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Kritik: Kein Ausländerbeauftragter im Landkreis

Donnerstag, 25. Januar 2001, 15:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Landkreis Nordhausen gehört zu den wenigen Thüringer Landkreisen, in denen die Stelle eines Ausländerbeauftragten gegenwärtig nicht besetzt sei. Das ist ein Fazit einer Diskussionsrunde im Nordhäuser Vereinshaus am Dienstagabend. Zu dieser Podiumsdiskussion über die Integration von ausländischen Mitbürgern hatten der DGB und der Verein "Gegen das Vergessen - Für Demokratie" eingeladen.
Die Flut von Informationen und Gesetzestexten sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit an Schulen und Jugendeinrichtungen verlange förmlich nach der Etablierung einer solchen Stelle. Die Ausländerbeauftrage des Landkreises Eichsfeld, Felicitas El-Dick, verdeutlichte, daß Integration von Ausländern keine Einbahnstraße sei. Nicht nur die Ausländer müssen integrationswillig sein, die deutsche Sprache lernen oder mit dem Grundgesetz vertraut sein, auch die Mehrheitsgesellschaft müsse bereit ein, die Ausländer aufzunehmen. Von mehreren ausländischen Bürgern, die bei dieser Veranstaltung anwesend waren, wurde der Umgangston der Behörden ihnen gegenüber kritisiert. Unverständlich ist es für viele Studenten des Staatlichen Thüringer Studienkollegs in Nordhausen, daß sich hier notwendige Anmeldeformalitäten über Wochen hinziehen, wo hingegen die in Aachen mit einem einmaligen Antrag innerhalb von fünf Minuten geregelt werde. Dies war an diesem Abend nicht die einzige Kritik an der Nordhäuser Ausländerbehörde.
Autor: nnz

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