nnz-Rückspiegel: 15. April 2002
Dienstag, 15. April 2003, 07:07 Uhr
Nordhausen (nnz). Sie wollen wissen, was sich im Landkreis Nordhausen vor exakt einem Jahr ereignet hat? Kein Problem! Die nnz hat für Sie im Archiv geblättert. Heute:
Zaun, Klage und Staatsanwalt in Schule
Vom grünen Punkt zum Zaun
Wussten Sie, dass einer der modernsten Betriebe zur Aufbereitung von Wertstoffen im Landkreis Nordhausen arbeitet arbeitet? Mit der Kreisvolkshochschule können Sie das Unternehmen besuchen. In der purus Kunststoffwerke Niedergebra GmbH werden sortierte Wertstoffe aus den Sammlungen des "grünen Punktes" zu Kunststoffagglomeraten aufbereitet. Dieses Ausgangsmaterial wird dann - wie gesetzlich gefordert - wieder in den Produktionsprozess der Industrie zurückgeführt. Teilweise wird das Material gleich in Niedergebra zu Fertigprodukten verarbeitet. Hergestellt werden Kunststoffpfähle, die sich hervorragend für Koppelbau und Wildschutzzäune oder für den Einsatz im Weinanbau eignen. Durch die Aufbereitung vorhandener Kunststoffe für neue Produkt- und Einsatzzwecke wird ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet...ausführlich im nnz-Archiv
Klagen und Disziplinarmaßnahmen
Mehrere Bürgermeister des Landkreises Nordhausen werden beschuldigt, in den zurückliegenden Jahren Subventionsbetrug begangen zu haben. Die entsprechenden Klagen liegen bereits vor. Die Geschichte des Mülls im Landkreis Nordhausen geht – wie in fast allen Landkreisen der jungen Bundesländer – in die Zeit der DDR zurück. Viele können sich erinnern: Der Abfall war ab Mitte der 70er Jahre eine kreisliche Angelegenheit. In den damaligen Gemeindeverbänden gab es Deponien, auf denen der Hausmüll abgekippt wurde. Im Landkreis Nordhausen waren das unter anderem Haferungen, Bleicherode, Niedersachswerfen oder Kehmstedt.
Nach der Wende wurde diese Deponien geschlossen, die Bürger der Gemeinden waren darüber natürlich sehr froh. Für das Landratsamt war die Sanierung der Müllkippen Angelegenheit der betroffenen Gemeinden. Auch das Thüringer Landesverwaltungsamt forderte in den Jahren 1992/93 diese Gemeinden zur Rekultivierung auf. Als dann eine Sanierungsanordnung erlassen wurde, herrschte bei den damals hauptamtlichen Bürgermeistern helle Aufregung. Doch in den Jahren nach der Wende gab es nicht nur viele Förderprogramme, sondern auch viel Geld. In punkto Müllkippensanierung war das Staatliche Umweltamt Sondershausen der Ansprechpartner. Das hatte ein Landesprogramm parat, zwischen 60 und 80 Prozent der Sanierungskosten übernahm der Freistaat...ausführlich im nnz-Archiv
Die etwas andere Unterrichtsstunde
Am Humboldt-Gymnasium und in der Berufsschule in der Straße der Genossenschaften fiel heute der Unterricht aus – für einige Stunden. Ein Staatsanwalt hatte sich angesagt. Der Unterrichtsausfall im normalen Lehrplan war normal und vorbereitend beabsichtigt. Der Staatsanwalt kam aus Braunschweig und gilt als Experte für Rechtsextremismus. Gemeinsam mit dem Nordhäuser CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Klaus Zeh wollte Hans-Jürgen Grasemann nicht nur einen Vortrag halten, sondern auch mit den jungen Menschen ins Gespräch kommen. Hintergrund dieser Veranstaltung, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung initiiert und begleitet wurde, waren und sind die Aufmärsche der NPD in Nordhausen.
Es war eine schwierige Materie, die der erfahrene Jurist da zu vermitteln hatte. Wieso schützt der Staat die Demos der NPD? Warum werden derartige Veranstaltungen nicht durch Gerichte verboten, sondern vielfach erlaubt, wenn andere es bereits untersagt hatten? Wohl kaum an einer anderen Materie lässt sich die Komplexität aber auch die Struktur eines Rechtsstaates komplizierte und zugleich anschaulicher darstellen. Verstehen war in erster Linie angesagt...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnzZaun, Klage und Staatsanwalt in Schule
Vom grünen Punkt zum Zaun
Wussten Sie, dass einer der modernsten Betriebe zur Aufbereitung von Wertstoffen im Landkreis Nordhausen arbeitet arbeitet? Mit der Kreisvolkshochschule können Sie das Unternehmen besuchen. In der purus Kunststoffwerke Niedergebra GmbH werden sortierte Wertstoffe aus den Sammlungen des "grünen Punktes" zu Kunststoffagglomeraten aufbereitet. Dieses Ausgangsmaterial wird dann - wie gesetzlich gefordert - wieder in den Produktionsprozess der Industrie zurückgeführt. Teilweise wird das Material gleich in Niedergebra zu Fertigprodukten verarbeitet. Hergestellt werden Kunststoffpfähle, die sich hervorragend für Koppelbau und Wildschutzzäune oder für den Einsatz im Weinanbau eignen. Durch die Aufbereitung vorhandener Kunststoffe für neue Produkt- und Einsatzzwecke wird ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet...ausführlich im nnz-Archiv
Klagen und Disziplinarmaßnahmen
Mehrere Bürgermeister des Landkreises Nordhausen werden beschuldigt, in den zurückliegenden Jahren Subventionsbetrug begangen zu haben. Die entsprechenden Klagen liegen bereits vor. Die Geschichte des Mülls im Landkreis Nordhausen geht – wie in fast allen Landkreisen der jungen Bundesländer – in die Zeit der DDR zurück. Viele können sich erinnern: Der Abfall war ab Mitte der 70er Jahre eine kreisliche Angelegenheit. In den damaligen Gemeindeverbänden gab es Deponien, auf denen der Hausmüll abgekippt wurde. Im Landkreis Nordhausen waren das unter anderem Haferungen, Bleicherode, Niedersachswerfen oder Kehmstedt.
Nach der Wende wurde diese Deponien geschlossen, die Bürger der Gemeinden waren darüber natürlich sehr froh. Für das Landratsamt war die Sanierung der Müllkippen Angelegenheit der betroffenen Gemeinden. Auch das Thüringer Landesverwaltungsamt forderte in den Jahren 1992/93 diese Gemeinden zur Rekultivierung auf. Als dann eine Sanierungsanordnung erlassen wurde, herrschte bei den damals hauptamtlichen Bürgermeistern helle Aufregung. Doch in den Jahren nach der Wende gab es nicht nur viele Förderprogramme, sondern auch viel Geld. In punkto Müllkippensanierung war das Staatliche Umweltamt Sondershausen der Ansprechpartner. Das hatte ein Landesprogramm parat, zwischen 60 und 80 Prozent der Sanierungskosten übernahm der Freistaat...ausführlich im nnz-Archiv
Die etwas andere Unterrichtsstunde
Am Humboldt-Gymnasium und in der Berufsschule in der Straße der Genossenschaften fiel heute der Unterricht aus – für einige Stunden. Ein Staatsanwalt hatte sich angesagt. Der Unterrichtsausfall im normalen Lehrplan war normal und vorbereitend beabsichtigt. Der Staatsanwalt kam aus Braunschweig und gilt als Experte für Rechtsextremismus. Gemeinsam mit dem Nordhäuser CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Klaus Zeh wollte Hans-Jürgen Grasemann nicht nur einen Vortrag halten, sondern auch mit den jungen Menschen ins Gespräch kommen. Hintergrund dieser Veranstaltung, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung initiiert und begleitet wurde, waren und sind die Aufmärsche der NPD in Nordhausen.
Es war eine schwierige Materie, die der erfahrene Jurist da zu vermitteln hatte. Wieso schützt der Staat die Demos der NPD? Warum werden derartige Veranstaltungen nicht durch Gerichte verboten, sondern vielfach erlaubt, wenn andere es bereits untersagt hatten? Wohl kaum an einer anderen Materie lässt sich die Komplexität aber auch die Struktur eines Rechtsstaates komplizierte und zugleich anschaulicher darstellen. Verstehen war in erster Linie angesagt...ausführlich im nnz-Archiv
