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Wenn die Lunge nicht mehr kann

Dienstag, 18. Januar 2011, 14:11 Uhr
Logo der SHG COPD (Foto: Agentur) Logo der SHG COPD (Foto: Agentur) Die Nordhäuser Selbsthilfegruppe (SHG) „COPD“, die zweite dieser Art in Thüringen, ist Plattform für Betroffene und deren Angehörige. Am morgigen Mittwoch steht das nächste Treffen an. Die nnz mit Einzelheiten zur COPD und die Arbeit der SHG.

Die Lungenkrankheit COPD ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Geschätzte fünf Millionen Menschen sind in Deutschland an dieser schweren Krankheit erkrankt, Tendenz steigend. Grund genug zu versuchen, etwas zur Aufklärung beizutragen und insbesondere denen zu helfen, die bereits mit diesem Krankheitsbild leben müssen.

COPD ist die medizinische Abkürzung für den englischen Begriff „chronic oobstructive pulmonary disease“, zu deutsch „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“. Im Namen der Krankheit sind zwei Begriffe enthalten: COPD bedeutet, dass die Atemwege wegen einer chronischen Bronchitis dauerhaft entzündet sind und/oder ein Teil der Lungenbläschen zerstört sind (Emphysem). Der Betroffene leidet unter Atemnot, ist körperlich nur noch eingeschränkt, zuletzt körperlich überhaupt nicht mehr belastbar. Nicht selten haben Menschen mit COPD Angst, zu ersticken. Eine dauerhafte Sauerstoff-Langzeittherapie ist dann in der Regel unumgänglich.

Diese Atemnot entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich langsam über die Jahre hinweg. Eine voll ausgeprägte COPD zu heilen ist unmöglich. Doch das Leben endet nicht mit der Diagnose COPD-Lungenemphysem, es beginnt neu – nur auf einer anderen Art und Weise als bisher. Im Frühstadium lässt sich die Krankheit positiv beeinflussen. Neben den unverzichtbaren Medikamenten und verschiedenen Therapien bieten Selbsthilfegruppen (SHG) den Betroffenen und deren Angehörigen eine Plattform, sich umfassend über ihre Erkrankung zu informieren und sich mit anderen Patienten auszutauschen. Vorträge von Fachärzten, Apothekern, Therapeuten, usw. helfen, mit dieser lebensbedrohlichen Krankheit bewusster umzugehen und Möglichkeiten aufzuzeichnen, selbst etwas gegen eine rasche Fortschreitung der COPD zu tun, beispielsweise durch das Erlernen einer entsprechenden Atemtechnik, durch möglichst viel Bewegung, Lungensport, gesunde Ernährung usw.

Inzwischen gibt es deutschlandweit 54 solcher Selbsthilfegruppen. In Nordhausen wurde am 21. April 2010 die SHG „COPD“ ins Leben gerufen. Frau Dr. Ursula Marangone, FÄ für Lungen- und Bronchialheilkunde, nahm an der Gründungsveranstaltung teil und unterstützt die Arbeit der SHG von Beginn an.

Der Erfahrungsaustausch unter den Betroffenen und ihren Angehörigen im persönlichen Gespräch während der Treffen sowie Vorträge von Fachkräften sind Bestandteil der Veranstaltungen, die jeweils am 3. Mittwoch des Monats um 17 Uhr im Begegnungszentrum Nordhausen-Nord in der Stolberger Straße 131 stattfinden. Ansprechpartner für Interessenten ist Frau Jutta Kunze (03631/6514077).

Die bisherige Arbeit war geprägt vom gegenseitigen Kennenlernen sowie von Fachvorträgen u. a. von Frau Nana Pippig-Otte (Lungensport), Frau Apothekerin Eleonore Liebetrau (COPD-Medikamente und Grippeschutzimpfung) und vom Bezirksleiter der BARMER in Nordhausen, Peter Behrschmidt, der über Möglichkeiten der Unterstützung der COPD-Patienten durch die Krankenkassen sprach.

Die Selbsthilfegruppe ist kein eingetragener Verein und damit entfallen Aufnahme- und Monatsbeiträge.

Das nächste Treffen der SHG „COPD“ findet am Mittwoch, dem 19. Januar 2011, um 17 Uhr im Begegnungszentrum Nord, Stolberger Straße 131, statt. Dann steht ein Vortrag über Sauerstoff-Therapie und Inhalation auf dem Programm. Dazu sind alle Betroffenen und ihre Angehörigen herzlich eingeladen.
Autor: rh

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