nnz-Bücherkiste: Schweigen des Geldes
Sonntag, 13. April 2003, 11:12 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz wird an dieser Stelle, vorwiegend am Wochenende interessante und kurzweilige Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt vorstellen: In dieser Folge geht es um die Macht des Geldes und die Ohnmacht der Politik...
Während sozial-, wirtschafts- und sicherheitspolitische Aspekte der
Globalisierung Teil der öffentlichen Debatte sind, bleibt die Problematik
globaler Geldströme meist im Dunkeln. Dabei sind gerade die internationalen Finanztransfers ein - wenn nicht der - Treibriemen der Globalisierung. Die Verzahnung der Volkswirtschaften nimmt stetig zu und der internationale Kapitalmarkt jagt mittlerweile beträchtliche Geldbeträge in sekundenschnelle über den Globus - virtuelles Geld z.T. aus dubiosen Quellen und mit unbekanntem Ziel. Parallel zur Wirtschaft, denkt auch die Parallelwirtschaft immer stärker international.
Ernest Backes und Denis Robert geben in Das Schweigen des Geldes. Die Clearstream-Affaire einen präzisen und spannenden Einblick in die globalen Geldströme, die über eie der bedeutendsten Clearingstellen zur Auf- und Abrechnung internationaler Wertpapiergeschäfte abgewickelt werden: Clearstream International, seit Juli 2002 im Besitz der Deutschen Börse. Über die Großrechner des Luxemburger Unternehmen liefen allein im Jahr 2000 rund 150 Millionen Transaktionen mit einer Transfersumme von 10 Trillionen Euro.
Backes, der in den siebziger Jahren wohlmeinend und mit guten Absichten das Finanzsystem mit aufbaute, musste, wie der Goethesche Zauberlehrling feststellen, dass die Geister, die er rief, nicht mehr zu bändigen waren. Denn das Clearingsystem bot auch der Parallelfinanz eine Plattform. Backes pikante Recherchen ergaben, dass Clearstream 8000 Geheimkonten unterhält, über die Geldwäsche betrieben und illegale Geschäfte ermöglicht wurden. Die Kundenliste umfasst neben renommierten Bankhäusern und multinationalen Konzernen auch Mafia und Geheimdienste. Die Transaktionen jedoch hinterlassen in den Archiven der Clearinggesellschaft ihre Spuren. Und diese Spuren werfen auf so manch großen Finanzskandal der letzten Jahre ein völlig neues Licht.
Die explosiven Enthüllungen des Buches führten dazu, dass der Vorstand der Clearstream entlassen wurde. Doch angesichts der marktbeherrschende Positionvon Clearstream und der im Clearing selbst angelegten Gefahren, gehen die Autoren weiter. Sie fordern eine öffentlich-rechtlich organisierte internationale Kontrollinstanz - zum Wohle der Allgemeinheit. Erschienen ist das Buch im Schweizer Pendo-Verlag.
Autor: nnzWährend sozial-, wirtschafts- und sicherheitspolitische Aspekte der
Globalisierung Teil der öffentlichen Debatte sind, bleibt die Problematik
globaler Geldströme meist im Dunkeln. Dabei sind gerade die internationalen Finanztransfers ein - wenn nicht der - Treibriemen der Globalisierung. Die Verzahnung der Volkswirtschaften nimmt stetig zu und der internationale Kapitalmarkt jagt mittlerweile beträchtliche Geldbeträge in sekundenschnelle über den Globus - virtuelles Geld z.T. aus dubiosen Quellen und mit unbekanntem Ziel. Parallel zur Wirtschaft, denkt auch die Parallelwirtschaft immer stärker international.
Ernest Backes und Denis Robert geben in Das Schweigen des Geldes. Die Clearstream-Affaire einen präzisen und spannenden Einblick in die globalen Geldströme, die über eie der bedeutendsten Clearingstellen zur Auf- und Abrechnung internationaler Wertpapiergeschäfte abgewickelt werden: Clearstream International, seit Juli 2002 im Besitz der Deutschen Börse. Über die Großrechner des Luxemburger Unternehmen liefen allein im Jahr 2000 rund 150 Millionen Transaktionen mit einer Transfersumme von 10 Trillionen Euro.
Backes, der in den siebziger Jahren wohlmeinend und mit guten Absichten das Finanzsystem mit aufbaute, musste, wie der Goethesche Zauberlehrling feststellen, dass die Geister, die er rief, nicht mehr zu bändigen waren. Denn das Clearingsystem bot auch der Parallelfinanz eine Plattform. Backes pikante Recherchen ergaben, dass Clearstream 8000 Geheimkonten unterhält, über die Geldwäsche betrieben und illegale Geschäfte ermöglicht wurden. Die Kundenliste umfasst neben renommierten Bankhäusern und multinationalen Konzernen auch Mafia und Geheimdienste. Die Transaktionen jedoch hinterlassen in den Archiven der Clearinggesellschaft ihre Spuren. Und diese Spuren werfen auf so manch großen Finanzskandal der letzten Jahre ein völlig neues Licht.
Die explosiven Enthüllungen des Buches führten dazu, dass der Vorstand der Clearstream entlassen wurde. Doch angesichts der marktbeherrschende Positionvon Clearstream und der im Clearing selbst angelegten Gefahren, gehen die Autoren weiter. Sie fordern eine öffentlich-rechtlich organisierte internationale Kontrollinstanz - zum Wohle der Allgemeinheit. Erschienen ist das Buch im Schweizer Pendo-Verlag.
