beweis stellen können, dass wir in der Lage sind, aus wenig viel zu machen. Der HORIZONT ist ein sehr kreatives und innovatives Unternehmen, was sich über die Jahre in unseren Modellprojekten widerspiegelt, aktuell beispielsweise der Aufbau der Freiwilligen-Agentur und das Projekt EQUAL im Rahmen der EU-Förderung.
nnz: Die Mitarbeiter schufen sich ein Leitbild, in dem sie ihre Werte, die Arbeitsprinzipien und die Zusammenarbeit definierten. Was hat es damit auf sich?
R. Kübler: Das Leitbild haben wir uns weniger gegeben, es ist vielmehr gewachsen. Es bezieht sich auf die Frage wie gehen wir miteinander um und was können unsere Kunden von uns erwarten. Das Wichtigste und Zentrale in diesem Leitbild ist diese bereits von mir erwähnte WIR-Kultur, die wir unseren Mitarbeitern, aber auch unseren Kunden vermitteln wollen. Wir sind über unsere Projekte und Fachbereiche hinweg mit diesem WIR-Gefühl in der Lage, Synergien zu nutzen und Arbeitsabläufe zu optimieren.
nnz: Ist das Leitbild in einer Gesellschaft, in der eigentlich nur der Erfolg und das Geld zählt, noch zeitgemäß?
R. Kübler: Ich bin der Meinung, dass gerade in der heutigen Zeit ein solches Leitbild wichtiger denn je ist. Ich beobachte, dass leider in vielen Bereichen des täglichen Lebens das Miteinander und die gegenseitige Wertschätzung, die uns früher stark gemacht haben, verloren gegangen ist. Von daher halte ich es für besonders wichtig, gerade in solchen sozialwirtschaftlichen Unternehmen, dieses WIR-Gefühl zu erhalten. Ich sehe dies für die größte Stärke unseres Vereins an, gerade in Bezug auf Mitarbeitermotivation und Planungssicherheit. Wir geben durch unsere Kultur unseren Mitarbeitern in einer Zeit des ständigen Wandels ein großes Stück Sicherheit in der Art und Weise, wie wir miteinander umgehen.
nnz: Die meisten Ihrer Mitarbeiter sind ABM- und SAM-Kräfte. Wie wollen Sie die Projektarbeit im Verein absichern, wenn der 2. Arbeitsmarkt drastisch zurück gefahren wird?
R. Kübler: Es ist logisch, dass wir beim Wegbrechen der ABM- und SAM-Kräfte nicht alles werden auffangen können. Wir werden uns von bestimmten Leistungsinhalten verabschieden müssen und es wird auch zu Leistungsreduzierung kommen. Trotz alledem versuchen wir über unser Modellprojekt Freiwilligen-Agentur zum Beispiel verstärk ehrenamtlich Tätige zu gewinnen, um das eine oder andere aufzufangen. Und unsere positive Erfahrung ist, dass es tatsächlich mehr werden, die durch eine gezielte Akquise bereit sind, in die Projekte hinein, wesentliche Bestandteile über das Ehrenamt aufrecht zu erhalten. Beispielsweise im Schullandheim Harzrigi ist es so, dass mittlerweile einem hauptamtlichen Beschäftigten ein ehrenamtlich Tätiger gegenüber steht. Das wollen wir sogar noch weiter ausbauen, weil das für uns eine immer wichtigere Ressource wird.
nnz: Zurzeit wird überall der Rotstift angesetzt. Sind davon auch die sozialen Vereine betroffen?
R. Kübler: Da wir als sozialwirtschaftlicher Verein maßgeblich von der öffentlichen Hand finanziert werden, sind wir natürlich, wie auch alle anderen sozialen Organisationen ebenfalls, von Kürzungen betroffen. Das heißt, auch wir müssen Einschnitte realisieren, müssen Personalkosten reduzieren und mit dem veränderten Arbeitsmarkt ABM- und SAM-Stellen ersatzlos streichen, was ja in der Regel immer mit einer Leistungsreduzierung einher geht.
nnz: Herr Kübler, abschließend ein Wort zur zukünftigen Arbeit des Vereins unter Berücksichtigung der personellen Situation und der finanziellen Kürzungen?
R. Kübler: Was unsere Zukunft betrifft, bin ich nach wir vor optimistisch. Insbesondere auf Grund unserer Kultur, aber auch auf Grund unserer wirtschaftlichen Solidität wird es den HORIZONT auch in Zukunft weiter geben. Sicherlich mit einem veränderten Profil, auch hier und da mit reduzierten Leistungen, aber wir werden auch weiterhin unter Beweis stellen, dass wir in der Lage sind, mit geringen Mitteln eine hohe Leistung zu erzielen, was sich in der Qualität unserer angebotenen Projekte immer wieder deutlich macht.
Autor: rhnnz: Herr Kübler, der Jugendhilfeverein HORIZONT kann auf 12 Jahre erfolgreiches soziales Engagement zurückblicken. Was hat den Verein in diesem Zeitraum nachhaltig geprägt?
R. Kübler: Das ist zum einen unsere Wir-Kultur, das heißt, die gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz bilden die Basis im täglichen Umgang miteinander. Des weiteren möchte ich unsere hohe Flexibilität nennen, die uns in die Lage versetzt, sehr schnell auf die ständigen wechselnden Gegebenheiten eingehen zu können. Auch haben wir in der Vergangenheit unter Beweis stellen können, dass wir in der Lage sind, aus wenig viel zu machen. Der HORIZONT ist ein sehr kreatives und innovatives Unternehmen, was sich über die Jahre in unseren Modellprojekten widerspiegelt, aktuell beispielsweise der Aufbau der Freiwilligen-Agentur und das Projekt EQUAL im Rahmen der EU-Förderung.
nnz: Die Mitarbeiter schufen sich ein Leitbild, in dem sie ihre Werte, die Arbeitsprinzipien und die Zusammenarbeit definierten. Was hat es damit auf sich?
R. Kübler: Das Leitbild haben wir uns weniger gegeben, es ist vielmehr gewachsen. Es bezieht sich auf die Frage wie gehen wir miteinander um und was können unsere Kunden von uns erwarten. Das Wichtigste und Zentrale in diesem Leitbild ist diese bereits von mir erwähnte WIR-Kultur, die wir unseren Mitarbeitern, aber auch unseren Kunden vermitteln wollen. Wir sind über unsere Projekte und Fachbereiche hinweg mit diesem WIR-Gefühl in der Lage, Synergien zu nutzen und Arbeitsabläufe zu optimieren.
nnz: Ist das Leitbild in einer Gesellschaft, in der eigentlich nur der Erfolg und das Geld zählt, noch zeitgemäß?
R. Kübler: Ich bin der Meinung, dass gerade in der heutigen Zeit ein solches Leitbild wichtiger denn je ist. Ich beobachte, dass leider in vielen Bereichen des täglichen Lebens das Miteinander und die gegenseitige Wertschätzung, die uns früher stark gemacht haben, verloren gegangen ist. Von daher halte ich es für besonders wichtig, gerade in solchen sozialwirtschaftlichen Unternehmen, dieses WIR-Gefühl zu erhalten. Ich sehe dies für die größte Stärke unseres Vereins an, gerade in Bezug auf Mitarbeitermotivation und Planungssicherheit. Wir geben durch unsere Kultur unseren Mitarbeitern in einer Zeit des ständigen Wandels ein großes Stück Sicherheit in der Art und Weise, wie wir miteinander umgehen.
nnz: Die meisten Ihrer Mitarbeiter sind ABM- und SAM-Kräfte. Wie wollen Sie die Projektarbeit im Verein absichern, wenn der 2. Arbeitsmarkt drastisch zurück gefahren wird?
R. Kübler: Es ist logisch, dass wir beim Wegbrechen der ABM- und SAM-Kräfte nicht alles werden auffangen können. Wir werden uns von bestimmten Leistungsinhalten verabschieden müssen und es wird auch zu Leistungsreduzierung kommen. Trotz alledem versuchen wir über unser Modellprojekt Freiwilligen-Agentur zum Beispiel verstärk ehrenamtlich Tätige zu gewinnen, um das eine oder andere aufzufangen. Und unsere positive Erfahrung ist, dass es tatsächlich mehr werden, die durch eine gezielte Akquise bereit sind, in die Projekte hinein, wesentliche Bestandteile über das Ehrenamt aufrecht zu erhalten. Beispielsweise im Schullandheim Harzrigi ist es so, dass mittlerweile einem hauptamtlichen Beschäftigten ein ehrenamtlich Tätiger gegenüber steht. Das wollen wir sogar noch weiter ausbauen, weil das für uns eine immer wichtigere Ressource wird.
nnz: Zurzeit wird überall der Rotstift angesetzt. Sind davon auch die sozialen Vereine betroffen?
R. Kübler: Da wir als sozialwirtschaftlicher Verein maßgeblich von der öffentlichen Hand finanziert werden, sind wir natürlich, wie auch alle anderen sozialen Organisationen ebenfalls, von Kürzungen betroffen. Das heißt, auch wir müssen Einschnitte realisieren, müssen Personalkosten reduzieren und mit dem veränderten Arbeitsmarkt ABM- und SAM-Stellen ersatzlos streichen, was ja in der Regel immer mit einer Leistungsreduzierung einher geht.
nnz: Herr Kübler, abschließend ein Wort zur zukünftigen Arbeit des Vereins unter Berücksichtigung der personellen Situation und der finanziellen Kürzungen?
R. Kübler: Was unsere Zukunft betrifft, bin ich nach wir vor optimistisch. Insbesondere auf Grund unserer Kultur, aber auch auf Grund unserer wirtschaftlichen Solidität wird es den HORIZONT auch in Zukunft weiter geben. Sicherlich mit einem veränderten Profil, auch hier und da mit reduzierten Leistungen, aber wir werden auch weiterhin unter Beweis stellen, dass wir in der Lage sind, mit geringen Mitteln eine hohe Leistung zu erzielen, was sich in der Qualität unserer angebotenen Projekte immer wieder deutlich macht.
